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© Hans Blossey / luftbild-blossey.de
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Tag des offenen Denkmals: Wo Glaube und Kultur zusammengehen

Der alte Friedhof in Dorstfeld ist dabei, ebenso das Kloster Dalheim und die Halloh-Kapelle in Meschede: ein Streifzug durch geöffnete Türen im Erzbistum am Tag des offenen Denkmals, dem 14. September.

Die Gebäude und Objekte, die wir heute als Denkmäler schützen, belegen Perioden immenser Kreativität und Schaffenskraft. Gleichzeitig können sie Zeugnisse düsterer Zeiten sein. Kirchen, Kapellen und Friedhöfe als Denkmäler sind Ausdruck der Kultur als urmenschliche Eigenschaft. Darüber hinaus sind sie aus dem Glauben an Gott heraus entstanden und ihm geweiht. Wer hier wandelt, kann Kultur, Kreativität und Sinnhaftigkeit erfahren und vielleicht verändert zurückkommen.

Um Anregungen zu geben, haben wir unterschiedliche christliche Denkmäler ausgesucht, die am 14. September mit dabei sind. An allen teilnehmenden Orten ist zu unterschiedlichen Zeiten geöffnet, darum sind die Zeiten miterwähnt. Teils ist nur geöffnet, teils werden Führungen angeboten, meist finden sich aber Ansprechpartner vor Ort. Dass der Tag des offenen Denkmals zeitgleich mit dem Sonntag der Kommunalwahlen in NRW stattfindet, kann ein Fingerzeig sein. Politik braucht auch Kultur, Moral und Menschen, die sich aus dem Glauben heraus für ein gelingendes Zusammenleben einsetzen. Also, warum nicht vor oder nach dem Wahllokal auch noch ein Denkmal besuchen?

Eine Rundreise mit Vorschlägen von Süd nach Nord, von West nach Ost

Wir führen unsere Rundreise von Süd nach Nord, von West nach Ost, unterteilt in regionale Abschnitte. Als besonderes Gebäude sticht zu Beginn unserer Denkmalsreise die Pfarrkirche St. Johannes Baptist Rödgen, bei Wilnsdorf, hervor: Sie ist seit Ende des 18. Jahrhunderts eine so genannte Doppelkirche. Es sind zwei Kirchen mit einem Turm in der Mitte, den sich beide teilen. Westlich steht die katholische, östlich die evangelische Kirche. Das Gotteshaus hat eine sehr spannende Geschichte rund um die beiden Konfessionen. Am Tag des offenen Denkmals ist von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Die Pfarrkirche Rödgen wurde erstmals im 13. Jh. erwähnt, gestiftet vom Herrn von Wilnsdorf. Der Turm wird simultan genutzt, auch das Läutwerk. Letzteres umfasst drei Glocken, darunter die Marienglocke von 1512.

Der Tag des offenen Denkmals

5000 Denkmäler haben bundesweit am 14. September geöffnet, eine ganze Reihe davon liegt im Erzbistum Paderborn. Für ihren Erhalt setzt sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ein, die den Tag veranstaltet. Als Träger von Kirchen und kirchlichen Gebäuden ist es auch dem Erzbistum Paderborn ein wichtiges Anliegen, , das kulturelle spirituelle Erbe zu bewahren und die Verbindung zwischen Glaube und Kultur zu erhalten. Und: Überall sind Menschen im Einsatz, die sich als Ehrenamtliche für „ihr“ Denkmal vor Ort einsetzen. Das schafft Gemeinsamkeit und Austausch, hier finden viele Treffen statt. Denkmal ohne (kirchliches) Ehrenamt geht nicht!

© Hans Blossey / luftbild-blossey.de
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Denkmalspaziergang auf dem alten Friedhof und eine Schlosskapelle erkunden

Im Ruhrgebiet geht die Reise mit einem Denkmalspaziergang rund um die Alte Kirche in Bönen weiter. Er findet um 11 Uhr statt. Der 90-minütige Rundgang startet an der Linde vor der Musikschule „Musikkarussell“ und führt unter anderem in die alte Kirche. Teilnehmende können den Glockenstuhl besteigen, sie laufen zu  fünf denkmalgeschützten Häusern und zur Kulturkneipe „Dorfschenke“.

Weiter geht die Tour auf dem alten Friedhof in Dortmund-Dorstfeld. Hier werden Führungen angeboten: um 12 Uhr und um 14.30 Uhr. Jeweils für 60 Minuten nehmen Mitglieder des Vereins für Orts- und Heimatkunde die Besucher mit auf einen Rundgang. Achtung: festes Schuhwerk mitbringen!

Von Dortmund aus machen wir einen Abstecher nach Herne. Die Kapelle im Schlosspark Strünkede ist das älteste Gebäude der Stadt, erstmals wurde sie 1272 urkundlich erwähnt. Am 14. September hat sie von 11 bis 16 Uhr geöffnet.

