München (KNA) ARD-Moderatorin Caren Miosga wünscht sich mehr Anerkennung und Unterstützung für Menschen, die ihre Angehörigen pflegen. "Ohne sie würde unser Pflegesystem überhaupt nicht funktionieren", sagte sie der "Süddeutschen Zeitung": "Viele fühlen sich nicht gesehen, von der Polit ...
München (KNA) ARD-Moderatorin Caren Miosga wünscht sich mehr Anerkennung und Unterstützung für Menschen, die ihre Angehörigen pflegen. "Ohne sie würde unser Pflegesystem überhaupt nicht funktionieren", sagte sie der "Süddeutschen Zeitung": "Viele fühlen sich nicht gesehen, von der Politik, aber auch von uns als Gesellschaft."
Am Montag um 20.15 Uhr läuft in der ARD die Doku "Und wer fragt nach mir? Pflegende Angehörige am Rande der Erschöpfung", für die Miosga solche Menschen besucht und begleitet hat. Dass ihre eigene Mutter selbst gepflegt werden muss, sei auch eine Motivation für den Film gewesen.
"Es wurde ein persönliches Thema, als klar wurde, dass meine Mutter immer mehr Hilfe benötigt", berichtete die TV-Moderatorin: "Mein Vater kann noch für sie sorgen. Aber für meine Geschwister und mich stellt sich die Frage, wie gehen wir mit der Situation um, wenn sie beide mehr Hilfe brauchen? Können sie in dem Haus bleiben, das sie gebaut haben, oder wäre es einfacher, in eine kleinere Wohnung zu ziehen? Das sind Fragen, die sehr viele Angehörige beschäftigen."
Aber auch politisch begleite sie das Thema Pflege schon lange, fügte sie hinzu. Die Zahl der Pflegebedürftigen steige seit Jahren und werde auch künftig weiter wachsen: "Und weil so viele dieser Menschen zu Hause versorgt werden, spielen pflegende Angehörige eine zentrale Rolle."
Das Filmteam habe sich bei jedem Dreh gefragt, ob man auch die vielen intimen Momente in der Pflege zeigen dürfe, doch "alle Betroffenen und ihre Familien haben uns versichert: Es sei wichtig zu zeigen, was Pflege im Alltag wirklich bedeutet."
Sehr beeindruckt habe sie die Offenheit der Gesprächspartnerinnen, so Miosga weiter. Dabei seien auch die negativen Seiten der Pflege nicht ausgeblendet worden: "Da kann enormer Frust entstehen, auch Wut. Darüber wird normalerweise nicht gesprochen. Angelina Kusterer, eine unserer Protagonistinnen im Film, hat genau das getan und offen über ihre Verzweiflung gesprochen. Das hat mich sehr beeindruckt."
6,4 Millionen Menschen sind in Deutschland pflegebedürftig; 5,5 Millionen von ihnen werden privat von ihren Familien versorgt. Bis zu zehn Millionen Menschen pflegen in Deutschland ihre Angehörigen zu Hause.
Der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) sagte Miosga, ihr Film sei "insbesondere für die Menschen gemacht, die pflegen - damit sie das Gefühl haben: Endlich hat jemand auch einmal nach mir gefragt". Zugleich sollle die Reportage dazu anregen, sich rechtzeitig Gedanken über eine mögliche eigene Pflegebedürftigkeit zu machen.