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© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
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Ein Kraftort als Welterbestätte wie als Pfarrkirche

St. Stephanus und St. Vitus am Schloss Corvey besitzt nicht nur eine supermoderne Multimedia-Ausstattung, sondern sogar einen barocken „PowerPoint“-Altar mit Wechselbildern

Mit 140 Seelen ist St. Stephanus und St. Vitus in Corvey die kleinste unter den 16 Pfarrgemeinden im Pastoralverbund Corvey, der sich auch über das Stadtgebiet von Höxter erstreckt. Und doch stellt sich die Kleinstgemeinde einer großen Aufgabe. Dem Kirchenvorstand obliegt die Pflege des kirchlichen Teils des UNESCO-Welterbes mit dem offiziellen Titel „Das Karolingische Westwerk und die Civitas Corvey“. Der weltliche Teil der Welterbestätte befindet sich im Verantwortungsbereich der Herzöge von Ratibor und Fürsten von Corvey.

„Das Westwerk ist weithin sichtbar, während es sich bei der Civitas um ein Bodendenkmal handelt, das heißt um die Überreste der ursprünglichen karolingischen Klosteranlage, die Corvey viele Jahrhunderte prägte“, erklärt Dr. Hans-Bernd Krismanek, Leiter des Pastoralen Raums Corvey. Sein Titel Pfarrdechant weist ihn als Nachfolger der Obersten des Stiftskollegiums Corvey aus, die in ihrem Wappen sogar das Kardinalsrot führten. „Unsere gemeinsame Pflicht in Corvey ist es, beides zu erhalten: den baulich sichtbaren und den ideellen Teil des Welterbes“, sagt Pfarrdechant Krismanek.

Neu erlebbar wird Corvey seit 2024 durch eine beeindruckende multimediale Ausstellung. Augmented Reality lässt auf dem Tablet karolingische Wandmalereien wiedererstehen, eine Präsentation an der Multimediawand zwischen karolingischem Westwerk und barocker Abteikirche bietet in wenigen Minuten einen ebenso unterhaltsamen wie fundierten Schnelldurchlauf durch ein Jahrtausend Klostergeschichte. Dazu kommen, in Vitrinen gut aufgehoben, mittelalterliche Originalfunde aus Klosterkirche und Westwerk von internationalem Rang.

Ein Altar im Wandel der Zeiten

Es gibt aber nicht nur moderne digitale Präsentationstechnik in Corvey zu bestaunen, sondern auch einen Vorläufer aus der Barockzeit: Die Kirche hat einen sogenannten Wechselaltar. Anders als beim Klappaltar, bei dem die Bilder lediglich umgedreht werden, lassen sich hier die drei mal viereinhalb Meter großen Bilder im Zentrum des Altars komplett austauschen. Scherzhaft spricht Dr. Hans-Bernd Krismanek deshalb vom „PowerPoint“-Altar. Von den ursprünglich sechs Blättern mit Schlüsselszenen aus dem Kirchenjahr haben sich vier erhalten – und eines ist jüngst dazugekommen: Das ursprüngliche Osterbild war bei der Sprengung der Weserbrücke durch deutsche Soldaten am 7. April 1945 durch eine Druckwelle zerstört worden. Seit Ostern 2025 gibt es in Corvey ein neues, zeitgenössisches Ostermotiv, das der Künstler Thomas Jessen aus Eslohe geschaffen hat.

Das neue Bild ist für Pfarrdechant Krismanek wichtig, denn St. Stephanus und St. Vitus ist nicht „nur“ Welterbe, sondern obendrein eine beliebte und viel besuchte Kirche. „Das liegt natürlich daran, dass viele Menschen aus der Umgebung zum Gottesdienst zu diesem Kraftort kommen“, berichtet Krismanek. Auch im dreiköpfigen Priesterteam des Pastoralen Raums Corvey ist der Messdienst in der Abteikirche begehrt, wobei die Priester die Messen gerecht untereinander aufteilen. Jeder darf gleich oft zum Hochamt oder zu den musikalischen Vespergottesdiensten „antreten“, die in Corvey zwischen April und Oktober monatlich stattfinden. Darüber hinaus werden in der barocken Abteikirche St. Stephanus und St. Vitus Ehen geschlossen und Kinder der Kirchengemeinde getauft, nehmen Trauergemeinden Abschied von Verstorbenen – ganz so wie in jeder anderen Kirche.

St. Stephanus und St. Vitus am Schloss Corvey

Hier finden Sie weitere Informationen zu diesem Ort.

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