Vatikanstadt (KNA) Papst Leo XIV. hat einen Missbrauch von Nahrungsmitteln als Spekulationsobjekte verurteilt. "In einer Zeit, die von einem beispiellosen technologischen Fortschritt geprägt ist, ist es in der Tat unerträglich, dass Brot als Privileg und Wasser als umstrittene Handelsware gelt ...
Vatikanstadt (KNA) Papst Leo XIV. hat einen Missbrauch von Nahrungsmitteln als Spekulationsobjekte verurteilt. "In einer Zeit, die von einem beispiellosen technologischen Fortschritt geprägt ist, ist es in der Tat unerträglich, dass Brot als Privileg und Wasser als umstrittene Handelsware gelten", so der Papst in einer am Freitag veröffentlichten Botschaft zum Welternährungstag.
Er erinnerte die einzelnen Staaten wie auch die internationale Gemeinschaft an ihre Pflicht, das Grundrecht auf Ernährungssicherheit für alle Menschen zu gewährleisten. Hunger sei in erster Linie auf einen Mangel an politischem Willen und Solidarität zurückzuführen, kritisierte der Papst. "Doch während Innovationen die Produktion beschleunigen, wird die Verteilung vernachlässigt."
Brot dürfe weder als Instrument für geopolitischen Druck noch als volatiles Finanzgut dienen. "Es darf zudem niemals als Kriegswaffe eingesetzt werden. Denn Menschen den Zugang zu Brot zu verwehren oder die Produktionsmittel zu zerstören, stellt einen schwerwiegenden Verstoß gegen die Menschenwürde dar", betonte der Papst.
Die FAO, die Welternährungs- und Landwirtschaftsorganisation und ihre Mitgliedstaaten, ermutigte er, "sich nicht mit abstrakten Analysen oder Erklärungen von begrenzter Wirksamkeit zufriedenzugeben", so der Papst, der die FAO mit Sitz in Rom vor genau einem Jahr besucht hatte. "Es ist an der Zeit, moralischen Mut zu beweisen."
Er forderte eine neue globale Ernährungsordnung, in der technologische Innovation bedingungslos der Achtung der von Gott geschenkten Menschenwürde und dem universellen Gemeinwohl untergeordnet ist. "Zudem besteht die dringende ethische Notwendigkeit, Ressourcen, die in die Rüstungsindustrie fließen, in die nachhaltige Agrarforschung und die Wiederherstellung degradierter Böden umzulenken", so Leo XIV. in seiner Botschaft.
Der Text datiert auf Montag, 12. Oktober. Seit Dienstag befindet sich der Papst wegen einer Krebs-OP in der römischen Gemelli-Klinik.