logocontainer-upper
logocontainer-lower
Mutige Menschen © Marquess789 / Shutterstock.com
© Marquess789 / Shutterstock.com

„Den mutigen Menschen gehört die Zukunft“

Warum die Firmung jungen Menschen Halt geben und wie der Glaube helfen kann, die eigene #BaustelleLeben zu gestalten, verrät TV-Moderator, Journalist und Autor Stefan Gödde im Bonifatiuswerk-Interview.
Redaktion

Das Motto der diesjährigen Firmaktion des Bonifatiuswerkes lautet #BaustelleLeben. Wenn Sie auf Ihr eigenes Leben schauen: Wo würden Sie sagen, wird bei Ihnen gerade „gebaut“?

 

Stefan Gödde

Das ist eine spannende Frage. Ich würde sagen, bei mir gibt es immer viele Baustellen. Und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Das Leben ist so etwas wie eine einzige große Baustelle. Ich denke, das gilt für jeden von uns. Denn das Bild von der Baustelle ist im Grunde genommen nur eine Metapher dafür, dass es Veränderungen gibt. Und ein schlauer Philosoph hat mal gesagt: Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen, weil der sich immer wieder verändert. Also das Leben ist im Fluss, das Leben ist eine einzige große Baustelle. Aber das ist auch gut so, denn es zeigt im Grunde genommen nur, dass wir alle am Leben sind.

Redaktion

Eine Baustelle ist oft laut, chaotisch und anstrengend – aber Sie haben es gesagt: Sie steht auch für Entwicklung. Was braucht es Ihrer Meinung nach, damit junge Menschen ihre „Baustellen des Lebens“ mutig angehen können?

 

Stefan Gödde

Ich denke, es ist wichtig zu wissen, dass man wirklich etwas verändern kann. Ich habe den Eindruck, dass viele junge Menschen heute fast erschlagen sind von dem Gefühl, dass es überall nur noch Krisen gibt – Krieg hier, Umweltkatastrophe da, KI bedroht Arbeitsplätze und vieles mehr. Das sind alles ganz konkrete, ganz reale Sorgen. Aber man darf auch nicht vergessen: Den Kopf in den Sand zu stecken, ist immer die allerschlechteste Alternative. Deswegen bin ich fest davon überzeugt, dass vor allem den mutigen Menschen die Zukunft gehört, den zuversichtlichen Menschen. Denn die Zukunft ist ja immer nur genau das, was wir Menschen daraus machen.

© Guitarfoto / Shutterstock.com
Stefan Gödde ist überzeugt: Die Zukunft gehört den mutigen und zuversichtlichen Menschen.
Redaktion

Sie sind viel unterwegs, arbeiten in den Medien, stehen oft unter Zeitdruck. Welche Rolle spielt der Glaube in Ihrem ganz normalen Alltag – jenseits von besonderen Anlässen?

Stefan Gödde

Für mich persönlich spielt der Glaube eine sehr wichtige, sehr zentrale Rolle, weil er mir Halt gibt. Gerade jetzt, auch in diesen Zeiten, in denen man das Gefühl haben kann, dass die Welt irgendwie aus den Fugen geraten ist, da ist es gut zu wissen, dass ich ein geliebtes Kind Gottes bin und dass es einen Gott gibt, der das Gute für uns will. Denn daran glaube ich felsenfest.

© Black Salmon / Shutterstock.com
Stefan Gödde beschreibt den Glauben als wichtigen Halt in unsicheren Zeiten
Redaktion

Gibt es Rituale, Gebete oder Momente, die Ihnen helfen, im Alltag innezuhalten oder neu Orientierung zu finden?

Stefan Gödde

Für mich persönlich ist die Zeit morgens wichtig, kurz nach dem Aufstehen und abends, bevor ich mich dann wieder schlafen lege. Nach dem Aufstehen sage ich: ‚Lieber Gott, vielen Dank dafür, dass ich aufgewacht bin, dass ich im Augenblick keine Schmerzen in meinem Körper habe, dass ich ein Dach über dem Kopf habe.‘ Denn das ist alles nicht selbstverständlich. Ich bin beruflich sehr viel in der Welt unterwegs, habe sehr viel Schönes gesehen, aber auch sehr viel Not und Elend. Und deswegen finde ich es so wichtig, dass ich dankbar bin und dass wir alle dankbar sind für die guten Dinge, die uns im Alltag geschenkt werden. Die nehmen wir alle viel zu häufig selbstverständlich. Aber sie sind nicht selbstverständlich. Und am Abend, wenn ich mich dann schlafen lege, sage ich: ‚Vielen Dank, lieber Gott, für all das Gute, was ich an diesem Tag erleben durfte. Vielleicht auch für das Gute, was ich selbst tun durfte.‘ Das sind so meine alltäglichen Rituale. Und mein Wochenende wäre nicht komplett, wenn ich nicht einen Sonntagsgottesdienst besucht hätte. Das ist mir sehr wichtig.

© Doidam 10 / Shutterstock.com
Regelmäßiges Gebet und bewusste Dankbarkeit prägen den Alltag von Stefan Gödde
Redaktion

Viele fragen sich, welche Relevanz Sakramente in einer modernen, schnellen Welt noch haben. Warum könnten Sakramente gerade heute wichtig sein – vielleicht sogar mehr denn je?

Stefan Gödde

Ich finde, dass wir gerade in seltsamen Zeiten leben, die vor allem durch Algorithmen geprägt sind. Ich denke gerade darüber nach, ein Buch zu schreiben mit dem Arbeitstitel ‚Auszeit vom Algorithmus‘ – dass wir uns bewusst mal Pausen nehmen von dieser Social-Media-Welt und uns auf das besinnen, was unsere christliche Kultur so an Auszeiten und an Stärkung für uns bereithält. Und ich glaube, dazu kann die Firmung natürlich auf jeden Fall gehören – sich ganz bewusst und in aller Ruhe mit seinem Glauben auseinandersetzen, zusammen mit anderen jungen Menschen. Das ist gerade jetzt in diesen aufgeregten, schnellen Zeiten extrem gut und extrem wichtig. Und deshalb möchte ich alle jungen Menschen dringend ermutigen, die Firmung zu empfangen.

Ein Beitrag von:

Theresa Meier

Weitere Einträge

© LuckyNova / Shutterstock.com

Unser Glaube Trost wie finde ich ihn? Wie hilft Glaube?

Neue Themenseite „Trost - Umgang mit Trauer und Tod“: Wirken Sie mit und teilen Sie Ihre Erfahrungen.
© Maximilian Gödecke / Renovabis

Unser Glaube Über die Pfingstkollekte zu mehr Freundschaft in Europa beitragen eine Reportage

Mehr als 100.000 Menschen flohen 2023 aus Bergkarabach nach Armenien. Eine Reportage im Rahmen der Renovabis-Pfingstaktion 2026 erzählt von Menschen, die alles verloren haben und dennoch Hoffnung schöpfen.
Junger Mann lächelt in Kamera © YOUPAX / Erzbistum Paderborn

Unser Glaube Zwischen wissenschaftlichen Beweisen und Staunen über Gott

Marc studiert Mathe. Er sagt: „An einem gewissen Punkt kann der Mensch nur noch staunen“
Kontakt
| |
generalvikariat@erzbistum-paderborn.de
+49 (0)5251 125-0