Würzburg (KNA) Die Würzburger Wallfahrtskirche "Käppele" wird ab 20. September für zweieinhalb Jahre geschlossen. Bis Ende 2028 werden die Innenräume komplett renoviert. Am Donnerstag informierten die Verantwortlichen über die geplanten Maßnahmen. Dazu zählen auch die Einrichtung einer G ...
Würzburg (KNA) Die Würzburger Wallfahrtskirche "Käppele" wird ab 20. September für zweieinhalb Jahre geschlossen. Bis Ende 2028 werden die Innenräume komplett renoviert. Am Donnerstag informierten die Verantwortlichen über die geplanten Maßnahmen. Dazu zählen auch die Einrichtung einer Gaststätte mit Panoramaterrasse und ein barrierefreier Zugang. Die Gesamtkosten werden mit 5,8 Millionen Euro veranschlagt.
Vor allem Kerzenruß hat der Innenausstattung schwer zugesetzt. Durch die Renovierung soll die ursprüngliche heitere und helle Farbigkeit aus der barocken Entstehungszeit wiederhergestellt werden, hieß es. Anders als bei der bis dato letzten Sanierung im Jahr 1975 gebe es heute die dafür nötigen Techniken, etwa Laser. Damals sei es noch nicht möglich gewesen, dunkle Überzüge vergangener Restaurierungen zu entfernen. Das durch eine "künstliche Patina" erzeugte Erscheinungsbild werde der ursprünglichen künstlerischen Intention nicht gerecht.
Für die Sanierung der insgesamt zwei Kirchengebäude Neumannbau und Gnadenkapelle muss ihr Inneres nach Auskunft der Fachleute vollständig eingerüstet werden. Sämtliche Einbauten und Ausstattungsgegenstände wie Altäre und Skulpturen würden gereinigt und überarbeitet, außerdem Heizung und Elektroinstallation erneuert.
Größter Zuschussgeber ist den Angaben zufolge das Bistum Würzburg mit 1,5 Millionen Euro. Außerdem fließt Geld von Bund, Land und Kommunen sowie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Als Eigenanteil verbleiben gut 1,5 Millionen Euro bei der katholischen Kirchenstiftung Käppele, die ihrerseits auf Unterstützung angewiesen ist. Regelmäßig gingen aus ganz Deutschland viele Einzelspenden von Personen ein, die sich mit dem Ort seit Jahren verbunden fühlten.
Das Bistum plant außerdem die Wiederbelebung des von den Kapuzinern 2014 aufgegebenen Klosters. 2030 soll eine neue Ordensgemeinschaft mit drei Mitbrüdern aus Indien einziehen.
Das Gnadenbild vom "Käppele" wird während der Schließung in der Kirche Sankt Burkard untergebracht und kann dort verehrt werden. Das "Käppele" hoch über dem Main zählt zu den Wahrzeichen Würzburgs und ist der bekannteste Wallfahrtsort im Bistum. Seit dem 17. Jahrhundert pilgern die Gläubigen zur Schmerzensmutter auf den Nikolausberg.
In ihrer heutigen Form besteht die Anlage aus zwei Kirchen: einer barocken Wallfahrtskirche, umgestaltet nach den Plänen des Architekten Balthasar Neumann, und einer Kapelle. Neumanns Barockbau gilt als eine der schönsten Kirchen Frankens.