Amman (KNA) Nach dem Attentat auf eine christliche Gemeinde in Jordanien hat König Abdullah II. hartes Vorgehen gegen die Täter angekündigt. Es könne keine Nachsicht geben, wenn es um das Leben von Bürgern gehe, sagte er laut der staatlichen Nachrichtenagentur Petra. Unterdessen bekundeten ...
Amman (KNA) Nach dem Attentat auf eine christliche Gemeinde in Jordanien hat König Abdullah II. hartes Vorgehen gegen die Täter angekündigt. Es könne keine Nachsicht geben, wenn es um das Leben von Bürgern gehe, sagte er laut der staatlichen Nachrichtenagentur Petra. Unterdessen bekundeten weiter zahlreiche Institutionen und Gruppen ihre Solidarität und beschworen den Zusammenhalt der Gesellschaft.
Durch den Anschlag mit Schusswaffen auf eine Beerdigungsfeier im südjordanischen Dorf Hamoud waren am Freitag nach aktuellen Regierungsangaben acht Menschen ums Leben gekommen und 40 verletzt worden.
Abdullah II. leitete am Samstag eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats zu dem Vorfall. Die nationale Sicherheit sei eine rote Linie. Der König wies die Behörden an, mit "eiserner Faust" gegen islamistische Extremisten vorzugehen.
Jeder, der die Tat unterstützt habe oder rechtfertige, sei mit der vollen Härte des Gesetzes zu verfolgen. Der Monarch sprach erneut von einem "schändlichen Terrorakt", der mit den Werten Jordaniens unvereinbar sei. Die Opfer der christlichen Gemeinde bezeichneten er und andere Mitglieder des Königshauses als "Märtyrer".
Unterdessen besuchte laut jordanischen Medien der päpstliche Botschafter in Jordanien, Nuntius Giovanni Pietro Dal Toso, Verletzte des Anschlags im Krankenhaus. In der südjordanischen Stadt Akaba gab es eine Blutspendeaktion.
Für die deutschen Bischöfe bekundete der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki Verbundenheit mit den Opfern. "Terror ist mit nichts zu rechtfertigen", sagte er als Vorsitzender der Arbeitsgruppe Naher und Mittlerer Osten der Bischofskonferenz: "Mehr denn je stehen wir solidarisch an der Seite der Christen in Jordanien. Vom Staat erwarten wir eine lückenlose Aufklärung und einen verbesserten Schutz kirchlicher Einrichtungen."
Zuvor hatten auch das griechisch-orthodoxe Patriarchat von Jerusalem und das Lateinische Patriarchat den Angriff verurteilt. Die Tat habe "die Heiligkeit einer Kultstätte verletzt und das grundlegende Menschenrecht auf Leben, Sicherheit und die Freiheit, in Würde seinen Glauben zu praktizieren, missachtet", hieß es in einer Stellungnahme.
Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC), ein Verband von 57 Staaten mit Sitz im saudischen Dschiddah, nannte den Anschlag eine "offenkundige Verletzung aller menschlichen Werte und internationaler Normen". Generalsekretär Ismail Ould Cheikh Ahmed sprach den betroffenen Familien sein Mitgefühl aus.
Auch Vertreter zahlreicher islamischer Organisationen und Verbände in Jordanien äußerten sich bestürzt und anteilnehmend. Wiederholt wurde der Vorfall als Versuch bewertet, Zwietracht und Hass in die Gesellschaft zu tragen. Mahnungen zum Kampf gegen Extremismus und zur Wahrung der Einheit kamen auch von Hochschulvertretern und hochrangigen Militärs.
Regierungssprecher Mohammad Momani betonte in einer Pressekonferenz am Freitag, Christen seien in Geschichte und Identität Jordaniens "tief verwurzelt". In dem Königreich bekennen sich 95 Prozent der Bevölkerung zum Islam, etwa 4 Prozent sind Christen unterschiedlicher Konfessionen.