Als sexuellen Missbrauch bezeichnet die katholische Kirche in Deutschland im Rahmen ihrer beiden Ordnungen, der Präventions- und der Interventionsordnung, sowohl strafbare als auch nicht strafbare sexualbezogene Handlungen und Grenzverletzungen. Bereits nicht strafbare Grenzverletzungen dieser Art, die durch Worte, Gesten und Handlungen erfolgen können, zeugen von einer Geringschätzung des Gegenübers.
Sexueller Missbrauch ist und wirkt zerstörerisch. Er zerstört Vertrauen, beeinträchtigt die psychische und physische Gesundheit, vernichtet Lebensfreude und kann in schwerwiegenden Fällen eine Existenz gefährden und Zukunftsperspektiven rauben.
Dass sich Missbrauch innerhalb der Kirche ereignen konnte, dass er lange Zeit verschwiegen, verleugnet und heruntergespielt wurde, dass die Betroffenen keine Unterstützung erhielten und mit ihrem Leid alleingelassen wurden, ist beschämend. Dieser Schuld ist sich die Kirche bewusst.
Umso wichtiger ist es, sexuellen Missbrauch in der Kirche aufzuarbeiten, sich also auf eine systematische Weise Wissen über den Umfang, die Ursachen, die Hintergründe, Strukturen und Einflussfaktoren zu verschaffen.