Rom (KNA) Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin hat das Abkommen zwischen dem Vatikan und China über das Zusammenwirken von Staat und Kirche bei Bischofsernennungen gewürdigt. Auch Papst Leo XIV. verfolge weiterhin den Kurs der 2018 geschlossenen geheimen Vereinbarungen, sagte die Nummer zwei ...
Rom (KNA) Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin hat das Abkommen zwischen dem Vatikan und China über das Zusammenwirken von Staat und Kirche bei Bischofsernennungen gewürdigt. Auch Papst Leo XIV. verfolge weiterhin den Kurs der 2018 geschlossenen geheimen Vereinbarungen, sagte die Nummer zwei des Vatikans am Donnerstag am Rande einer Tagung in Rom.
"Es gab keine Änderungen. Die Ernennungen der Bischöfe erfolgen gemäß den Bestimmungen des Abkommens, und dazu hat der Papst seine Zustimmung gegeben", so der Chefdiplomat des Papstes, der das Abkommen mit ausgehandelt hatte.
Parolin äußerte sich am Rande einer Tagung in der Päpstlichen Universität Urbaniana anlässlich der Ernennung der ersten sechs katholischen Bischöfe in China vor 100 Jahren. Dieses Ereignis würdigte er als historisch sehr bedeutsam für die Weltkirche.
Besonders hob der Kardinal hervor, dass zu der Tagung mehrere chinesische Bischöfe angereist sind. Darunter ist auch Pekings Erzbischof Joseph Li Shan, der zugleich Präsident der staatlich genehmigten Chinesischen katholischen Patriotischen Vereinigung ist. Vertreter religiöser Organisationen unterliegen in China besonderen Ausreisebestimmungen.
Mit Blick auf die Erfordernisse, die an Bischöfe gestellt werden, die sowohl vom Vatikan als auch von der chinesischen Führung anerkannt werden, sagte Parolin: "Es gilt, zwei Aspekte miteinander in Einklang zu bringen: einerseits das Chinesischsein mit all den damit verbundenen Besonderheiten - und andererseits die Gemeinschaft mit dem Papst und der Weltkirche."
Zu Äußerungen des vatikanischen Außenbeauftragten Erzbischof Paul Richard Gallagher, wonach das Abkommen "offensichtliche Schwächen" habe, erklärte Parolin: "Alle Abkommen sind unvollkommen, und das gilt daher auch für das Abkommen mit China - zumal es aufgrund der Komplexität der Situationen und der Bedingungen, unter denen wir handeln mussten und nach wie vor handeln, kein einfaches Abkommen war."
Dennoch sei der Weg offen. "Machen wir also weiter und versuchen, das zu vervollkommnen, was unvollkommen ist", sagte Parolin. Der 100. Jahrestag der ersten Bischofsernennungen für China sei ein Zeichen der Hoffnung.
Bei der Konferenz an der Urbaniana-Universität wurde ein Video-Grußwort von Leo XIV. eingespielt. Darin betonte der Papst, die Einheit jedes einzelnen Bischofs der katholischen Weltkirche mit dem Papst sei ein unverzichtbares Zeichen des Glaubens.