Begegnungen im Heiligen Land
Bentz war erst kürzlich von einer Reise nach Israel und in die palästinensischen Gebiete zurückgekehrt. Dort sprach er unter anderem mit Gadi Moses, der die Geiselhaft der Hamas überlebt hatte, und besuchte kirchliche Einrichtungen. Besonders beschäftigten ihn die Lage der christlichen Gemeinden und die Sorge, dass junge Menschen ihre Heimat verlassen. Nach der Reise betonte Bentz, wie wichtig persönliche Begegnungen und dauerhaft gepflegte Beziehungen als Ausdruck kirchlicher Solidarität seien.
Die „Schwerkraft der Gewalt“
Beim Friedensdialog machte der Erzbischof auf die „Schwerkraft der Gewalt“ aufmerksam. „Gewalt zieht nach unten, und es kostet immer mehr Kraft, sich dieser Schwere der Gewalt zu entziehen und sich dagegen zu stemmen. Selbst kleine Schritte werden schwer“, sagte er.
Maßstäbe von Gewalt könnten sich verschieben und Dialogversuche verächtlich gemacht werden. Dadurch werde es schwieriger, auf israelischer wie palästinensischer Seite Menschen zu finden, die zum Dialog bereit seien. Einen Ansatzpunkt sah Bentz im alltäglichen Sprachgebrauch: „Auch in der alltäglichen Sprache wird schon Gewalt ausgeübt. Damit anzufangen, das zu ändern, wäre ein erster Schritt.“