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Synodaler Weg

Die Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz 2019 in Lingen stand ganz unter dem Eindruck der MHG-Studie, die das Ausmaß sexuellen Missbrauchs im Bereich der katholischen Kirche deutlich gemacht hatte. Unter dem Eindruck der Ergebnisse beschlossen die deutschen Bischöfe einen „synodalen Weg”, der am 1. Advent 2019 eröffnet wurde. Gemeinsam mit allen Gläubigen wollen die Bischöfe Reformen anstoßen. Ziel ist es, einen Aufbruch im Licht des Evangeliums zu wagen und Antworten auf drängende Fragen der Kirche zu finden. Die Themen lauten: Machtmissbrauch, Sexualmoral, Zölibat und die Rolle der Frau.

„Am Ende muss es Ergebnisse geben“

Rund 80 Interessierte aus dem Erzbistum Paderborn trafen sich am 2. März 2021 beim digitalen „Freiraum #10: Synodaler Weg und Bistumsentwicklung“ online zum Austausch. Der Freiraum ist Teil einer Reihe von virtuellen Veranstaltungen, die seit dem Diözesantag im November 2020 die Bistumsentwicklung im Erzbistum Paderborn begleiten. Neben Monsignore Dr. Michael Bredeck als Ansprechperson im Erzbistum für das Synodalbüro waren die beiden Delegierten des Synodalen Weges, Nadine Mersch und Jan Hilkenbach Impulsgeber im Live-Stream. Sie vermittelten im digitalen Freiraum ein Bild von der Arbeit und den Themen des Dialogprozesses und nahmen Impulse der Teilnehmenden für die weiteren Beratungen mit.

An der digitalen Tagung „Gestaltwandel des Priesterlichen“ nahmen 260 Teilnehmende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz teil. Das Bild zeigt die Referentinnen und Referenten sowie die Moderatoren des ersten Panels (v.l.): Pater Martin Werlen OSB, Monsignore Dr. Michael Bredeck, Prof.’in Dr. Margareta Gruber OSF, Prof.‘in Dr. Julia Knop, Prälat Prof. DDr. Tomáš Halík, Detlef Herbers und Prälat Dr. Peter Klasvogt. Screenshot: Michael Bodin / Erzbistum Paderborn
An der digitalen Tagung „Gestaltwandel des Priesterlichen“ nahmen 260 Teilnehmende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz teil. Das Bild zeigt die Referentinnen und Referenten sowie die Moderatoren des ersten Panels (v.l.): Pater Martin Werlen OSB, Monsignore Dr. Michael Bredeck, Prof.’in Dr. Margareta Gruber OSF, Prof.‘in Dr. Julia Knop, Prälat Prof. DDr. Tomáš Halík, Detlef Herbers und Prälat Dr. Peter Klasvogt. Screenshot: Michael Bodin / Erzbistum Paderborn
An der digitalen Tagung „Gestaltwandel des Priesterlichen“ nahmen 260 Teilnehmende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz teil. Das Bild zeigt die Referentinnen und Referenten sowie die Moderatoren des ersten Panels (v.l.): Pater Martin Werlen OSB, Monsignore Dr. Michael Bredeck, Prof.’in Dr. Margareta Gruber OSF, Prof.‘in Dr. Julia Knop, Prälat Prof. DDr. Tomáš Halík, Detlef Herbers und Prälat Dr. Peter Klasvogt. Screenshot: Michael Bodin / Erzbistum Paderborn

Online-Tagung "Gestaltwandel des Priesterlichen"

Am 11. und 12. Februar 2021 fand eine Online-Tagung zum Thema „Gestaltwandel des Priesterlichen. Verortung des Leitungsdienstes in einer sich wandelnden Kirche”“ statt. Die Veranstaltung begleitete den Synodalen Weg der katholischen Kirche in Deutschland und griff ein zentrales Thema auf: Der  gegenwärtigen Gestaltwandel der Kirche verlangt – unter dem Eindruck eines wachsenden Relevanz- und Akzeptanzverlusts – auch nach einer Neukonfiguration des Priesterlichen. Aus dem Erzbistum Paderborn waren die Katholische Akademie Schwerte und die Kommende Dortmund an der internationalen Tagung beteiligt.

Rückblick von Erzbischof Hans-Josef Becker auf die Online-Tagung des Synodalen Weges

Am 4. und 5. Februar 2021 fand mit einer Online-Konferenz eine weitere Etappe auf dem Synodalen Weg statt. Im Mittelpunkt des ersten Tages stand die Debatte um den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche. Schwerpunkt des zweiten Konferenztages bildeten Berichte und Aussprachen zur Arbeit in den vier Synodalforen. Erzbischof Hans-Josef Becker war einer der knapp 400 Teilnehmenden. In einem Interview blickt er zurück.

