Berlin (KNA) Augen auf - Handy aus. Dazu ermutigt Blogger und Autor Johannes Klaus seine Mitmenschen, die sich auf Reisen begeben. Natürlich sei ein Smartphone gerade in der Fremde, etwa für Flüge, Bahn-, Bus- oder Fährverbindungen, räumte der Gründer des Reisebuchverlags "Reisedepeschen" ...
Berlin (KNA) Augen auf - Handy aus. Dazu ermutigt Blogger und Autor Johannes Klaus seine Mitmenschen, die sich auf Reisen begeben. Natürlich sei ein Smartphone gerade in der Fremde, etwa für Flüge, Bahn-, Bus- oder Fährverbindungen, räumte der Gründer des Reisebuchverlags "Reisedepeschen" im Gespräch mit der "Welt am Sonntag ein".
Zugleich verführe das Handy zu Bequemlichkeit, so Klaus. "Man hat sofort Bewertungen für alles vor Augen. Man hat Fotos vom Hotelzimmer, vom Buffet am Morgen, genaue Bewertungen von Restaurants, Cafés und dem Strand vor Ort." Dadurch neigten alle dazu, das Gleiche zu machen. "Was verloren geht, ist die Möglichkeit, überrascht zu werden. Sich die innere Offenheit für das zu bewahren, was ein Ort alles bieten kann. Der eigene Blick, die Lust, etwas zu entdecken, was eventuell noch nicht bewertet ist. Oder falsch bewertet."
Rund um den Globus sähen gewisse Läden und Cafés immer gleich aus, weil erfolgversprechende Rezepte schnell kopiert würden, fügte der Autor hinzu. "Das ist nicht unbedingt immer schlecht, es sind ja auch schöne Dinge dabei." Aber solche durchgestylten Trend-Locations stünden der Einzigartigkeit eines Ortes im Weg.
Als Vorteil eines zumindest teilweisen Verzichts auf das Smartphone im Urlaub bezeichnete der Reisebuch-Verleger den Umstand, "dass man sich nicht ablenken und auch keine Kopfhörer aufsetzen kann, um sich von der Welt abzuschirmen." Klaus' Beobachtung: "Je weniger Möglichkeiten zum Abschirmen es gibt, desto mehr bekommt man von den Menschen um einen herum mit."
Grundsätzlich verurteilen wolle er das Smartphone auf Reisen natürlich nicht, betonte Klaus. Aber man könne es durchaus auch einmal ohne versuchen. In dem Fall könne es beispielsweise hilfreich sein, sich die wichtigsten Informationen auszudrucken: Karten, Fahrpläne, die Hoteladresse. "Wenn man die Schrift des Landes nicht lesen kann, dann ist das sowieso wichtig - für Taxifahrer etwa."
Außerdem rate er immer, "einen heute vergessenen und unterschätzten Ort aufzusuchen: das Tourismusbüro", so der Blogger. "Es gibt diese Büros aber immer noch überall auf der Welt. Man kann sich dort beraten lassen, die Leute kennen sich aus in ihrem kleinen Bereich. Und dann empfehle ich noch den guten alten Reiseführer. Es muss auch gar nicht der neueste sein, oft sind die alten sogar besser. Bei einem Reiseführer kommt es weniger darauf an, dass man jetzt die besten Cafés oder Hotels findet, als darauf, dass er mir ein Gefühl für den Ort vermittelt."