Hamburg/Köln (KNA) Bewegung muss Freude machen: Das betont der Sportpsychologe Jens Kleinert. Hierzulande werde Sport oft von außen diktiert; eigene Überzeugung dazu bringen nach seinen Worten zu wenige Menschen auf. Wer Bewegung nur als anstrengend erlebt, werde nicht dabei bleiben, sagt der ...
Hamburg/Köln (KNA) Bewegung muss Freude machen: Das betont der Sportpsychologe Jens Kleinert. Hierzulande werde Sport oft von außen diktiert; eigene Überzeugung dazu bringen nach seinen Worten zu wenige Menschen auf. Wer Bewegung nur als anstrengend erlebt, werde nicht dabei bleiben, sagt der Experte von der Kölner Sporthochschule der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Es gelte daher, eine Sportart zu finden, die einem selbst wirklich liegt und gefällt.
Das betrifft laut Kleinert auch den Kauf von Sportgeräten fürs eigene Zuhause: "Bevor ich etwas kaufe, ist die entscheidende Frage, ob ich selbst dahinterstehe. Oder geht es nur um einen Trend, von dem ich in Instagram-Posts oder Podcasts erfahren habe?" Am besten lasse sich dies im Austausch mit anderen Menschen klären.
Laut einer neuen Umfrage treiben 43 Prozent der Menschen in Deutschland keinen Sport. 16 Prozent der Befragten, die selbst kein Sportgerät besitzen, sagen in der YouGov-Befragung für den Online-Händler Galaxus, die der KNA vorliegt, lieber draußen Sport, 12 Prozent gehen lieber ins Fitnessstudio.
22 Prozent derjenigen ohne eigenes Gerät räumen ein, sie würden es ohnehin nicht nutzen. Ein gutes Drittel der Befragten hierzulande gibt dagegen an, eine Yogamatte zu besitzen (35 Prozent). Darauf folgen Gewichte (31 Prozent), Fitnessbänder (23 Prozent), Faszienrolle (20 Prozent), Springseil (16 Prozent), Gymnastikball (14 Prozent), Hometrainer oder Laufband (je 13 Prozent). Die Hälfte (50 Prozent) nutzt ihr Sportgerät nach eigenen Angaben "mindestens wöchentlich".
Laut Angaben befragte das Marktforschungsinstitut YouGov zwischen dem 31. August und 8. September insgesamt 2.609 Personen, davon 522 in Deutschland. Die Ergebnisse sind demnach repräsentativ.
Die Idee, sich beim Fernsehen auf dem Laufband zu quälen, trage eher selten, sagt Kleinert. Sinnvoller sei es, zunächst in einem Kurs oder Studio auszuprobieren, was einem Spaß macht. Menschen wollten sich kompetent fühlen: Man brauche also eine Sportart, in der man sich weiterentwickelt. "Das müssen nicht wahnsinnige Gewichte oder Zeiten sein. Es geht um das Gefühl, etwas gut zu können."
Ein zweites Grundbedürfnis, das auch für sportliche Aktivität eine Rolle spielt, sei die Beziehung zu anderen Menschen. Ob Gruppenkurs oder feste Verabredungen mit Partner oder Partnerin: Beides könne die Motivation erhöhen, so Kleinert. Zudem wehrten sich Menschen aufgrund ihres Autonomie-Bedürfnisses meist gegen Vorgeschriebenes. Insofern seien gesellschaftliche Zwänge die Blockade, die mehr Bewegung entscheidend im Weg stehe.
Das Thema betreffe auch junge Menschen, aber letztlich alle Generationen, warnt der Experte. Je genauer man eine Aktivität plane, desto wahrscheinlicher sei es, dass man sie auch tatsächlich durchführe: Für den Sport folge daraus, sich am besten einen konkreten Tag mit Uhrzeit auszugucken, Equipment und ein Startsignal vorzubereiten, etwa "immer nach Feierabend".