Zum Tag der Archive lag die Bulle ebenso aus wie Literatur zum Thema. Es ging um die Integration polnischer Neubürger und Dokumente belegten die Not der Vertriebenen, die persönlich an den Bischof schrieben.
Mit der Bulle „De salute animarum. Über das Heil der Seelen“ ordnete Papst Pius VII. die katholische Kirchenstruktur im Königreich Preußen neu. Ziel war es, staatliche und kirchliche Grenzen in Einklang zu bringen. Für das heutige Erzbistum Paderborn bedeutete das eine grundlegende Neuvermessung kirchlicher Heimat.
Aus vormals eigenständigen Territorien entstand ein neues, großes Bistum. Sauerland, Siegerland, Teile des Ruhrgebiets, das ehemalige Bistum Corvey, die Mindener Pfarreien sowie Rietberg und Wiedenbrück und die in der Reformation untergegangenen Bistümer Halberstadt, Magdeburg, Merseburg, Naumburg-Zeitz und Teilgebiete von Brandenburg, Havelberg und Meißen wurden Paderborn zugeordnet. Bis heute prägen diese Grenzziehungen die kirchliche Landschaft. Doch was auf dem Papier eindeutig wirkt, war für die Menschen vor Ort oft eine Herausforderung. Die Kirchenhistorikerin Yvonne Püttmann, die beim Tag der Archive am Ort der Recherchen zu ihrer Masterarbeit zu Besuch war, beschreibt diese Spannung so: „Eigentlich ein sehr formaler Akt, aber dann ging es darum, was bedeutet es für die Leute in den Gemeinden.“