München/Berlin (KNA) Die Stadt Nürnberg erhält insgesamt 127,5 Millionen Euro, um das Zeppelinfeld und die Kongresshalle auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände zu erhalten und auch künftig nutzen zu können. Wie das bayerische Kultus- sowie das Kunstministerium und der Beauftragte der B ...
München/Berlin (KNA) Die Stadt Nürnberg erhält insgesamt 127,5 Millionen Euro, um das Zeppelinfeld und die Kongresshalle auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände zu erhalten und auch künftig nutzen zu können. Wie das bayerische Kultus- sowie das Kunstministerium und der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien am Freitag mitteilten, wurden dazu symbolische Förderbescheide an Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU) übergeben.
Ziel sei, den Zeugniswert der Bauten zu erhalten und an den historischen Orten über deren Entstehung und Nutzung in der NS-Zeit aufzuklären, heißt es. 90,6 Millionen Euro der Mittel kommen demnach aus dem Bundeskulturetat und werden im Rahmen des Förderverfahrens "KulturInvest" zur Verfügung gestellt. 37 Millionen Euro gebe der Freistaat Bayern dazu.
Die Kongresshalle, die in der NS-Zeit nicht fertiggestellt wurde, soll saniert werden und mit einem neuen inhaltlichen Konzept zu einem Gedenkort entwickelt werden, heißt es. Zudem seien dort sogenannte Ermöglichungsräume geplant, die auf über 7.000 Quadratmetern gemeinsam mit der neuen Spielstätte des Staatstheaters die Basis für die künstlerische Arbeit in der Kongresshalle schaffen sollen.
Ein anderer Teil des Geldes ist demnach dafür gedacht, das Zeppelinfeld und die Zeppelintribüne zu einem Lern- und Begegnungsort zu entwickeln. Die Tribüne einschließlich des "Goldenen Saals" im Inneren solle begehbar bleiben, im Mittelbau werde eine Ausstellung entstehen. Auch der benachbarte Bahnhof Dutzendteich soll laut Mitteilung bis 2030 als Ankunfts- und Informationsort erschlossen werden.
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) sagte laut Angaben, es brauche solche Orte, die Menschen zusammenbringen und Geschichte sichtbar machen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nannte das ehemalige Reichsparteitagsgelände einen wichtigen Ort gegen das Vergessen. Es stehe wie kaum ein anderer Ort im Land für die architektonisch inszenierte Macht des Nationalsozialismus.
Oberbürgermeister König dankte dem Bund und dem Freistaat für die Unterstützung. "Dort, wo Nationalsozialisten Macht demonstrieren wollten, schaffen wir heute auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände Räume für Freiheit, Bildung, Kunst und kritischen Dialog", sagte er. Der Mitteilung zufolge besuchen rund eine Million Interessierte jedes Jahr das Gelände.