Bonn (KNA) Momentan ist es zwar nicht so heiß wie Ende Juni mit Rekordtemperaturen um 40 Grad - das Wetter in Deutschland zeigt sich dennoch hochsommerlich. Seen und Schwimmbäder bieten willkommene Abkühlung, können aber auch lebensgefährlich sein, wenn Regeln nicht eingehalten werden. So e ...
Bonn (KNA) Momentan ist es zwar nicht so heiß wie Ende Juni mit Rekordtemperaturen um 40 Grad - das Wetter in Deutschland zeigt sich dennoch hochsommerlich. Seen und Schwimmbäder bieten willkommene Abkühlung, können aber auch lebensgefährlich sein, wenn Regeln nicht eingehalten werden. So ertranken hierzulande im Juni mindestens 99 Menschen - so viele wie seit 23 Jahren nicht mehr, wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Sonntag mitteilte.
Angesichts der anhaltenden Hitze und des Beginns der Sommerferien in mehreren Bundesländern ruft die DLRG dazu auf, Gefahren nicht zu unterschätzen. Dazu gehörten der Temperaturunterschied etwa beim Sprung ins Wasser und Strömungen. "Hinzu kommen fehlendes Schwimmvermögen, Selbstüberschätzung, Sprünge in zu flache und trübe Gewässer sowie medizinische Notfälle", so die DLRG.
Die Lebensretter appellieren an die Badenden, nur an bewachten Stellen ins Wasser zu gehen und nie überhitzt ins Wasser zu springen beziehungsweise sich vorher abzukühlen. Schwimmen unter Alkohol- oder Drogeneinfluss sollte nicht sein. Menschen sollten zudem die eigene Leistungsgrenze realistisch einschätzen. Kinder müssen nach DLRG-Angaben immer beaufsichtigt werden. Wer badet, sollte zudem umsichtig sein und auf andere Menschen achten.
Zum Sparen etwa bei privaten Pools ruft der Deutsche Landkreistag angesichts zunehmender Wasserknappheit als Folge der Erderwärmung auf. "Wir haben es mit stärkeren Hitze- und Trockenphasen in unterschiedlichen Regionen zu tun. Das wird auch dazu führen, dass private Komfort-Verbräuche wie Pools hinterfragt werden müssen", sagte der Präsident des Deutschen Landkreistages, Achim Brötel, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Dazu werde es Empfehlungen der Wasserversorger geben.
In den eigenen vier Wänden setzen derweil mehr Menschen auf eine Klimaanlage: In Deutschland hat einer Umfrage zufolge mittlerweile knapp ein Viertel der Haushalte (23,4 Prozent) ein solches Gerät. Vor einem Jahr waren es 17,9 Prozent, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf die Umfrage im Auftrag des Vergleichsportals Verivox berichten.
Ein Plus gab es demnach auch bei den Kaufabsichten: Knapp jeder vierte Haushalt (24,9 Prozent) plane die Anschaffung einer Klimaanlage, hieß es. Im Juli vergangenen Jahres habe der Anteil mit 13,8 Prozent noch fast halb so hoch gelegen. Für 51,7 Prozent der Haushalte komme allerdings ein Kauf weiterhin nicht infrage.
Die Umfrage ist den Angaben zufolge repräsentativ. Dafür befragte das Marktforschungsinstitut Innofact im Juli im Auftrag von Verivox 1.000 Menschen zwischen 18 und 69 Jahren.
Auch Tiere sind von Hitze betroffen. Der Moraltheologe Michael Rosenberger fordert daher ein grundsätzliches Umdenken beim Thema Tiertransporte. "Leider sind die Tiertransporte oft jenseits allen Respekts und treten die Gesetze mit Füßen." Eine Mischung aus seltenen Kontrollen und ökonomischem Druck verleite zur Achtlosigkeit.