Weinheim (KNA) Die Hausarbeit einfach ChatGPT schreiben lassen? Nach Worten eines Arbeitspsychologen funktioniert das nicht. "Studierende sind oft überfordert und unsicher im Umgang mit den Ergebnissen der KI", sagte Markus Langer der Zeitschrift "Psychologie Heute" (April-Ausgabe). Sie hätten ...
Weinheim (KNA) Die Hausarbeit einfach ChatGPT schreiben lassen? Nach Worten eines Arbeitspsychologen funktioniert das nicht. "Studierende sind oft überfordert und unsicher im Umgang mit den Ergebnissen der KI", sagte Markus Langer der Zeitschrift "Psychologie Heute" (April-Ausgabe). Sie hätten große Schwierigkeiten, zwischen guten und schlechten Resultaten zu unterscheiden. Hilfreich seien Systeme der Künstlichen Intelligenz (KI) vor allem bei Aufgaben, die jemand selbst schon gut beherrsche.
Viele Menschen schilderten ein Unbehagen, "wenn sie Entscheidungen von KI-Systemen folgen oder diese bei ihrer Arbeit einsetzen", fügte Langer hinzu. Zugleich neigten Personen, die den eigenen Fähigkeiten misstrauten, eher dazu, den Systemen zu glauben. "Gezielt und überlegt angewendet, ist KI jedoch ein wertvolles Hilfsmittel." Wer die Technologien nicht als Ersatz für eigenes Denken nutze und ihre Ergebnisse kritisch prüfe, "der ist auf einem guten Weg".
So arbeiteten Kreative mit KI produktiver und effizienter, sagte der Forscher. Zwar trügen die Tools "zu einem Einheitsbrei" bei. "Künstlerinnen und Künstler hingegen, die neue Ideen haben und gezielt auswählen, welche Ergebnisse für sie wichtig sind, profitieren am meisten von diesen Tools und können etwas wirklich Neues schaffen." Darauf komme es an, denn: "Auch in Zukunft werden uns nur die tatsächlich besonderen Inhalte wirklich begeistern."
Er finde es "schon bedrohlich", dass inzwischen alle Inhalte letztlich KI-generiert sein könnten, sagte Langer. "Eigentlich muss ich bei jedem Bild, das ich sehe, bei jedem Text, den ich lese, noch einmal nachforschen: Wer steckt dahinter?" Dies fördere einerseits ein Misstrauen in der Gesellschaft, trainiere aber auch das genaue Hinsehen. "Prüfen, das musste man früher auch. Da hieß es: Traue nicht jeder Quelle einfach so, sondern bilde dir eine Meinung aus verschiedenen Quellen."
Aus seiner Sicht betreffe diese Wachsamkeit vor allem Informationen, deren Prüfung neben Fähigkeiten auch Zeit erfordere. Wenn jemand etwa einen Liebesbrief mit KI verfasst habe, sei diese vielleicht eine Inspiration gewesen oder hilfreich dabei, die eigenen Gefühle auszudrücken. "Es ist ein Balanceakt", sagte Langer: "Während das System uns entlastet und beschleunigt, müssen wir darauf achten, dass wir uns nicht blind auf es verlassen."