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Hilfe bei Missbrauch

Neues Verfahren zur Anerkennung des Leids

Erzbischof Hans-Josef Becker hat zum 1. Januar 2021 die neue “Ordnung für das Verfahren zur Anerkennung des Leids” in Kraft gesetzt. Danach sollen sich Anerkennungsleistungen künftig an den in vergleichbaren Fällen durch staatliche Gerichte zuerkannten Schmerzensgeldern orientieren. Über die Leistungshöhe im Einzelfall entscheidet eine Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA), die ihren Sitz in Bonn hat. Die sieben Mitglieder stehen in keinem Beschäftigungsverhältnis der katholischen Kirche und entscheiden unabhängig von Weisungen.

Alle Personen, die als minderjährige oder erwachsene Schutzbefohlene sexuellen Missbrauch durch einen Kleriker oder einen anderen Beschäftigten im kirchlichen Dienst im Verantwortungsbereich des Erzbistums Paderborn erlebt haben, können einen Antrag auf Leistungen in Anerkennung ihres Leids stellen.

Betroffene können sich an eine der beiden unabhängigen Ansprechpersonen des Erzbistums Paderborn wenden.

An wen kann ich mich wenden?

Im Erzbistum Paderborn gibt es zwei unabhängige Kontaktpersonen, die sich gezielt Hinweisen auf Anhaltspunkte für den Verdacht eines sexuellen Missbrauchs widmen. Die Rechtsanwältin Gabriela Joepen und der Rechtsanwalt Prof. Dr. Martin Rehborn sind Ansprechpersonen für alle Fälle sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen und erwachsenen Schutzbefohlenen durch Kleriker, Ordensangehörige und andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im kirchlichen Dienst. Opfer sexuellen Missbrauchs oder deren Angehörige können sich jederzeit an diese Missbrauchsbeauftragten wenden, die von Erzbischof Hans-Josef Becker für diese Aufgabe ernannt worden sind.

Gabriela Joepen
Rathausplatz 12
33098 Paderborn
missbrauchsbeauftragte@joepenkoeneke.de
+49 (0)160 702 41 65
Prof. Dr. Martin Rehborn
Brüderweg 9
44135 Dortmund
missbrauchsbeauftragter@rehborn.com
+49 (0)170 844 50 99

Die Ansprechpersonen nehmen Kontakt auf, begleiten und unterstützen, die Betroffenen bei der Antragstellung. Die erforderlichen neuen Antragsformulare finden Sie hier:

Die Unabhängige Kommission weist die Zahlungen zur Anerkennung des Leids direkt an die Betroffenen an und verwaltet für jedes Bistum den Etat der Zahlungen. Im Erzbistum Paderborn werden die zugesprochenen Anerkennungsleistungen nicht aus Kirchensteuermitteln, sondern aus Mitteln des Erzbischöflichen Stuhls bestritten.

Betroffene, die bereits in der Vergangenheit Anerkennungsleistungen bezogen haben, können erneut einen Antrag stellen. Bereits erhaltene Leistungen werden dabei angerechnet. Für das erneute Antragsverfahren stehen ebenfalls die Ansprechpersonen zur Verfügung.

Für Folgeanträge stehen gesonderte Antragsformulare bereit.

FAQ Antragsstellung

Ab wann kann ein Antrag gestellt werden?

Die Unabhängige Kommission nimmt ihre Arbeit am 7. Januar 2021 auf.

Anträge können ab sofort über die neuen Antragsformulare gestellt werden (Downloads s.o.).

Wer kann einen Antrag stellen?

Personen, die als Minderjährige oder schutz- oder hilfebedürftige Erwachsene von einem Kleriker oder einem anderen Beschäftigten im kirchlichen Dienst im Verantwortungsbereich des Erzbistums Paderborn sexuell missbraucht wurden, können einen Antrag stellen.

Können Personen, die bereits Leistungen in Anerkennung des Leids erhalten haben, erneut einen Antrag stellen?

Ja, auch Personen, die bereits einen Antrag auf Anerkennung des Leids gestellt haben, können einen neuen Antrag stellen.

