Ein Grund für die Popularität der Schutzengel ist ihre Zugänglichkeit. Während Gott in seiner Absolutheit schwer zu fassen ist, lassen Engelsfiguren viel Raum für eigene Interpretationen. Auch das Erzbistum Paderborn macht sich die Beliebtheit der geflügelten Himmelsboten zunutze, etwa bei der unter der Schirmherrschaft des Erzbischofs Dr. Udo Markus Bentz stehenden, überaus erfolgreichen Schulstartaktion „Jedes Kind braucht einen Engel“. Gemeint sind damit nicht ausschließlich geflügelte Himmelsboten. Die Aktion ist vielmehr auch als ein Appell an Engel aus Fleisch und Blut zu verstehen. Eltern und Großeltern, Lehrpersonen und größere Schüler, die sich als „Pausenengel“ um die Kleinen kümmern, dazu die Verkehrspolizistin und der Busfahrer, die Schulsozialarbeiterin, das Hausmeister-Ehepaar, der Pfarrer: Alle können in die Rolle eines Schutzengels schlüpfen und ihren Beitrag leisten, den Kindern den Schulstart zu erleichtern.
Diese Botschaft kommt im Übrigen nicht nur bei Kindern aus christlichen Elternhäusern an. Engel gibt es auch im Judentum und im Islam. Außerdem sind die geflügelten Wesen ein weit verbreitetes und grundsätzlich positiv besetztes Phänomen in der Populärkultur. Selbst Kinder aus atheistischen Familien haben daher eine Vorstellung von Schutzengeln.