Hamburg (KNA) Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Kirsten Fehrs, sieht zwischen dem Reformationstag und Halloween am 31. Oktober keinen Widerspruch. Wenn Kinder unterschiedlicher Herkunft und Religion verkleidet von Tür zu Tür zögen und nach Süßigkeiten fragten, sch ...
Hamburg (KNA) Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Kirsten Fehrs, sieht zwischen dem Reformationstag und Halloween am 31. Oktober keinen Widerspruch. Wenn Kinder unterschiedlicher Herkunft und Religion verkleidet von Tür zu Tür zögen und nach Süßigkeiten fragten, schaffe das Gelegenheit zur Begegnung, sagte die Hamburger Bischöfin am Freitagabend in der "NDR Talk Show".
Man könne mit Freude annehmen, dass junge Menschen Spaß daran hätten. "Wir haben viel zu wenig Begegnungsräume, und Halloween versucht, das auf seine Weise aufzunehmen", so Fehrs.
Die Bischöfin wies zugleich auf den Zusammenhang zwischen Halloween und dem christlichen Fest Allerheiligen am 1. November hin. Der Name leite sich von "All Hallows' Eve", also der englischen Bezeichnung für den Vorabend von Allerheiligen, ab. Nach Darstellung von Fehrs greift Halloween zudem ältere Bräuche auf, bei denen Ängste vor dem Tod und vor einer möglichen Wiederkehr Verstorbener vertrieben werden sollten.
Eine Grenze sieht die Bischöfin dort, wo aus spielerischem Gruseln wirkliche Angst wird. Angst stehe dem Gedanken der Reformation entgegen. Diese habe der Angst die Freiheit des Menschen entgegengesetzt. "Die Freiheit des Menschen und die innere Gewissensfreiheit ist die größte Kraft gegen die Angst", sagte Fehrs.
Der Reformationstag am 31. Oktober erinnert an den Beginn der Reformation durch Martin Luther im Jahr 1517. Fehrs sagte, der Feiertag solle nicht allein Luther oder die evangelische Kirche in den Mittelpunkt stellen. Er sei auch eine Gelegenheit, darüber nachzudenken, was in der heutigen Gesellschaft reformiert werden müsse.