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© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

Freundschaft ist heilig

Ein Freundeskreis aus über 250 Mitgliedern kümmert sich um St. Alexander in Schmallenberg.

Wahre Freundschaft ist heilig. Sie sucht nicht nach dem eigenen Vorteil, sie ist bedingungslos, respektvoll und verlässlich. Darum geht sie auch durch dick und dünn. Wahre Freundschaft ist selten, und dennoch gibt es sie in den vielfältigsten Formen und Ausprägungen. Man findet sie zwischen Menschen und zwischen Mensch und Tier. Über allem steht die Freundschaft mit Gott, denn nichts anderes bedeutet es, Christin oder Christ zu sein.

Es gibt sogar Freundschaft zu Gebäuden, sofern diese eine Seele haben. St. Alexander in Schmallenberg ist ein solches Gebäude. Im Freundeskreis der Kirche haben sich über 250 Mitglieder organisiert, die sich um ihre Kirche kümmern.

Gegründet wurde der Freundeskreis in den 1990er-Jahren, um der Gemeinde bei der anstehenden Kirchensanierung mit dem Neubau des Kirchturms zur Seite zu stehen – ideell und finanziell. „Das war unser größtes Projekt“, erzählt Dr. Erich Richter, der Vorsitzende des Freundeskreises. Das Engagement des Vereins ging auch nach Abschluss des Bauprojekts weiter. „Kirche vor Ort lebt vom ehrenamtlichen Engagement“, betont Dr. Richter. „Das ist eine Daueraufgabe.“

Auch bei dem umseitig abgebildeten Marienaltar in St. Alexander wirkte der Freundeskreis mit. Was so harmonisch erscheint, als wäre es schon immer so gewesen, ist in Wahrheit größtenteils eine Neuschaffung aus dem Jahr 2022. Lediglich die Marienfigur stammt aus dem Bestand der Kirche, wobei die Skulptur erst einmal mit Unterstützung des Freundeskreises restauriert werden musste. Und was aussieht wie Marmor, ist in Wahrheit polierter Cortenstahl. Es klingt paradox, aber bei diesem Spezialstahl bildet ausgerechnet eine Lage Rost eine Schutzschicht, die das Material vor dem Weiterrosten schützt.

Auf dem Weg zu neuer Harmonie

Wie aber war es zur Neugestaltung des Marienaltars gekommen? „Es begann damit, dass Anfang der 1960er-Jahre der damalige Pfarrer aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen die Seitenaltäre vertauschen ließ“, erzählt Dr. Erich Richter. Der Marienaltar rückte von der linken, also der traditionellen „Frauenseite“ nach rechts. Dafür wanderte der Valentin-Altar von der rechten, nach damaligen Gepflogenheiten den Männern vorbehaltenen Seite, hinüber nach links. Zudem wurde die Marienfigur gegen eine gestiftete Madonnenskulptur ausgetauscht, die jedoch im Raum wie ein Fremdkörper wirkte und zudem etwas streng aufs männliche Kirchenvolk herabblickte. „Damals wurde gewitzelt, die neue Muttergottes würde ein kritisches Auge auf die Männer werfen“, erinnert sich Dr. Richter.

Auch wenn sich in der Folgezeit die Sitzordnung nach Geschlechtern auflöste, waren die Gläubigen in St. Alexander wenig glücklich mit der Anordnung der Seitenaltäre und mit der neuen Madonnenfigur. Beim Rücktausch stellte sich allerdings heraus, dass der Aufsatz des Marienaltars verloren gegangen war. Also wurde die ursprüngliche Madonna einfach auf den Altartisch gestellt, wodurch sich aber eine Asymmetrie zum Valentin-Altar ergab.

Zum Glück und zur Freude des Schmallenberger Pfarrers Georg Schröder nahm sich der Freundeskreis 2022 der Aufgabe an, die harmonische Raumwirkung wiederherzustellen. Für die Umsetzung wurde der Metallkünstler Walter Schneider aus Fredeburg verpflichtet. Er brachte die Idee mit, für den Aufsatz Cortenstahl zu verwenden, um ihn auf geheimnisvolle Weise aussehen zu lassen wie Marmor. Und heraus kam etwas, das aussieht, als wäre es immer schon so gewesen.

St. Alexander in Schmallenberg

Hier finden Sie weitere Informationen zu diesem Ort.

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