Von der Kunst Heinrich von Papens auf das „Halloh“ zur Kapelle in Meschede-Calle

In Lippstadt-Hörste macht die Katholische St.-Martinus-Pfarrkirche beim Tag des offenen Denkmals mit (10 bis 18 Uhr). Neben der Messe um 11 Uhr wird es um 12 und 15 Uhr auch Führungen durch das Gotteshaus mit seinem Hochaltar von Heinrich Papen aus Giershagen geben.

Die Kirche St. Maria zur Höhe in Soest entstand um 1220-30 und ist eine der ältesten Hallenkirchen Westfalens und kann fast vollständig erhaltene romanische Wand- und Deckenmalereien vorweisen. Geöffnet hat das Gotteshaus, das auch Hohne-Kirche genannt wird und der evangelischen Kirchengemeinde Emmaus Soest angehört, am Denkmal-Tag von 11 bis 17 Uhr Es wird auch Führungen geben.

Von hier kann es mit Blick auf den Möhnesee weitergehen ins westliche Hochsauerland, denn von 11 bis 16 Uhr hat die Hofkapelle Kirchlinde in Arnsberg geöffnet, die um 1100 entstanden und eines der ältesten Gebäude der Stadt ist. Um 11 Uhr und um 13 Uhr wird es eine Führung über den denkmalgeschützten Hof geben.

Ein guter Ausflugsort für alle, die auch ein wenig durch die Natur streifen möchten, ist die Hallohkapelle – Kapelle der schmerzhaften Mutter in Meschede-Calle, die von 11 bis 17 Uhr geöffnet hat. Auf den Landstrich „Halloh“ führen eine Reihe von Prozessionswegen. Vor Ort werden am 14. September auch Denkmalführungen angeboten.

Auf Erkundungstour durch Klostergärten und in ein Mausoleum

Das ehemalige Stiftsgebäude des Benediktinerklosters Obermarsberg ist im östlichen Hochsauerland mit dabei, und zwar von 14 bis 17Uhr. Es gibt eine begleitete Führung durch einen Teil des Klosters. Auch der Park  kann besichtigt werden.

Ein paar Kilometer weiter in Warburg kann wiederum zwischen 10 und 16 Uhr ein Mausoleum besichtigt werden. Es wurde von der Familie Schuchard errichtet, der es bis heute gehört. Gegen 11 und 15 Uhr ist jeweils eine halbstündige Führung zur Bestattungskultur geplant, der Zugang zur Gruft ist nicht barrierefrei.

In das LWL-Museum für Klosterkultur und die Klostergärten des Klosters Dalheim bei Büren haben alle Besucher am Tag des offenen Denkmals freien Eintritt. Geöffnet ist zwischen 13 und 17 Uhr. Und: Mitarbeitende der LWL-Archäologie stehen für Fragen und Antworten zur aktuellen Grabungsstätte vor Ort bereit.

Das Liborianum, Bildungs- und Tagungshaus des Erzbistums in Paderborn veranstaltet zum dritten Mal eine Nachhaltigkeitsmesse am Tag des offenen Denkmals. Es zeigen sich zwischen 11 und 17 Uhr zahlreiche Anbieterinnen und Anbieter rund um das Thema Nachhaltigkeit. Mitmach-Aktionen, Probierstände und vieles mehr gehören zum Programm, das für Menschen jeden Alters geeignet ist.

Erinnerung an schlimmste Zeiten auf dem Friedhof und eine ganz besondere Kapelle

Den historischen Klinikfriedhof zeigt die LWL-Klinik in Gütersloh, und zwar zu zwei Führungszeiten, um 10 und um 13 Uhr. Hier wurde im Jahr 2014 eine Gedenkstätte zur Erinnerung an die im Zweiten Weltkrieg ermordeten 1.017 Patientinnen und Patienten angelegt. Treffpunkt für die Führungen ist die Kreuzkirche auf dem Klinikgelände. Um Anmeldung per Mail wird gebeten.: kathrin.groth@guetersloh.de.

In Minden wiederum startet um 14 Uhr eine Führung über den Nordfriedhof als neubarocke, axial ausgerichtete Anlage, die 1903 erbaut wurde. Treffpunkt ist der Eingangsbereich am Haupttor.

Wir beenden unsere Reise mit einem Gotteshaus in Bielefeld, das im vergangenen Jahrhundert errichtet wurde. Von 11 bis 17 Uhr ist die Antoniuskapelle in Oerlinghausen bei Bielefeld geöffnet. Gemeindemitglieder sind vor Ort und stehen für Fragen bereit. Die Kapelle wurde im Jahr 1922 errichtet und in der Zeit danach vom Bildhauer Berthold Müller-Oerlinghausen und seiner Frau Jenny Wiegmann ausgestaltet.

Hier zeigt sich  – zum Abschluss unserer Reise wie Kunst und Glaube zusammenfinden können. Der Künstler selbst beschrieb, dass er gemeinsam mit seiner Frau im Glauben und speziell auch in der Ausgestaltung von Kirchen etwas fand, das beide glücklich machte. Eindrücke wie diese, unsere Denkmäler leben sie bis heute – und wir erleben mit, wenn wir sie besuchen.

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Ein Beitrag von:
Sonja Funke
Redakteurin

Sonja Funke

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