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© Alexander Lange
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Der Hoffnung ein Gesicht geben und einen Anhänger

Eine Deichsel, zwei Reifen, ein Kühlschrank, eine Kaffeemaschine, das ist die „ansprechBar“. Der kleine Anhänger der Propsteipfarrei St. Laurentius und der Caritas-Konferenzen in Arnsberg ist regelmäßig im Einsatz.

Eine Deichsel, zwei Reifen, ein Kühlschrank, eine Kaffeemaschine, das ist die „ansprechBar“. Der kleine Anhänger der Propsteipfarrei St. Laurentius und der Caritas-Konferenzen in Arnsberg ist regelmäßig im Einsatz.

Ein offenes Ohr, ein Lächeln, ein Getränk. Das Menü der „ansprechBar“ ist überschaubar. Bewusst. Weil es nicht allein um das Angebot, sondern vor allem um den Menschen und den Moment gehen soll. Um das, was in der Situation zählt.

Vor allem den Friedhof Heilig Kreuz, den Waldfriedhof und den Friedhof in Oeventrop besuchen die rund 15 Ehrenamtlichen regelmäßig mit ihrer „ansprechBar“. „Wir wollen dort sein, wo die Menschen sind“, schildert Grace Konal, Gemeindereferentin und Krankenhausseelsorgerin.  Sie war und ist gemeinsam mit Martina Gerdes, Vorsitzende der ehrenamtlichen Caritas, eine Antreiberin der „ansprechBar“-Idee. Ihr Ziel: für Trauernde da zu sein. Und für die, die allein sind. Weil in Arnsberg der Einsatz für einsame Menschen konkret Gestalt annimmt, ist die Stadt im September Ort der Hoffnung des Erzbistums Paderborn im Heiligen Jahr 2025.

„Durch meine Arbeit in der Krankenhausseelsorge komme ich mit vielen Menschen in Kontakt, die trauern, die allein sind“, sagt Konal. „Das bewegte und bewegt mich immer wieder. Und so haben wir überlegt, was wir gerade für diese Menschen anbieten können.“ Aber eben nicht nur: Alle sollen und dürfen sich von der ‚ansprechBar‘ angesprochen fühlen.

Wir wollen der Hoffnung ein Gesicht geben!

Grace Konal

Zu den Menschen gehen statt auf sie warten

Die Idee geht einher mit der Erkenntnis, dass man auf Menschen, die einsam sind, nicht warten sollte, sondern zu ihnen kommen muss: „Gerade in der Trauer gibt es häufig gewisse Hemmschwellen.“ Schon für die Umsetzung der Anhänger-Idee brauchte es indes reichlich Optimismus. „Es war nicht ganz einfach, es dauerte seine Zeit“, erklärt Pastor Thomas Siepe. Einige Monate vergingen, doch im März 2025 wurde der Anhänger geliefert, seit Mai ist er im Einsatz – auch dank finanzieller Unterstützung durch das Erzbistum Paderborn: „Ein professioneller Verkaufswagen mit entsprechender Ausstattung.“

Unterwegs auf den drei großen Friedhöfen

„Wir konnten den Anhänger an Fronleichnam mit einem Freiluft-Gottesdienst einweihen, das war ein schöner Rahmen“, ergänzt Peter Radischewski aus dem sozialpastoralen Team in St. Laurentius. Und seitdem ist er unterwegs. Heute hier, morgen dort. so zum Beispiel auch beim Pilgertag am 13. September in Werl. „Es sind vor allem Samstage und Sonntage, an denen wir unterwegs sind“, sagt Josef Mündelein: „Aktuell stehen wir auf den drei größten Friedhof in der Propsteipfarrei St. Laurentius. Auf der einen Seite gibt es zu viele Friedhöfe, um überall zu stehen, auf der anderen Seite ist uns eine gewisse Regelmäßigkeit und Kontinuität für die Menschen wichtig.“

Und dann? „Dann sind wir einfach da“, sagt Grace Konal. „Und wir sprechen die Vorbeikommenden an.“ Es geht weniger um den Kaffeeausschank, sondern um die Menschen, die kommen: „Unsere Anliegen sind die Anliegen der Menschen.“ Die Themen seien nicht festgelegt, führt sie fort: „Wir wollen da sein und zuhören, was die Besucher bewegt. Die Menschen sind neugierig, wenn sie die ‚ansprechBar‘ sehen, freuen sich darüber, dass Kirche an ungewöhnlichen Orten steht. Mal ist das Gesprächsthema Trauer, mal sind es Sorgen des Alltags, immer wieder auch Enttäuschungen mit der Kirche. So erreichen wir Menschen, die sich längst von der Kirche abgewandt haben und sie gehen wieder ein stückweit versöhnt.“

„Unsere Kirche und ihre Botschaft wird gebraucht“

Josef Mündelein ergänzt: „Entscheidend ist einfach die pastorale, die seelsorgerische Dimension, die wir umsetzen möchten: Wir müssen als Kirche in der Öffentlichkeit präsenter sein. Wir können Gesicht zeigen, können ansprechbar sein. Und das tun wir.“ Es sei eine Notwendigkeit, aus dem Wohlgefühl heraus unter die Menschen zu gehen: „Unsere Kirche und ihre Botschaft wird gebraucht. Wir müssen sie zum Menschen bringen.“ Und das klappt mit diesem Anhänger.

„Na klar“, ergänzt Peter Radischewski, „die ,ansprechBar‘ muss sich weiter etablieren. Aktuell befinden wir uns in der Anfangsphase. Aber unser Ziel ist es, irgendwann über die Friedhöfe hinaus dort zu stehen, wo die Menschen sind.“ Beispielsweise war das Team der Ehrenamtlichen auch schon auf dem Schützenfest. Warum also in Zukunft nicht auch auf dem Weihnachts- oder Wochenmarkt, an beliebten Fahrradstrecken, an Ausflugszielen präsent sein? „Das ist unsere Vision von Kirche: Wir wollen für alle Menschen ansprechbar sein, es gibt keine Zielgruppe, keine festgelegten Orte“, so Grace Konal und Josef Mündelein betont: „Es geht um die Sache und das Leben. Zuhören, gemeinsam trauern und lachen, einfach reden. Das geht überall. Dafür wollen wir da sein.“

„Wir wollen der Hoffnung ein Gesicht geben“, sagt Grace Konal. Ein Gesicht – und einen Anhänger.

Arnsberg: Ort der Hoffnung im Monat September

Das Heilige Jahr 2025 steht unter dem Motto „Pilger der Hoffnung“. Und so vielfältig die Menschen sind, so vielfältig sind ihre Hoffnungen. Deshalb gibt es in diesem Jahr zwölf „Orte der Hoffnung“ im Erzbistum Paderborn. Jeder dieser Orte ist einem spezifischen Thema und einer Zielgruppe gewidmet, um die verschiedenen Facetten der Hoffnung unter den Menschen und im christlichen Glauben erlebbar zu machen. Im Monat September ist es der Ort Arnsberg mit dem Thema „Hoffnung für Einsame“.

Erfahren Sie auf unserer Themenseite mehr über die Orte sowie die Themen und Zielgruppen, die ihnen zugeordnet sind.

© Hans Blossey / luftbild-blossey.de
© Hans Blossey / luftbild-blossey.de

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Ein Beitrag von:

Alexander Lange

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