Berlin (KNA) Mehrere Naturschutzverbände loben Deutschlands Rolle bei der Stärkung des internationalen Umweltschutzes. Sie äußerten sich am Samstag mit Blick auf die Ergebnisse der UN-Weltnaturkonferenz im armenischen Eriwan vorsichtig optimistisch. Die Naturschutzorganisation WWF sieht laut ...
Berlin (KNA) Mehrere Naturschutzverbände loben Deutschlands Rolle bei der Stärkung des internationalen Umweltschutzes. Sie äußerten sich am Samstag mit Blick auf die Ergebnisse der UN-Weltnaturkonferenz im armenischen Eriwan vorsichtig optimistisch.
Die Naturschutzorganisation WWF sieht laut Worten von Vorständin Heike Vesper in den Ergebnissen der Konferenz "insgesamt mehr Süßes als Saures". Als wichtigstes Ergebnis sei zu begrüßen, dass sich die Staaten auf einen Aktionsplan geeinigt hätten, um die Umsetzung der selbstgesetzten Ziele bis 2030 zu beschleunigen.
Insgesamt fehle noch sehr viel Geld, etwa bei der Biodiversitätsfinanzierung, aber man gehe immerhin kleine Schritte, so Vesper. "Enttäuschend ist, dass die meisten Fragen der gerechten globalen Verteilung von Profiten, die mit der Nutzung genetischer Ressourcen in der Industrie gemacht werden, ungeklärt bleiben."
Greenpeace sieht hingegen noch massive Lücken bei der Umsetzung von gesetzten Zielen. Auch daher sei die Bundesregierung in der Pflicht, "die Ziele des Weltnaturabkommens dringend mit mehr Einsatz umzusetzen", erklärte Jannes Stoppel, Greenpeace-Experte für internationale Klima- und Biodiversitätspolitik. Dazu zähle ein wirksamer Schutz von 30 Prozent der Meere, Küsten, Gewässer- und Landflächen, der Abbau umweltschädlicher Subventionen und ein ambitionierter Wiederherstellungsplan.
Jörg-Andreas Krüger, Präsident des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu), kritisierte: "Die Weltgemeinschaft ist noch weit davon entfernt, die Ziele des Weltnaturabkommens zu erreichen und die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen zu stoppen." Angriffe auf die Rolle von Zivilgesellschaft und Wissenschaft seien ebenso besorgniserregend wie die Tatsache, dass manche Staaten weitere Rückschritte in Kauf nähmen. Mut mache hingegen, dass Deutschland sich mit Nachdruck für den globalen Naturschutz eingesetzt habe.
Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) betonte: "Wir können es uns nicht leisten, mit unseren Lebensgrundlagen achtlos umzugehen". Weiter sagte er: "Deutschland und viele weitere Partner weltweit stehen fest an der Seite der Natur."
Die Verhandlungen in Eriwan seien teils zäh, aber jede Mühe wert gewesen, so der Minister. Am Ende stehe eine "ehrliche Bestandsaufnahme". Es stünden mehr Gebiete unter Schutz und zerstörte Natur könne sich erholen. Zugleich gebe es noch viel zu tun.
Die europäischen Staaten hätten "geschlossen und stark für die Natur verhandelt". Deutschland bleibe größter Geber beim internationalen Naturschutz. "Wir werden unser Engagement für den Ausbau von Schutzgebieten an Land und auf See fortsetzen."
In Eriwan haben sich die teilnehmenden Länder auf mehr Geld für den weltweiten Naturschutz geeinigt. Eine Möglichkeit zur besseren Unterstützung von Entwicklungsländern und kleinen Inselstaaten soll bis zur nächsten Weltnaturkonferenz erarbeitet werden.
Indigene Völker sollen zukünftig noch besser an den Prozessen beteiligt werden. Dazu wurden die Aufgaben eines bereits geschaffenen Nebenorgans nun konkretisiert. Erstmals wurden die mit dem Globalen Biodiversitätsrahmen gesetzten Ziele überprüft mit dem Ergebnis, dass für eine erfolgreiche Umsetzung bis 2030 mehr Tempo notwendig ist.