Ein Sofa, ein Sessel, davor ein kleiner Tisch mit Fernseher. Eine Gruppe Jugendlicher sitzt auf engem Raum beisammen und spielt ein Gesellschaftsspiel. Das Wohnzimmer der “Jugendgruppe 2” ist eigentlich ein Flur. Ein Durchgang, umfunktioniert zum Treffpunkt. Es wirkt wie ein Provisorium – weil es eins ist.
Dennoch wird hier auf engem Raum gequatscht, gespielt, manchmal gestritten, oft auch versöhnt. Viel Platz gibt es nicht, aber dafür Nähe. Im Dachstuhl eines alten Gebäudes vom beginnenden 20. Jahrhundert leben sechs Jugendliche, im gesamten Haus in der Erfurter Regierungsstraße gibt es 24 Plätze für Kinder und Jugendliche. Sie alle verbindet eins: Ihr Zuhause war kein Ort, wo sie bleiben konnten oder wollten. Das Caritas Kinder- und Jugendhaus St. Vinzenz in Erfurt ist für sie mehr als eine Bleibe auf Zeit, sondern ein neues Zuhause, wie auch für Kevin.