Hamburg (KNA) Die Klimakrise beeinträchtigt immer stärker die Zukunft von Mädchen und jungen Frauen weltweit - das geht aus dem "Weltmädchenbericht" hervor, den die Organisation Plan International am Montag veröffentlichte. Darin heißt es, die Klimakrise wirke sich auf Gesundheit, Entwickl ...
Hamburg (KNA) Die Klimakrise beeinträchtigt immer stärker die Zukunft von Mädchen und jungen Frauen weltweit - das geht aus dem "Weltmädchenbericht" hervor, den die Organisation Plan International am Montag veröffentlichte. Darin heißt es, die Klimakrise wirke sich auf Gesundheit, Entwicklung und Resilienz von Mädchen und jungen Frauen aus und sei kein abstraktes Zukunftsszenario, sondern "bittere Realität". Am Sonntag ist internationaler Tag des Mädchens.
Die Auswirkungen des Klimawandels nannte Plan International "einen Risikomultiplikator, der bestehende Ungleichheiten verschärft". So würden etwa Überschwemmungen Dörfer unbewohnbar machen oder Dürren die Lebensgrundlage vieler Menschen zerstören.
Für Mädchen bedeutete das laut Bericht konkret: In von Dürre betroffenen Gemeinden sagten 60 Prozent der Befragten, dass mehr minderjährige Mädchen verheiratet würden. Insgesamt sagte gut jede dritte Befragte (36 Prozent), dass Frühverheiratung nach Klimaereignissen in ihrem Umfeld zunehme; gut jede zehnte Befragte (11 Prozent) gab an, selbst minderjährig geheiratet zu haben. Als Gründe wurden dafür wirtschaftliche Not der Familie, Schwangerschaft, aber auch geschlossene Schulen genannt.
Vier von fünf Befragten (76 Prozent) sagten zudem, dass nach Klimaextremen essenzielle Angebote wie Menstruationsprodukte, Verhütungsmittel, Beratung oder medizinische Versorgung oft nur schwer oder gar nicht mehr zugänglich seien. Fast jede zweite Befragte (48 Prozent) berichtete von anhaltender seelischer Belastung in Not- und Katastrophensituationen.
Auch gab mehr als jede vierte Befragte (28 Prozent) an, nach einem Klimaereignis mehr Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu beobachten; 18,5 Prozent hatten selbst Gewalt erlebt. Das wurde beispielsweise mit überfüllten Notunterkünften ohne fehlende Privatsphäre sowie unsicheren Toiletten begründet. Sexuelle Ausbeutung sei ebenfalls ein Faktor gewesen.
Für den Bericht "Change her Forecast - Wie die Klimakrise sexualisierte Gewalt, Frühverheiratung und ungewollte Schwangerschaften verstärkt - und die Zukunftschancen von Mädchen einschränkt" wurden den Angaben zufolge 5.000 Mädchen aus fünf Ländern befragt: Bangladesch, Kenia, Peru, Senegal und Simbabwe.