„Gelobt und angebetet sei ohne End’ Jesus Christus im Allerheiligsten Altarssakrament.“
Am Anfang der Geschichte von Fronleichnam steht eine Frau: Juliana von Lüttich (um 1193-1258). Die Augustinerchorfrau hat über Jahre hinweg Visionen. In ihnen erscheint ihr der Vollmond, der an seinem Rand einen dunklen Fleck aufweist. Das wird ihr dahingehend gedeutet, dass der Mond das Kirchenjahr mit seinem Festkalender repräsentiere – und der Fleck ein bisher fehlendes Fest für die Eucharistie. In Lüttich werden Julianas Visionen so populär, dass der Bischof 1246 ein Sakramentsfest einführt. Der aus Lüttich stammende Papst Urban IV. schreibt das Fest dann 1264 für die ganze Kirche vor.
Leib Christi sehen
Seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts finden an Fronleichnam Prozessionen statt. Vorbild dafür sind die in der Volksfrömmigkeit sehr wichtigen Flurumgänge – Bittprozessionen, bei denen der Leib Christi durch die Straßen und über die Felder getragen wird. An vier extra dafür aufgebauten Altären spendet der Priester den sakramentalen Segen in alle vier Himmelsrichtungen.
Bei den ersten Prozessionen – frühe Beispiele finden sich etwa in St. Gereon in Köln und in St. Godehard in Hildesheim – transportiert man den Leib Christi in einem kleinen Gefäß, der Pyxis. Mit der Zeit wird es für die Gläubigen aber immer wichtiger, den Leib Christi wirklich zu sehen. Weshalb kostbare Schaugefäße, die Monstranzen (von lateinisch „monstrare“, „zeigen“), aufkommen. Bis heute setzt man sie an Fronleichnam ein.