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Erzbistum Paderborn
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© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

Wappen und Insignien von Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz

Mitra, Wappen, Bischofsstab - mit dem Amt des Erzbischofs von Paderborn sind traditionell Symbole verknüpft. Erfahren Sie hier alles über diese Insignien und ihre Bedeutung

Das Amt des Bischofs ist vornehmlich ein geistig-geistliches. Daher führen Bischöfe seit alters her Symbole, die die Ausübung ihres Amtes visuell erfahrbar machen. Diese Symbole werden Insignien (lateinisch für „Zeichen“) genannt. Zu den zentralen Insignien eines Bischofs gehören Mitra, Bischofsstab und Ring sowie das Brustkreuz. Daneben haben sich noch weitere Insignien entwickelt wie etwa das bischöfliche Wappen.

Früher dienten Insignien auch dazu, Macht und Reichtum eines kirchlichen Würdenträgers auszudrücken. Heute repräsentieren sie neben der Würde des Amtes die spirituellen Aufgaben und die Verantwortung eines Bischofs gegenüber den Gläubigen. Außerdem sagt die Gestaltung der Insignien auch etwas über das Amtsverständnis des jeweiligen Würdenträgers aus.

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zu den Insignien von Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz.

Das Wappen von Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz

Der Schild des Wappens ist viergeteilt. Das erste Feld zeigt das Paderborner Bistumswappen mit goldenem Kreuz auf rotem Grund, das vierte Feld das Mainzer Bistumswappen mit dem sechsspeichigen Rad in Silber auf rotem Grund. Damit drücken die beiden Felder Herkunft (Mainz) und Zukunft (Paderborn) des Erzbischofs aus. Das zweite Feld zeigt den Markuslöwen in Silber auf blauem Grund als Hinweis auf den Namenspatron des Erzbischofs, den Evangelisten Markus. Das aufgeschlagene Buch mit den goldenen Buchstaben Alpha und Omega, das der Löwe in seinen Pranken hält, erinnert an das Evangelium als Wort des Lebens. Das dritte Feld zeigt je zwei waagerecht angeordnete blaue Wellenbänder auf Silber — den Rhein und die Pader — und verweist auf Psalm 36: „Bei dir ist die Quelle des Lebens.“

Der Wahlspruch

Der lateinische Wahlspruch unter dem Wappen lautet „Gloria Deo – Pax Hominibus“. Das bedeutet wörtlich übersetzt „Ehre Gott – Friede den Menschen“ und bezieht sich auf die Worte der Engel, die den Hirten die Geburt Jesu, des Erlösers, verkünden (Lukas 2,14).

 

Der Wappenmaler

Wie schon das Wappen von Bentz‘ Vorgänger Erzbischof em. Hans-Josef Becker, und vieler weiterer (Weih-)Bischöfe wurde auch das Wappen von Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz von Egon Hüls gezeichnet. Der 86-Jährige Paderborner arbeitet komplett von Hand: „Computer brauche ich nicht. Was ich mache, ist Handwerk.“ Mit spitzem Bleistift, Winkel, Lineal und Farben hat er den von Bentz erstellten Entwurf umgesetzt. Eine Herausforderung dabei: Der Markuslöwe. Der sollte aus Bentz‘ weihbischöflichem Wappen übernommen werden, musste aber an die Verhältnisse im neuen, viergeteilten Wappen angepasst werden. Hüls griff zur Schere. „Sonst wäre der Löwe zu lang geworden“, sagt er und lacht.

Mit dem Endergebnis ist der Zeichner sehr zufrieden. Besonders gefallen ihm die farblichen Diagonalen: Rot in Feld eins und vier, Blau-Silber in den Feldern zwei und drei.

Wenn Sie mehr über den Wappenmaler Egon Hüls erfahren wollen, finden Sie hier ein Interview mit ihm.

Das Wappen wird umrahmt von den sogenannten heraldischen Nebenstücken. Bei kirchlichen Würdenträgern ist das in der Regel der breitkrempige Klerikerhut (Galero) mit Quasten (Fiocchi). Farbe von Hut und Quasten sowie die Anzahl letzterer zeigen den Rang an. Das Wappen eines Erzbischofs wird von einem grünen Hut und 20 grünen Quasten umrahmt.

Zu den Nebenstücken gehört weiter der Kreuzstab hinter dem Wappenschild. Das doppelte Kreuz zeigt ebenfalls an, dass es sich bei der Person, die das Wappen führt, um einen Erzbischof handelt. Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz hat den Kreuzstab seines Wappens übrigens ähnlich wie sein Brustkreuz gestalten lassen, als lateinisches Kreuz mit sich verbreiternden Enden.

Als Erzbischof ist Dr. Udo Markus Bentz gleichzeitig Metropolit der Kirchenprovinz Paderborn, die zusätzlich die Bistümer Erfurt, Magdeburg und Fulda umfasst. Seit dem 7. Jahrhundert ist es Brauch, dass Metropoliten vom Papst ein Pallium überreicht bekommen. Dieses Stola-artige weiße Stoffband mit sechs eingestickten schwarzen Kreuzen gilt als Symbol der Hirtengewalt eines Metropoliten im Einklang mit der des Papstes in Rom. Als Amtszeichen findet es sich auch über dem Wappen des Paderborner Erzbischofs.

Zu guter Letzt zählt auch das Spruchband zu den Nebenstücken. Es ist Brauch, dass sich ein kirchlicher Würdenträger ein Motto für sein Amt wählt. Häufig handelt es sich dabei um eine Bibelstelle, wie hier aus dem Evangelium nach Lukas, und sagt etwas darüber aus, wie der Amtsträger seinen Dienst versteht oder gestalten möchte.

