Hamburg (KNA) Vier von zehn Menschen in Deutschland haben laut Umfrage mehr Vertrauen in Social-Media-Posts als in klassische Nachrichten. Das geht aus dem "Social-Media-Atlas 2026" hervor, für den rund 3.600 Internetnutzer ab 16 Jahren befragt worden sind. Der Wert von 43 Prozent bedeutet 6 Pr ...
Hamburg (KNA) Vier von zehn Menschen in Deutschland haben laut Umfrage mehr Vertrauen in Social-Media-Posts als in klassische Nachrichten. Das geht aus dem "Social-Media-Atlas 2026" hervor, für den rund 3.600 Internetnutzer ab 16 Jahren befragt worden sind. Der Wert von 43 Prozent bedeutet 6 Prozentpunkte Zuwachs zum Vorjahr.
"Bei Internetnutzerinnen und -nutzern zwischen 20 und 49 Jahren liegt der Anteil sogar bei mehr als der Hälfte", teilte die Beratungsgesellschaft PER Agency in Hamburg mit, die die Studie zusammen mit dem IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung vom Marktforschungsunternehmen Toluna repräsentativ erstellen ließ. Der Branchendienst "Horizont" berichtete zuerst über die Umfragewerte.
"Dabei verlassen sich zwei Drittel der Befragten vor allem auf Posts, die sie von privaten Kontakten erhalten." Das Vertrauen in die Zusendungen von Freunden, Bekannten und Verwandten auf Social-Media-Plattformen unterliege allerdings Schwankungen. Nachdem es 2023 deutlich zurückgegangen war, sei es in diesem Jahr wieder leicht gestiegen, erläutern die Studienverfasser.
"35 Prozent der Befragten folgen im Schnitt häufig privaten Empfehlungen – das sind 5 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr", so die Mitteilung. Für private Empfehlungen sind in der "Generation Z" (16 bis 29 Jahre) sogar 47 Prozent der Internetnutzerinnen und -nutzer empfänglich, in der "Generation Y" (30 bis 45 Jahre) sind es 46 Prozent, während der Anteil mit zunehmendem Alter deutlich sinkt.
"Das Ergebnis, dass im Schnitt vier von zehn Menschen Social-Media-Posts glaubwürdiger finden als redaktionelle Nachrichten, ist aus demokratiepolitischer Sicht alarmierend", betonte Social-Media-Experte und PER-Chef Roland Heintze. "Klassische Medien durchlaufen Sorgfaltspflichten und Redaktionsprozesse, die Nachrichten auf Social Media nicht bieten, insbesondere, wenn privat gepostet wird. Das schwindende Vertrauen in Redaktionen führt zu einer Verschiebung, wer die öffentliche Meinungsbildung prägt."
Die Reichweite der Social-Media-Plattformen vergrößere den Effekt, so PER. "84 Prozent der Internetnutzerinnen und -nutzer sind in sozialen Medien aktiv. Zum Vergleich: Zu Beginn der Messung im Jahr 2011 waren es noch 64 Prozent." Die Spitzenplätze im Ranking der meistgenutzten Plattformen sind im Vergleich zum Vorjahr unverändert: Whatsapp (77 Prozent), Youtube (74 Prozent), Facebook (64 Prozent), Instagram (60 Prozent) und Tiktok (47 Prozent) bilden wie schon 2025 die Top 5.
57 Prozent der Befragten hatten bereits auf Facebook das Gefühl, dass in Nachrichten die Wahrheit verdreht wird oder die Information nicht stimmt. Auf Tiktok sind es 51 Prozent, auf Instagram 45 Prozent.