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Erzbistum Paderborn
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© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

Die Kirche muss den Menschen etwas geben

Erzbistumskalender 2022: St. Meinolf in Hagen ist eine moderne Kirche – nicht nur in Sachen Architektur

Von jugendlicher Leidenschaft erfüllt

Mit 85 ist Gerold Friedrich ein alter Mann. Wenn er aber von der Pfarrkirche St. Josef spricht, ist seine Stimme von jugendlicher Leidenschaft erfüllt. Denn die Erzählung bringt ihn zurück in die Mitte der 1960er-Jahre, als er als junger Bauingenieur dem örtlichen Bauleiter Helmut Ziegler beim Bau des Gotteshauses assistierte. Errichtet wurde die Kirche als Filialkirche der katholischen Pfarrgemeinde St. Marien, die durch den erheblichen Zuzug von Katholikinnen und Katholiken zu klein geworden war. „Und ich war bei allen wichtigen Stationen dabei“, berichtet Friedrich mit hörbarem Stolz.

Eine besondere Begegnung

Eine Begegnung, die sich tief in sein Gedächtnis eingegraben hat, war die mit Ernst Suberg. Der Bildhauer aus Olsberg-Elleringhausen war auch an der Schaffung der Bronzeportale der Abtei Königsmünster maßgeblich beteiligt gewesen und galt als ein bedeutender Künstler seiner Zeit. „Ernst Suberg war beeindruckend bibelfest, beschlagen sowohl im Alten wie im Neuen Testament. Auf diese Weise war es ihm möglich, seine Werke so zu gestalten, dass von ihnen eine tiefe Symbolik ausgeht.“ Doch nicht allein deswegen imponierte der Bildhauer Ernst Suberg dem jungen Bauingenieur: „Suberg war ein Künstler und ein Macher. Beim Aufhängen des schweren Kreuzes über dem Altar hat er nicht nur die Arbeiten dirigiert, er hat selbst angepackt und sein Werk an die richtige Stelle hochgezogen.“

Ein Gesamtwerk

Auch über bauliche Details der Josefskirche in Korbach weiß Friedrich vieles zu berichten: etwa über den auf einer Dämonensäule stehenden Tabernakel. Was mit der schaurig-schönen Dämonendarstellung mittelalterlich anmutet, ist in Wahrheit überzeitlich gedacht. Als Gesamtwerk steht der Tabernakel für den Sieg Jesu Christi über das Böse. Eine weitere Besonderheit der Josefskirche: Im 120 Zentner schweren Altar aus toskanischem Travertin, der ganz am Schluss der Bauarbeiten aufgestellt wurde, sind die Reliquien des heiligen Adeodatus verborgen.

Fünf Wachskerzen in Kreuzform

Gerne hätte Gerold Friedrich in seiner Kirche St. Josef geheiratet, aber das Brautpaar wollte nicht bis zur Fertigstellung des Gotteshauses warten und feierte die Hochzeit in einer anderen Kirche ein halbes Jahr vor der Konsekration am 19. November 1966 durch Lorenz Kardinal Jaeger. An den großen Tag der Weihe kann sich Friedrich in vielen Einzelheiten erinnern. Zum Beispiel wurden fünf Wachskerzen in Kreuzform in der Zeremonie mit Chrisam geweiht und angezündet.

Lange her und doch aktuell

Das ist lange her. Um genau zu sein: 57 Jahre. Friedrich ist in dieser Zeit alt geworden. Sein Werk, seine erste Großbaustelle, hat sich indes wenig verändert. Noch immer hängt in St. Josef das Kruzifix an der Stelle, an der es der Künstler Ernst Suberg aufgehängt hat. Noch immer fängt das herrliche Glasfenster – aus französischem Dallglas mit gebrochenen Facetten, wie der Ingenieur präzise bemerkt – das Sonnenlicht ein und lenkt es in den Altarraum. Und noch immer hallt der Segensspruch Kardinal Jaegers vom Weihetag nach: Nämlich, dass es keine Not der Menschen gebe, die nicht in einer Kirche wie St. Josef in Korbach gelindert werden könnte.

St. Josef in Korbach

Hier finden Sie weitere Informationen über diesen besonderen Ort.

 

St. Josef in Korbach

Das Kalenderbild

© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

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