Man kann durchaus sagen: Leonie Jedicke lebt vieles von dem, was Franz von Assisi ein Anliegen war. Sein Wirken prägt ihre Gegenwart. Auf ihrem Schreibtisch im Büro liegt eine an vielen Seiten mit kleinen Post-it-Zetteln versehene Ausgabe von Laudato si’, der Enzyklika von Papst Franziskus. Zu Hause bleibt das Bilderbuch „Franziskus und der Wolf“ im Bücherregal sichtbar, auch wenn die drei Kinder nun erwachsen sind.
Vor allem der „Sonnengesang“ des Franz von Assisi inspiriert Leonie Jedicke. Ihn hat sie schon gesungen und mit Kindern getanzt. „Im Sonnengesang sind Sonne, Mond, Wasser, Feuer und Erde unsere Geschwister und unsere Mutter, ganz unabhängig von ihrem Nutzen. Franziskus lobt Gott gemeinsam mit der Schöpfung. Wir sind Teil von ihr und nicht allein ihre Gestalter. Da hat sich spätestens mit Papst Franziskus ein Wandel zum holistischen, ganzheitlichen Verständnis auch im Glauben und in der Kirche vollzogen. Wir sind nicht Herrscher, sondern Teil der Schöpfung. Es geht um Respekt, Wertschätzung, Dankbarkeit und Ehrfurcht“, betont die Dekanatsreferentin und ergänzt: „Damit hat alles einen Wert aus sich heraus: jede Pflanze, jedes Tier, die Erde, der Boden, die Steine.“