„Kein Platz für Gott in dieser Welt?“, fragte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz am Beginn seiner Predigt im Pontifikalamt und zeigte sich besorgt: Gott werde am Verhandlungstisch kein Platz eingeräumt in den Gewissen der Mächtigen, die Verantwortung tragen über Krieg und Frieden, Leid und Zukunft geschundener Menschen. Gott erhalte keinen Platz zwischen „dem Getöse und Gerangel aufgeblähter Egos“, die leadership beanspruchen, denen es aber um sich selbst gehe. Der Paderborner Erzbischof konkretisierte: „Gott hat wohl keinen Platz, wenn Frieden verunmöglicht wird, weil nicht die Gerechtigkeit, sondern der eigene Vorteil, die Pose des Stärkeren und der ‚deal‘ leitend sind. Gott hat wohl keinen Platz, wenn öffentliche Verunglimpfung, Spaltung und Mobbing guter Ton werden und viele Likes und Aufmerksamkeit erzielen, die Geschädigten aber auf der Strecke bleiben.“ Gott habe keinen Platz, wenn hegemoniales Streben und eine Haltung „nach mir die Sintflut“ gute Zukunftslösungen für die nachfolgende Generationen erschweren, „wenn wir mit den für unsere Zukunft notwendigen politischen Schritten nicht vorwärtskommen, weil das eigene Interesse mehr zählt als das gemeinsame ‚Wir‘.“
Gott gerate oft in Vergessenheit, werde oft genug noch nicht einmal vermisst, mahnte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz. Es brauche allerdings Antworten auf die Fragen: „Vor wem verantwortet der Mensch sein Handeln? Nur vor sich selbst? Welchen Platz hat ein menschenfreundlicher Gott in all der Dynamik?“ Oft sperrten sich Menschen gegen den Gedanken an Gott, da sie intuitiv spürten, dass sie mit Gott auch etwas in ihrem Leben ändern müssten, analysierte Erzbischof Dr. Bentz.