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© Elina Li / Shutterstock.com
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Jakob und das Ringen mit Gott: Einer von 50 Wegen nach Ostern

50 Tage sind es von Ostern bis Pfingsten. Erst dann endet die Osterzeit. Die Zahl der Tage greift das Buch „50 Wege nach Ostern“ unseres jungen Glaubensportals YOUPAX auf. Wie Ostern leben? Wir stellen Jakob vor.

Nach Ostern ist vor Ostern. Wir feiern das Osterfest nicht nur einmal, sondern jedes Jahr neu. Bald, am 14. Mai 2026, ist Christi Himmelfahrt, danach nähert sich mit Pfingsten am 4. Juni das Ende der Osterzeit. Und dann? Ein Jahr bis zum nächsten Osterfest. Jedes Jahr entdecken wir vielleicht ein klein wenig mehr, was Ostern für uns bedeutet.

50 Wege nach Ostern

Im Buch 50 Wege nach Ostern stellen wir 50 Personen vor, deren eigener Weg im Glauben geschildert wird, 25 aus dem Alten und 25 aus dem Neuen Testament. Männer und Frauen. Mit Jakob möchten wir heute einen dieser Menschen in den Fokus rücken und auf unsere Publikation hinweisen, die kostenlos in unserem Shop bestellt werden kann.

Warum nicht jeden Tag auf dem Weg hin zu Pfingsten eine der Geschichten lesen und einen Impuls bekommen? Einen Weg zu finden, um bei Gott zu sein und so glücklich zu werden, das kann Ostern uns mitgeben. „Wir glauben, dass Jesus Christus uns durch seine Auferstehung diesen Weg vorausgegangen ist. Österlich leben meint, auf dem Weg zu Gott zu sein. Es ist ein Weg nach Ostern“, schreibt dazu das Redaktionsteam des Wegbegleiters.

Nehmen wir Jakob, als Figur aus der Urgeschichte des Volkes Israel. Beruf: Nomade. Lebensmotto – frei nach seiner Geschichte formuliert: „Trau dir zu, etwas zu erkämpfen!“

Wichtige Bibelstellen: Gen 25–37, 42–50 (Quelle: Gen 32,23–29, Dt. Einheitsübersetzung)

RINGEN und AUSHALTEN

Hier Jakobs Geschichte nach Gen 32, 23-29, Dt. Einheitsübersetzung: „In derselben Nacht stand Jakob auf, nahm seine beiden Frauen, seine beiden Mägde sowie seine elf Kinder und durchschritt die Furt des Jabbok. Er nahm sie und ließ sie den Fluss überqueren. […] Als er allein zurückgeblieben war, rang mit ihm ein Mann, bis die Morgenröte aufstieg. Als der Mann sah, dass er ihn nicht besiegen konnte, berührte er sein Hüftgelenk. Jakobs Hüftgelenk renkte sich aus, als er mit ihm rang. Er sagte: Lass mich los; denn die Morgenröte ist aufgestiegen. Er entgegnete: Ich lasse dich nicht los, wenn du mich nicht segnest. Er fragte ihn: Wie ist dein Name? Jakob, antwortete er. Er sagte: Nicht mehr Jakob wird man dich nennen, sondern Israel – Gottesstreiter –; denn mit Gott und Menschen hast du gestritten und gesiegt.“

EIN GEBET FÜR DICH

Jesus, in meinem Leben und Glauben mache ich immer wieder Erfahrungen, die ich nicht verstehe.
Mit denen ich zu kämpfen habe.
Lass mich genau dann dranbleiben und den Mut nicht verlieren.
Ich möchte zuversichtlich sein, dass es sich lohnt, zu ringen – für mich und für dich.

Eine bizarre Geschichte

Was uns seine Geschichte zeigen kann? Jakob kämpft. Mit einem fremden Mann. Mit Gott. Irgendwie auch mit sich selbst. Die Erzählung von Jakobs nächtlichem Kampf hat etwas Bizarres. Aber sie eröffnet auch etwas Wichtiges für den Glauben. Bevor es zu dieser Szene kommt, hat Jakob schon andere Streitigkeiten ausgefochten. Vor allem gegen seinen Bruder Esau. Und Jakob hat nicht immer mit fairen Mitteln gekämpft. Jahrelang haben sich die Brüder nicht gesehen.

Geschweige denn mal ausgesprochen. Jetzt scheint der Moment zu kommen, in dem sie sich direkt begegnen. Doch bevor es so weit ist, wird Jakob von jemand anderem herausgefordert. Es ist Nacht. Alle, die mit Jakob ziehen, haben den Fluss Jabbok überquert, nur Jakob selbst steht noch auf der anderen Seite. Plötzlich wird er in der Dunkelheit von einem Mann angegriffen, der ihn niederringen will. Die ganze Nacht über ringen die beiden miteinander. Am Ende zeigt sich: Es ist Gott selbst. Jakob hat mit Gott gerungen.

Aber was heißt das? Schon seit über 2000 Jahren haben sich Menschen diese Frage gestellt. Sie haben immer wieder versucht, diese Erzählung zu deuten – vor allem auch für ihren eigenen Glauben. Dabei sind ganz unterschiedliche Interpretationen entstanden.

Gott selbst ringt manchmal mit dir. Diese Begegnung kann herausfordernd sein, aber zugleich zum Segen für dich werden.“

Hartnäckig bleiben wie Jakob

Das zentrale Bild dieser Erzählung ist Jakob als Mensch, der ringen muss – mit seinem Glauben, mit Gott und auch mit seiner eigenen Geschichte, seinen eigenen Schattenseiten. Genau damit ist Jakob auch uns heute ganz nah: Er kann für so viele Menschen stehen, die Gott in ihrem Leben Raum geben wollen. Dabei werden sie immer wieder mit der Erfahrung konfrontiert, dass sich die Unwägbarkeiten des eigenen Lebens nicht immer in Einklang bringen lassen mit den Vorstellungen von Gott. Insofern gehört zum Glauben bildlich gesprochen das Ringen dazu.

In der Erzählung von Jakob scheint es nicht Gottes Absicht zu sein, Jakob zu besiegen. Vielmehr soll Jakobs Ringen seine Beziehung zu Gott vertiefen. Am Ende nennt Jakob seinen Namen und Gott segnet ihn. Österlich leben – was mag das heißen im Lichte dieser geheimnisvollen Erzählung? Auch nach der Auferstehung Jesu, an der wir durch unsere Taufe Anteil haben, gibt es Momente des Ringens: Wir ringen mit den Dingen, die wir nicht verstehen oder nicht für richtig und sinnvoll halten. Wir ringen mit manchen Dingen in und an uns selbst. Vielleicht ringen wir auch mit Gott.

Österlich leben meint: Wir nehmen dieses Ringen an, bleiben hartnäckig wie Jakob und können all dies in der Gewissheit tun, dass am Ende der Segen steht. Das Licht. Gott selbst.

EIN IMPULS FÜR DEN ALLTAG

Mach dir eine Liste mit zwei Spalten: Auf die linke Seite schreibst du drei gute Dinge, die du dir schon errungen hast und für die du dankbar bist. Auf die rechte Seite schreibst du drei Dinge, die du dir noch erkämpfen möchtest.

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