München (KNA) Kleines Ding, großartige Bilder: Zur Sammlung des Deutschen Museums in München gehört seit Mittwoch eine 14 Gramm leichte Kamera, die spektakuläre Bilder liefert, wie das Haus mitteilte. Dabei handelt es sich um die Schiedsrichterkamera RefCAM (kurz für Referee Camera), die f ...
München (KNA) Kleines Ding, großartige Bilder: Zur Sammlung des Deutschen Museums in München gehört seit Mittwoch eine 14 Gramm leichte Kamera, die spektakuläre Bilder liefert, wie das Haus mitteilte. Dabei handelt es sich um die Schiedsrichterkamera RefCAM (kurz für Referee Camera), die für die Ausstellung "Foto und Film" übergeben wurde.
Laut Mitteilung ist das neue Exponat nicht nur eine technische Innovation, sondern war auch in einem historischen Moment dabei: beim Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA. Montiert am Kopf des slowenischen Schiedsrichters Slavko Vincic zeigte sie auch das entscheidende Tor von Ferran Torres für Spanien gegen Argentinien in der 106. Minute.
Die Kamera ist am Headset auf Augenhöhe des Schiedsrichters angebracht. Die HD-Bilder wirkten deshalb fast so, als sehe man das Spiel mit dessen Augen, hieß es. Auch werde der Ton übertragen. Man bekomme mit, was Vincic im WM-Finale Lionel Messi mit auf den Weg gegeben habe. Wenn der Schiedsrichter über den Platz laufe oder sich Spieler zur Brust nehme, sei die Perspektive so, als stünde man selbst auf dem Spielfeld.
Ursprünglich sollten die Bilder der Kamera Trainingszwecken für die Schiedsrichterausbildung dienen, hieß es. Inzwischen bekomme sie aber auch das Fernsehpublikum zu sehen. Die Videos zeigten anschaulich, wie dynamisch ein solches Spiel sei und wie schwer oftmals Entscheidungen für den Schiedsrichter sein könnten. Dank des Tons bekomme man zudem mit, dass der Unparteiische beizeiten auch eine Diplomatenrolle auf dem Rasen einnehme.
Bei der Konstruktion der RefCam sei die Anforderung gewesen, eine extrem leichte Kamera zu bauen, erläuterte Thomas Riedel, Chef der zuständigen Firma Riedel Communications. Der Schiedsrichter solle in keiner Weise behindert werden, dennoch seien Bilder in Sendequalität erwartet worden. Dass die Kamera nach ihren Einsätzen in den größten Stadien der Welt einen dauerhaften Platz im Deutschen Museum erhalte, sei für das gesamte Team eine besondere Ehre, so Riedel.
Riedel, der im April die Münchner Traditionsfirma Arri übernommen hat, entwickelte die Kamera den Angaben zufolge 2023 mit den Bundesliga-Schiedsrichtern Patrick Kessel und Nicolas Winter. Einen ersten Test habe es im Dezember 2023 im Drittliga-Spiel Arminia Bielefeld gegen den TSV 1860 München gegeben, im Februar 2024 sei dann das Bundesliga-Debüt gekommen. Die Kamera werde auch im Basketball und im Handball eingesetzt, hieß es. Sogar die Band Tote Hosen habe den Winzling bei Konzerten bereits genutzt.