Jerusalem (KNA) Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger nimmt eine stärker werdende Zerrissenheit im Heiligen Land wahr. "In dieser Situation ist es umso wichtiger, Solidarität mit den Menschen vor Ort zu zeigen", sagte Burger zum Abschluss seines Heiliglandbesuchs der Katholischen Nachrichte ...
Jerusalem (KNA) Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger nimmt eine stärker werdende Zerrissenheit im Heiligen Land wahr. "In dieser Situation ist es umso wichtiger, Solidarität mit den Menschen vor Ort zu zeigen", sagte Burger zum Abschluss seines Heiliglandbesuchs der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Jerusalem. Zum Frieden miteinander gebe es keine Alternative, betonte der 64-Jährige. "Wir können noch so große Mauern hochziehen, wir können noch so viel Abschottung betreiben, aber alle Ausgrenzungen werden nicht weiterführen."
Es sei wichtig, die Menschen zu ermutigen, die sich für Frieden einsetzen, gerade weil sie aktuell noch keine große Durchschlagskraft hätten. Mit den Parlamentswahlen seien klare Hoffnungen verbunden gewesen, so Burger. "19 Sitze für arabisch-israelische Parteien sind eine starke Botschaft, auch die Demonstrationen für eine arabisch-jüdische Regierung." Ob diese Signale Gehör fänden, sei jedoch eine andere Frage.
Das gesellschaftliche Miteinander im Heiligen Land sei von grundlegendem Misstrauen geprägt. "Gegen dieses Misstrauen gilt es, ein Vertrauen aufzubauen", sagte der Erzbischof. Nur so könne es Fortschritt geben. Daher sei es wichtig, dass die Kirche vor Ort jene Menschen unterstütze, die sich für Frieden einsetzten, gerade weil sie aktuell noch keine große Durchschlagskraft hätten. Doch dazu brauche es Vertrauen, das nur durch regelmäßige Besuche wachse.
Burger ermutigte daher Christinnen und Christen, für Pilgerreisen in das Land zu kommen. "Das Land und die Leute haben es verdient, dass man kommt." Es stecke in einer "riesigen Zerreißprobe", könne aber das Land sein, "von dem ein Frieden ausgehen könnte, der weltweit die Basis für das Miteinander bilden würde".
Burger, der auch Schirmherr der Kinderhilfe Bethlehem ist, war in der vergangenen Woche zu Besuch im Heiligen Land, unter anderem, um an der Eröffnung der Tageschirurgie im Caritas Baby Hospital in Bethlehem teilzunehmen. Den Bau finanzierte die Kinderhilfe mit Spenden aus Deutschland, Italien, Österreich, den Palästinensischen Gebieten und der Schweiz.