Warum feiern wir Weihnachten, das natürlich noch beliebter als der Nikolaustag oder St. Martin ist? Auch 2000 Jahre nach Jesu Geburt hat das Fest für Christinnen und Christen eine enorm hohe Bedeutung. Denn von Weihnachten geht eine zentrale Botschaft aus: Durch die Geburt Jesu ist Gott Mensch geworden. Die Menschwerdung Gottes an Weihnachten zeigt den Menschen, dass der ewige und allmächtige Gott sich freiwillig in menschlicher Gestalt uns Menschen mitgeteilt hat. Gott ist sozusagen „einer von uns“ geworden.
Auch die Art, wie Jesus an Weihnachten auf die Welt kommt, ist bedeutend: nicht königlich in Prunk und Glanz, sondern bescheiden und ärmlich in einer Krippe. Gott will den Menschen nah sein. In Jesus selbst, so beschreibt es der christliche Glaube, hat sich Gott an Weihnachten in das Leben der Menschen hineinbegeben und ihnen das Heil geschenkt. Deshalb gilt Weihnachten als Fest der Liebe. Dass Gott Mensch wird, ist Zeichen seiner unermesslichen Liebe zu den Menschen.
Jesus zeigt uns, wie man ein Leben der Liebe, des Mitgefühls, der Demut leben kann und er ermutigt uns Christinnen und Christen bis heute, seinem Beispiel zu folgen. Aus christlicher Perspektive erfüllt die Menschwerdung Gottes in Jesus die Prophezeiungen des Alten Testaments. Verschiedene Erzählungen deuten auf die Ankunft eines Heilands, eines Retters und Erlösers, hin. Für Christinnen und Christen ist Jesus dieser verheißene Messias, der die Erlösung und das Heil für die Menschheit bringt und mit seinem Tod letztlich die Sünden der Menschheit auf sich nimmt.
Warum feiern wir Weihnachten am 24. und 25. Dezember?
Niemand kann genau sagen, ob sich Jesus‘ Geburt wirklich am 25. Dezember ereignet hat. Dazu fehlen uns aus der Bibel oder anderen historischen Dokumenten schlichtweg die Angaben. Der 25.12. als Geburtstag von Jesus wurde nachträglich von der katholischen Kirche festgelegt. Das erste Weihnachtsfest ist für den 25. Dezember 336 nach Christus in Rom belegt.
Warum hat man dieses Datum für Weihnachten gewählt? Eine Erklärung könnte sein, dass es in der Antike den Tag der Wintersonnenwende markierte. Sprich: den Zeitpunkt im Jahr, ab dem die Tage länger und heller werden und die Nächte kürzer. Da Jesus das „Licht der Welt“ ist und Gott mit der Menschwerdung symbolisch Licht in die Dunkelheit der Welt brachte, passte der 25. Dezember als Datum für Weihnachten und die Geburt Jesu ideal.
Dass unser Weihnachtsfest schon am Heiligabend am 24.12. beginnt, hat ebenfalls einen historischen Ursprung. Nach altem Kalender endete ein Tag mit dem Sonnenuntergang. Der Abend des 24. Dezembers war somit früher der Beginn des ersten Weihnachtstages und dem Geburtstag von Jesus. Der 26. Dezember bildet schließlich den zweiten Weihnachtstag und damit den Abschluss des Weihnachtsfestes. An diesem Tag feiern wir den Namenstag des heiligen Stephanus, der als erster Märtyrer des Christentums verehrt wird.