Ihn als „Hüter der Kreuze“ zu bezeichnen ist mehr als angemessen. Ob nun kleine aus dem Rosenkranz oder riesige für die Wand: An die 1000 Kreuze sind es, die Gerhard Götte im Turmzimmer der Bigger St.-Martinus-Kirche aufgehängt hat. Schenkungen, die von Menschen vorbeigebracht oder in die Kirche gelegt wurden, um ihnen ein gutes neues Zuhause zu geben. Immer wieder musste er sie umhängen, um mehr Platz zu schaffen. Jeder Hammerschlag ist praktizierter Glaube und spiegelt pure Nächstenliebe.
Seit Gerhard Götte im Jahr 2019 – mit einem „Mach das doch!“ motiviert von der eigenen Ehefrau – beschlossen und verkündet hat, er will ein Kreuzzimmer schaffen, lässt den Hausmeister der Bigger Kirche diese Mission nicht mehr los. Im Team mit dem damaligen Pfarrer Richard Steilmann und dem ehemaligen Küster Gerhard Kieseheuer begann er. Mittlerweile handelt Gerhard Götte alleinverantwortlich, aber immer unterstützt von Pfarrer Klaus Engel und sämtlichen Kirchengremien, die wissen, welchen vor allem auch spirituellen Schatz er hegt.
Der Raum – ein Gesamtkunstwerk, das sprachlos macht
Wo einst ein Messdienerraum entstehen sollte, im bald 1000 Jahre alten Turm, ist nun das Kreuzzimmer nicht mehr wegzudenken. Ein erster Aufruf an die Kirchengemeinde reichte, um die Mund-zu-Mund-Propaganda in Fahrt zu setzen, der Taten folgten. Kreuz um Kreuz wurden hinten in der Kirche abgelegt oder vorbeigebracht. Es sind inzwischen so viele, dass er schon einige in Kartons packen musste. „Der Pfarrer hat dann auch mal in einer Predigt ein bisschen an die Einzelnen appelliert, eigene Verantwortung für die Kreuze zu übernehmen“, sagt Gerhard Götte.