Bereits erhaltene Leistungen in Anerkennung des Leids werden angerechnet. Das gilt nicht für Leistungen, die im Zusammenhang mit der Erstattung von Kosten für Therapie und Paarberatung erbracht wurden.

Hierfür gibt es ein eigenes Antragsformular, um ein verkürztes Antragsverfahren zu durchlaufen (Download s.o.)

Müssen Personen, die bereits Leistungen in Anerkennung des Leids erhalten haben, das gesamte Antragsverfahren erneut durchlaufen?

Nein. Es werden lediglich die notwendigen Daten, wie Adressen, Kontoverbindungen aktualisiert. Der oder die Betroffene erhält jedoch die Möglichkeit, neue Erkenntnisse oder Hinweise zu ergänzen. In der Regel werden die neuen Anträge nicht mehr geprüft. Das Erzbistum behält sich jedoch das Recht vor, in Einzelfällen den Antrag erneut zu sichten.

Warum schreibt das Erzbistum Paderborn nicht alle an, die bisher einen Antrag gestellt haben?

Nicht alle Betroffene möchten direkt vom Erzbistum angeschrieben werden. Zudem wissen wir aus Gesprächen mit Betroffenen, dass nicht alle Angehörigen über die Missbrauchserlebnisse informiert sind. Bei einem allgemeinen Versand können wir nicht sicherstellen, dass nur der Betroffene die Post erhält.

An wen richte ich meinen Antrag?

An die oben genannten Ansprechpersonen.

Was ist die Aufgabe der Ansprechpersonen?

In allen Fällen, in denen Menschen sexuellen Missbrauch durch Kleriker oder Beschäftigte im kirchlichen Dienst im Verantwortungsbereich des Erzbistums Paderborn erfahren haben, entweder als Minderjährige und/oder als Schutzbefohlene, stehen ihnen die beiden Ansprechpersonen Prof. Dr. Martin Rehborn und Gabriele Joepen zur Verfügung. Sie unterstützen die Betroffenen in allen Fragen und helfen, die Interessen von Betroffenen zu vertreten.

Kann ich einen Antrag direkt an die Unabhängige Kommission stellen?

Eine direkte Einsendung des Antrags an die Unabhängige Kommission ist nicht möglich.

Die Tat ist verjährt. Kann ich trotzdem Leistungen erhalten?

Die Leistungen werden unabhängig von Verjährung erbracht. Auch wenn der Täter bereits verstorben ist, kann ein Antrag gestellt werden.

FAQ Leistungen

Wie werden die Leistungen finanziert?

Im Erzbistum Paderborn werden die zugesprochenen Anerkennungsleistungen nicht aus Kirchensteuermitteln sondern aus Mitteln des Erzbischöflichen Stuhls bestritten.

Wie hoch sind die materiellen Leistungen in Anerkennung des Leids?

Die Zahlungen orientieren sich an Urteilen zu Schmerzensgeldern staatlicher Gerichte in vergleichbaren Fällen.

In welchem Umfang werden Kosten für Psychotherapie erstattet?

Auf der Grundlage eines von einem approbierten Psychotherapeuten vorlegten Behandlungsplans können im Einzelfall Behandlungskosten von bis zu 50 Stunden übernommen werden.

In welchem Umfang werden Kosten für Paarberatung erstattet?

Auf der Grundlage des von einem Paarberater, der Psychologe oder Psychotherapeut sein muss, vorgelegten Behandlungsplans können im Einzelfall 25 Sitzungen für einen Stundensatz in Höhe von max. 125 Euro entsprechend der Gebührenordnung für Psychotherapeuten übernommen werden.

Können materielle Leistungen und die Übernahme von Therapieleistungen zusammen beantragt werden?

Ja. Eine materielle Zahlung in Anerkennung des Leids kann zusammen mit der Übernahme von Kosten für Therapie oder Paarberatung beantragt werden. Die Leistungen werden unabhängig voneinander erbracht, und es erfolgt keine Verrechnung. Die Entscheidung über die Gewährung von Therapieleistungen erfolgt durch das Erzbistum Paderborn.

