Ein Künstlerkollektiv mit textilem Schwerpunkt
Pfarrer Michael Schmitt, Leiter des Pastoralen Raums Meschede Bestwig, hatte bereits verschiedenen Installationen der Gruppe in anderen Kirchen gesehen und kannte Klinke aus seiner Gemeinde. „Ich dachte, so eine Kunstinstallation sei doch schön, wenn wir die Patronin unserer Pfarrkirche, die heilige Walburga, feiern. Also habe ich Frau Klinke darauf angesprochen“, berichtet Pfarrer Schmitt. Sie hat zugesagt und zusammen mit der Gruppe eine Installation für die Kirche entworfen.
Der ganze Chorraum wird mit Strömen aus goldenen Fäden verziert. „Diese Fäden symbolisieren für uns Lichtstrahlen, die von unten in den Himmel streben“, so Klinke. Die Strahlen entspringen in zwölf großen Bodengefäßen, die Hostienschalen und Kelchen nachempfunden sind. „Eine Schale ist ein Objekt, das gleichzeitig sammelt und wiederausgibt“, sagt Klinke. „Sie markiert einen Platz, ohne etwas zu verschließen.“ Die goldenen Ströme lenken dabei den Blick auf das Zentrum: den Reliquienschrein der heiligen Walburga. „Wir bringen die heilige Walburga zum Strahlen“, sagt Klinke.
Goldene Fäden im Chorraum
Aber was strahlt sie aus? Pfarrer Michael Schmitt muss nicht lange überlegen, um diese Frage zu beantworten: „Sie ist eine Frau des Aufbruchs, eine Frau des Gebets und eine Frau, die bereits im achten Jahrhundert eine kirchliche Leitungsposition innehatte.“ Als Nichte des heiligen Bonifatius folgte die angelsächsische Benediktinerin ihren beiden Brüdern nach Germanien, wo Willibald das Bistum Eichstätt und Wunibald das Kloster Heidenheim gegründet hatte. Nach Wunibalds Tod übernahm Walburga die Klosterleitung und baute es zu einem wichtigen Missionszentrum und Doppelkloster aus. Sie war also gleichzeitig Äbtissin eines Männer- und eines Frauenklosters – und wurde damit zu einer der bedeutendsten Frauen ihrer Zeit.
Bekannt war sie auch für ihre Frömmigkeit. Einer Legende nach betete sie auf der stürmischen Überfahrt von England nach Deutschland, sodass der Sturm abflachte und die Reisenden ihr Ziel sicher erreichten. Was sie tat, tat sie immer aus voller Überzeugung und mit Zuversicht, sagt Pfarrer Schmitt. „Das kann uns heute ein Vorbild sein.“