Kiew (KNA) Der päpstliche Sondergesandte Kardinal Matteo Zuppi hat in Kiew an den Feiern zum "Tag der ukrainischen Staatlichkeit" teilgenommen. Unter anderem mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen legte Zuppi am Mittwoch an der ...
Kiew (KNA) Der päpstliche Sondergesandte Kardinal Matteo Zuppi hat in Kiew an den Feiern zum "Tag der ukrainischen Staatlichkeit" teilgenommen. Unter anderem mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen legte Zuppi am Mittwoch an der "Wand der Erinnerung" Blumen für die im russischen Angriffskrieg gefallenen ukrainischen Soldaten nieder. Selenskyj dankte dem italienischen Kardinal, dass er an der Seite der Ukraine stehe.
Zuppi ist Vorsitzender der Italienischen Bischofskonferenz und Sondergesandter des Papstes im russisch-ukrainischen Krieg. Bei einer Zeremonie mit ranghohen ukrainischen Geistlichen in der Nähe des orthodoxen Michaelsklosters betete er für einen gerechten Frieden: "Mögen die Gefangenen nach Hause zurückkehren, mögen die Kinder ihre Familien wieder in die Arme schließen, mögen die Vermissten gefunden werden und möge jeder die Möglichkeit haben, am Leichnam seines gefallenen Angehörigen zu trauern." Der Kardinal bat Gott um den Mut und die Weisheit, zu Friedensstiftern zu werden.
Die Ukraine begeht am 15. Juli den "Tag der ukrainischen Staatlichkeit". Sie feiert zugleich den Jahrestag der "Taufe der Kiewer Rus" von 988, eines Großreichs, aus dem später die Ukraine hervorging. Aber auch Russland leitet seinen historischen Ursprung von der Kiewer Rus ab. Auf die Christianisierung unter dem damaligen Kiewer Herrscher Wolodymyr nahm Zuppi Bezug, als er für die Präsidenten der Ukraine und Russlands betete: "Möge der heilige Wolodymyr den Verstand und die Herzen der beiden Staatsoberhäupter erleuchten und Wege der Gerechtigkeit und des Friedens eröffnen."
Der Kardinal war am Montag in die Ukraine gekommen. In Lwiw im Westen des Landes besuchte er inhaftierte Soldaten der russischen Streitkräfte, darunter auch Söldner aus Afrika und Lateinamerika. Dabei drückte Zuppi dem Portal Vatican News zufolge die Hoffnung aus, dass die Kriegsgefangenen bald nach Hause zurückkehren könnten. Es ist der zweite Besuch des Papstgesandten in der Ukraine. 2023 war es auch zu einer Unterredung mit Selenskyj gekommen.
Zuppi und der Vatikanbotschafter in der Ukraine, Erzbischof Visvaldas Kulbokas, vermittelten mehrfach Gefangenenaustausche zwischen Kiew und Moskau. Die humanitäre Spezialmission in dem Krieg hatte noch Papst Franziskus dem Kardinal 2023 anvertraut, und Papst Leo XIV. bestätigte sie nach dem Pontifikatswechsel.
Der "Tag der ukrainischen Staatlichkeit" ist seit 2022 ein nationaler Feiertag. Wegen einer Kalenderreform der Orthodoxen Kirche der Ukraine wird er seit 2024 am 15. Juli und nicht mehr am 28. Juli begangen.