Im Dom wird weiter für den Synodalen Weg gebetet

Der Synodale Weg der katholischen Kirche in Deutschland geht digital weiter. Ebenso wird im Paderborner Dom weiter für den Dialogprozess gebetet: Ein neues Fürbitt-Buch lädt dazu ein, den Synodalen Weg weiter geistlich zu begleiten und Anliegen und Bitten niederzuschreiben. Das Buch wird nach dem Abbau der Domkrippe vorerst im Hasenkamp ausliegen, begleitet von der brennenden Synodalkerze und einem Aufsteller.

Die junge Generation beim Synodalen Weg

YOUPAX, das junge Glaubensportal im Erzbistum Paderborn, hat jene drei Teilnehmenden am Synodalen Weg vorgestellt, die der jüngeren Generation angehören: Lukas Färber, Finja Miriam Weber und Janosch Roggel. Hier geht es zu den Beiträgen.

Lukas Färber

Der gebürtige Sauerländer Lukas Färber ist in verschiedenen Jugendverbänden engagiert. „Ich finde es unglaublich wichtig, ohne Vorbehalte und Scheu an Menschen heranzutreten, mit ihnen zu sprechen und sie anzunehmen”, sagt er. „Da ist Jesus ein Vorbild, dies auch heute zu versuchen.“

Foto: BDKJ

Janosch Roggel, 24 Jahre aus Dortmund, hat bei der ersten Vollversammlung des Synodalen Weges eine viel beachtete Rede gehalten. Darüber, dass er Opfer von sexualisierter Gewalt innerhalb der Kirche geworden ist. Darüber, dass er transsexuell ist. Darüber, dass er als einer von vielen Betroffenen da ist, mitten in der Kirche, vor allen Augen. „Ich sehe es als meine Verantwortung“, sagt Janosch Roggel im Gespräch, „die Chance, die wir mit dem Synodalen Weg bekommen, zu nutzen.“

Synodale aus dem Gebiet des Erzbistums Paderborn bei der Synodalversammlung

Folgende Personen aus dem Erzbistum Paderborn sind stimmberechtigte Mitglieder bei Synodalversammlungen:

  • Erzbischof Hans-Josef Becker sowie die Weihbischöfe Matthias König, Hubert Berenbrinker und Dr. Dominicus Meier OSB als Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz
  • Nadine Mersch, Jan Hilkenbach, Michaela Labudda und Kolping-Bundespräses Josef Holtkotte als durch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken nominierte Mitglieder
  • Pfarrer Ludger Hojenski (Dortmund) als Vertreter des Paderborner Priesterrates
  • Marie-Simone Scholz (Gütersloh) für den Bundesverband der Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten
  • Finja Weber, Lukas Färber und Janosch Roggel – aus verschiedenen Jugendverbänden, vom ZdK besetzt als Mitglieder unter 30 Jahren
  • Dr. Katharina Westerhorstmann (Expertin) – Einzelbenannte der DBK
  • Professorin Dr. Agnes Wuckelt (Expertin, Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands) und Professor Dr. Matthias Sellmann (Experte) – Einzelbenannte vom ZdK

Diözesane Ansprechperson für das Synodalbüro: Msgr. Dr. Michael Bredeck
Kontakt: bistumsentwicklung@erzbistum-paderborn.de

Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB
Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB

Höre und neige deines Herzens Ohr

“Kirche ist mehr als ein Verein”, schreibt Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB in einem Blogbeitrag auf dem Wir-Portal des Erzbistums Paderborn. Darin blickt er als Ordenschrist auf den Synodalen Weg und die bevorstehende Synodalversammlung. In der benediktinische Ordensregel findet er zwei Handlungsmaximen für das Miteinander der Synodalen: „Höre“ und „Neige das Ohr deines Herzens“.

Erzbischof Hans-Josef Becker

Im Pontifikalamt am Vorabend des ersten Advent eröffnete Erzbischof Becker durch das Anzünden der Synodalkerze den "Synodalen Weg" auch für das Erzbistum Paderborn.

Nadine Mersch

Zusammenhalten statt Auseinanderfallen

Nadine Mersch, Leiterin der Stabstelle Sozialpolitik und Öffentlichkeitsarbeit des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF), hat bei der Vorbereitung des Synodalen Weges mitgearbeitet und war eines von 15 Mitgliedern im Forum „Sexualmoral”. Über Ihre Erfahrungen haben wir mit ihr bereits im September gesprochen.

Michaela Labudda