Interventionsbeauftragte

Die Interventionsbeauftragte unterstützt die Arbeit der Ansprechpersonen aus dem Erzbischöflichen Generalvikariat heraus. Sie koordiniert federführend in einem angezeigten Missbrauchsfall alle notwendigen Maßnahmen.

Dr. Petra Lillmeier
Postfach 14 80
33044 Paderborn
E-Mail senden
+49 (0)5251 125 1701
mobil: 0151 52 566 867
Thomas Wendland
Thomas Wendland
Postfach 14 80
33044 Paderborn
E-Mail senden
+49 (0)5251 125 1625
mobil: 0171 863 1898

Neue Regelwerke und weiterführende Informationen

Zum 1. Januar 2020 sind die neue „Ordnung für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger und schutz- oder hilfebedürftiger Erwachsener durch Kleriker und sonstige Beschäftigte im kirchlichen Dienst“ und die „Rahmenordnung – Prävention gegen sexualisierte Gewalt an Minderjährigen und schutz- oder hilfebedürftigen Erwachsenen im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ in allen (Erz-)Diözesen in Kraft getreten. Beide Dokumente wurden vom Ständigen Rat der Deutschen Bischofskonferenz am 18. November 2019 beschlossen.

Die Regelungen der bisherigen „Leitlinien“ wurden überarbeitet und werden künftig als eine für alle (Erz-)Diözesen einheitliche „Ordnung“ Geltung haben. Besondere Berücksichtigung findet die Perspektive der Betroffenen sexuellen Missbrauchs – so ist unter anderem die Beteiligung Betroffener an Prozessen zum Umgang mit sexuellem Missbrauch ebenso ausdrücklich vorgesehen wie die Einbindung externer und unabhängiger Fachberatungsstellen.

Die beiden neuen Regelwerke stehen hier in der Beschlussfassung vom 18. November 2019 zum Download zur Verfügung:

Im Januar 2012 hat die Deutsche Bischofskonferenz eine Arbeitshilfe mit einer Vielzahl von Dokumenten zum Umgang mit sexuellem Missbrauch im kirchlichen Bereich herausgegeben. Diese liegt inzwischen in einer überarbeiteten und aktualisierten Fassung vor und steht hier zum Download bereit:

Auf der Seite der Deutschen Bischofskonferenz, vor allem auf der Themenseite “Sexueller Missbrauch” finden sich weitere Informationen für Betroffene und Angehörige, beispielsweise zu den “Leistungen in Anerkennung des zugefügten Leids”; dort stehen auch die aktuellen Antragsformulare zur Verfügung.

MHG-Studie

In einem Pressegespräch am 25. September 2018 wurden Informationen vorgestellt, die aus dem Erzbistum Paderborn in die MHG-Studie “Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz” eingeflossen sind.

Erzbischof Hans-Josef Becker hat sich im Hinblick auf die MHG-Studie in einem Brief an alle Priester, Diakone und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Pastoralen Dienst des Erzbistums Paderborn gewandt. Die Meldung und den Brief des Erzbischofs können Sie hier nachlesen:

In einem eigenen Brief hat sich der Paderborner Erzbischof an alle Gläubigen im Erzbistum Paderborn gewandt.

Die Deutsche Bischofkonferenz hat zudem die am häufigsten gestellten Fragen zur MHG-Studie zusammengestellt.

Unabhängiges Forschungsprojekt an der Universität Paderborn

Bereits im August 2019 hatte das Erzbistum Paderborn in einer Rahmenvereinbarung mit der Universität Paderborn ein unabhängiges Forschungsprojekt mit dem Ziel der Aufarbeitung von Fällen des sexuellen Missbrauchs auf den Weg gebracht. Unter dem Titel „Missbrauch im Erzbistum Paderborn – Eine kirchenhistorische Einordnung. Die Amtszeiten von Lorenz Jaeger und Joachim Degenhardt (1941-2002)“ soll die Studie Erkenntnisse zum Umfang des Missbrauchs, über die Gewalterfahrungen der Betroffenen und die daraus resultierenden Folgen für ihren weiteren Lebensweg sowie zu den Umgangsweisen der Verantwortlichen liefern.

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