Marbach (KNA) Die Schriftstellerin Helga Schubert wird die Schillerrede 2026 halten. Sie verstehe es als nüchterne Chronistin des ostdeutschen Alltags, auf einzigartige Weise vom Widerstand und der Sehnsucht nach Freiheit zu erzählen, teilte das Deutsche Literaturarchiv (DLA) am Mittwoch in M ...
Marbach (KNA) Die Schriftstellerin Helga Schubert wird die Schillerrede 2026 halten. Sie verstehe es als nüchterne Chronistin des ostdeutschen Alltags, auf einzigartige Weise vom Widerstand und der Sehnsucht nach Freiheit zu erzählen, teilte das Deutsche Literaturarchiv (DLA) am Mittwoch in Marbach mit.
Die Veranstaltung findet am 8. November in Marbach statt. Mit der Schillerrede wird jährlich an den am 10. November 1759 in Marbach am Neckar geborenen Dichter Friedrich Schiller erinnert. Mit ihrer wechselvollen Biografie habe Schubert - wie Schiller - politisch und literarisch viel zu sagen, so Archivdirektorin Sandra Richter bei der Vorstellung des Jahresprogramms.
Die 1940 in Berlin geborene Schubert wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Heinrich-Mann-Preis 1986, dem Hans-Fallada-Preis 1993 und dem Ingeborg-Bachmann-Preis 2020. 1998/1999 bereitete sie als Pressesprecherin des Zentralen Runden Tischs in Ostberlin die ersten freien Wahlen vor.
Als Schillerrednerin folgt Helga Schubert auf die Soziologin Eva Illouz, die 2025 die Rede hielt. Weitere Redner waren der Literaturnobelpreisträger Abdulrazak Gurnah, der russisch-schweizerische Schriftsteller und Putin-Kritiker Michail Schischkin, der Schriftsteller Daniel Kehlmann, der Virologe Christian Drosten, die Autorin Anne Weber, der Grünen-Politiker Cem Özdemir sowie der frühere Bundespräsident Richard von Weizsäcker und Ex-Bundestagspräsident Norbert Lammert.
Zu den Neuerwerbungen des Literaturarchivs bei den Handschriften zählt der Nachlass des Kultautors und Popliteraten Rolf Dieter Brinkmann (1940-1975) mit Manuskripten, Briefen und Skizzenbüchern, zudem der zweite Teil des Nachlasses von Tankred Dorst (1925-2017) und seiner Frau Ursula Ehler.
Außerdem seien viele einzelne Handschriften sowie weitere Nach- und Vorlässe erworben worden, wie etwa der des 1930 geborenen Philosophen Kurt Flasch.
Die Leiterin der Bibliothek beim DLA, Natalie Maag, vermeldete die Übernahme von Nachlassbibliotheken der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB). Darunter seien die Bibliothek der Unterhaltungsautorin Hedwig Courths-Mahler (1867-1950) und die von Franz Fühmann (1922−1984). Diese gehört laut Maag zu den bedeutendsten Autoren- und Intellektuellenbibliotheken der DDR und umfasst 390 laufende Meter. Hinzu kämen zahlreiche Einzelerwerbungen wie Georg Büchners Dissertation von 1836 über das Nervensystem der Barbe.
Für März 2027 ist zum 100. Geburtstag von Martin Walser (1927-2023), dem Chronisten der bundesdeutschen Geschichte, eine Jubiläumsschau geplant, wie die Leiterin der Museen, Vera Hildenbrandt, ankündigte.
Bereits im Sommer 2026 erinnert eine kleine Ausstellung an Gerlind Reinshagen (1926-2019) aus Anlass ihres 100. Geburtstags. Die vom im vergangenen Jahr gestorbenen Regisseur Claus Peymann als "Jeanne d'Arc des Dramas" bezeichnete Literatin war die erste deutsche Theaterautorin nach dem Zweiten Weltkrieg.