Wiesbaden (KNA) In Deutschland haben im Jahr 2025 rund 2,6 Millionen Menschen mit türkischer Einwanderungsgeschichte gelebt. Gut die Hälfte (56 Prozent) ist selbst eingewandert. Die übrigen 44 Prozent wurden in Deutschland geboren. An der Gesamtbevölkerung machten sie 3,2 Prozent aus. Das te ...
Wiesbaden (KNA) In Deutschland haben im Jahr 2025 rund 2,6 Millionen Menschen mit türkischer Einwanderungsgeschichte gelebt. Gut die Hälfte (56 Prozent) ist selbst eingewandert. Die übrigen 44 Prozent wurden in Deutschland geboren. An der Gesamtbevölkerung machten sie 3,2 Prozent aus. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag anlässlich des 65. Jahrestages des Anwerbeabkommens mit der Türkei am 30. Oktober 2026 mit.
Eine Einwanderungsgeschichte hat eine Person, die entweder selbst seit 1950 nach Deutschland eingewandert ist oder bei der dies auf beide Elternteile zutrifft.
Den Angaben zufolge waren unter den selbst Eingewanderten rund 125.000 Menschen, die von 1961 bis zum Anwerbestopp 1973 nach Deutschland gekommen waren; ihr Durchschnittsalter lag 2025 bei 78 Jahren. Knapp eine halbe Million Menschen (484.000) kam in den Folgejahren von 1974 bis 1989. Eher wenig Einwanderung aus der Türkei (54.000 Personen) wurde im Zeitraum 2008 bis 2013 verzeichnet.
Längst ist Arbeit nicht mehr das Hauptmotiv. Bei knapp zwei Dritteln (64 Prozent) der in der Türkei geborenen und nach Deutschland eingewanderten Menschen waren es familiäre Gründe wie Familiennachzug oder die Familiengründung. 15 Prozent nannten Erwerbstätigkeit als Hauptgrund, 10 Prozent Flucht, Asyl und internationalen Schutz. Nach Angaben der Statistiker spielten häufig mehrere Gründe eine Rolle.
Doch unabhängig der Gründe: Knapp zwei Drittel (61 Prozent) der 15- bis 64-Jährigen waren im Jahr 2025 erwerbstätig. Überproportional waren sie in Reinigungsberufen, in Textil- und Lederberufen und in Berufen im Metallbau vertreten; vergleichsweise gering aber in Berufen in Recht und Verwaltung, im Bereich Werbung und Marketing und bei Lehrenden und Ausbildenden. Insgesamt lag die Erwerbstätigenquote der 15- bis 64-jährigen Bevölkerung bei 77 Prozent.
2025 besaß knapp jeder Zweite (48 Prozent) mit türkischer Einwanderungsgeschichte die deutsche Staatsangehörigkeit. Bei den selbst aus der Türkei Eingewanderten war der Anteil mit 28 Prozent aber deutlich geringer als bei den in Deutschland geborenen Nachkommen. Dort hatten fast drei von vier Personen (74 Prozent) einen deutschen Pass.
Auch regional gab es große Unterschiede. Fast drei Viertel (73 Prozent) lebten in vier Bundesländern, am häufigsten mit 32 Prozent in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Baden-Württemberg (18 Prozent), Bayern (12 Prozent) und Hessen (10 Prozent).