Berlin (KNA) Sechs von zehn Gamerinnen und Gamern rechnen mit einer Revolution durch Künstliche Intelligenz (KI) im Gaming-Bereich. Das zeigt eine Umfrage des Digitalverbandes Bitkom im Vorfeld der Gamescom, die am kommenden Mittwoch in Köln startet. Im vergangenen Jahr hatten dieser Aussage 5 ...
Berlin (KNA) Sechs von zehn Gamerinnen und Gamern rechnen mit einer Revolution durch Künstliche Intelligenz (KI) im Gaming-Bereich. Das zeigt eine Umfrage des Digitalverbandes Bitkom im Vorfeld der Gamescom, die am kommenden Mittwoch in Köln startet. Im vergangenen Jahr hatten dieser Aussage 56 Prozent zugestimmt, nun sind es 61. Davon erwarten etwa zwei Drittel (65 Prozent) realistischere Spielwelten und Charakteren, gut die Hälfte (51 Prozent) individuellere Spielerfahrungen.
Neun Prozent geben an, schon selbst mithilfe von KI neue Spiele programmiert zu haben. Auch dies wird die Branche nach Worten von Bitkom-Geschäftsführer Bernhard Rohleder künftig prägen. Es sei eine schöne, kreative Möglichkeit, eigene Spiele mit anderen teilen zu können. Allerdings brauche es Aufklärung über die rechtlichen Rahmenbedingungen, die dabei zu beachten seien: Dies betreffe Datenschutz und Urheberrecht ebenso wie jugendgefährdende Inhalte.
15 Prozent der aktiven Gamerinnen und Gamer berichten in der Umfrage, bei Online-Spielen schon häufiger beleidigt worden zu sein. 81 Prozent stimmten der Aussage zu, dass Online- und Videospiele keine sicheren Räume für Kinder und Jugendliche seien; 85 Prozent fordern besseren Schutz für junge Menschen.
Rohleder verwies auf den Digital Services Act der Europäischen Union: Dieser müsse "wirklich Wirkung entfalten" und konsequent umgesetzt werden. Allerdings verpufften die besten Regeln, wenn Eltern ihren Kindern etwa Spiele freischalteten, die für deren Alter noch nicht geeignet seien.
47 Prozent aller Befragten gaben an, sich ein Leben ohne Video- und Computerspiele nicht vorstellen zu können. Diese hohe Zahl bezeichnete Rohleder als überraschend. Eher traurig sei zudem die Aussage von rund einem Fünftel der Befragten (21 Prozent), dass sie nur in Spielen ihr wahres Ich zeigten. 40 Prozent bezeichneten Games als Flucht aus der Realität. In solchen Fällen sei künftig mit einer weiteren Verschmelzung von analoger und digitaler Welt zu rechnen.
Im Schnitt zocken Gamerinnen und Gamer hierzulande demnach 2,3 Stunden täglich. Eine Mehrheit von 36 Prozent gibt die Spielzeit pro Tag mit einer bis zwei Stunden an. Zehn Prozent spielen nach eigenen Angaben mehr als fünf Stunden täglich; das entspricht etwa vier Millionen Menschen. Die Gesamtzahl derjenigen, die regelmäßig gamen, sei stabil, entwickle sich aber nicht mehr so dynamisch wie vor 2020 und während der Corona-Zeit.
Am beliebtesten sind demnach sogenannte Casual Games, die man zwischendurch spielen kann: 73 Prozent widmen sich ihnen zumindest gelegentlich. Am stärksten gewachsen sei der Zuspruch zu Fantasy- und Rollenspielen. Auch Lern- und Fitness-Apps spielen eine Rolle: 47 Prozent nutzen Konsole und Co. zur Bewegung, 28 Prozent Lernspiele. Dies sei erfreulich, sagte Rohleder: Es sei sinnvoll, diese Möglichkeiten in der Bildung zu nutzen.