Die Insignien von Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz

Die Insignien (lateinisch für „Zeichen“) eines Bischofs sind Symbole mit tiefer geistlicher Bedeutung. Sie haben sich im Laufe der Jahrhunderte entwickelt, um die geistig-geistliche Dimension des Bischofsamtes visuell darzustellen und darüber seine Bedeutung zu vermitteln. Im Folgenden finden Sie Erklärungen zu den Insignien von Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz.

Der Bischofsstab

Bischöfe führen seit dem 7. Jahrhundert einen Bischofsstab als Zeichen ihres Amtes. Der mannshohe Stab mit einer Krümme am oberen Ende ist an die Stäbe von Hirten und Schäfern der Antike angelehnt. Er wird daher Hirtenstab genannt. Wie die Schäfer und wie Jesus im Gleichnis (Lk 15,4-7) soll ein Bischof seiner „Herde“ der Gläubigen ein guter Hirte sein. Der Bischofsstab drückt aus, dass er sie umsichtig und fürsorglich führen soll.

Der Bischof trägt den Bischofsstab bei feierlichen Gottesdiensten – den Pontifikalämtern –, wenn er das Evangelium hört, bei der Predigt und bei Prozessionen. Er hält ihn in der linken Hand, weil er mit der rechten den Segen spendet.

Der Bischofsstab von Erzbischof Dr. Bentz wurde ihm vom Bistum Mainz anlässlich seiner Bischofsweihe 2015 geschenkt. Er ist aus Nussbaumholz gefertigt. Die Krümme endet in einem sogenannten „Dreiblatt“, das ist ein Symbol für die göttliche Dreifaltigkeit. Als Pflanzenmotiv steht das Dreiblatt aber auch für das Leben. Es sprießt gleichsam aus dem Holz des Bischofsstabs und bedeutet damit: Die Hirtensorge dient dem Leben. Der Bischof trägt die Verantwortung, das spirituelle Leben der Gläubigen zur Entfaltung zu bringen.

Auf dem Bischofsstab sind kleine Metallplatten angebracht, auf denen das Motto eingraviert ist, das sich Udo Markus Bentz für seinen Dienst als Weihbischof im Bistum Mainz gegeben hat: Ubique praedicare – domino cooperante“. Das bedeutet auf Deutsch „Überall predigen – der Herr wirkt mit“. Die Metallplättchen sind an vier Seiten angebracht, der Auftrag ist also, die Frohbotschaft des Evangeliums in alle vier Himmelsrichtungen, überallhin, in jede Situation zu tragen. Den Stab ziert zudem eine Plakette, auf der der Markuslöwe dargestellt ist, der sich auch im erzbischöflichen Wappen findet.

Die Materialien des Stabes symbolisieren zudem die unbelebte (Bronze), die belebte (Holz) und die geistige (Gold als Zeichen für das Göttliche, die Transzendenz, den Geist) Natur – die ganze Schöpfung ist hineingenommen in das göttliche Leben.

Der Bischofsring

Bischofsringe sind seit dem 7. Jahrhundert belegt, seit dem neunten Jahrhundert werden sie gemeinsam mit dem Bischofsstab bei der Weihe übergeben. Ein Bischofsring ist vergleichbar mit einem Ehering: Bei seiner Weihe wird dem neuen Bischof ein Ring übergeben, mit dem er sich symbolisch an die Kirche beziehungsweise sein Bistum bindet. Diese Bindung wird dadurch ausgedrückt, dass der Bischof den Ring nur an Karfreitag ablegt. Der Ring wird am Ringfinger der rechten Hand, der Segenshand, getragen.

Erzbischof Bentz trägt den Ring des verstorbenen Mainzer Weihbischofs Dr. Werner Guballa (1944-2012), dem er zeitlebens sehr verbunden war. Der Ring hat die Form einer Mitra. Unter der Spitze dieser Mitra sind Christus und die beiden Emmausjünger dargestellt, deren Geschichte (Lk 24,13-35) traditionell am Ostermontag vorgelesen wird. Ursprünglich wurde der Ring in der Goldschmiedewerkstatt der Eibinger Benediktinerinnenabtei St. Hildegard hergestellt, vor seinem Amtsantritt in Paderborn hat Erzbischof Bentz ihn ergänzen lassen. Den Ring ziert nun auch eine gravierte Darstellung eines stilisierten Pfauenrades, das an den heiligen Liborius erinnert. In der Mitte steht das Malteserkreuz. Der Erzbischof ist Mitglied des Malteserritterordens. Er fühlt sich in besonderer Weise dem diakonischen Wirken des Malteserhilfsdienstes und des internationalen Malteserhilfswerkes verbunden.

Die Mitra

Die Herkunft der Mitra ist bis heute nicht geklärt. Ursprünglich trug sie nur der Papst, ab dem 11. Jahrhundert wurde sie zur charakteristischen liturgischen Kopfbedeckung der Bischöfe. Ihre Form hat sich über die Jahrhunderte stark gewandelt. Heute erscheint sie dem Betrachter als zwei aufragende, oben spitz zulaufende, mit Stoff bespannte Schilde (cornua). An der Rückseite der Mitra sind zwei herabhängende Stoffstreifen befestigt (vittae). Landläufig interpretiert man die außergewöhnliche Form dieser Kopfbedeckung als Verbindung von Altem und Neuem Testament.

Bischöfe tragen die Mitra bei Pontifikalhandlungen, etwa bei der Predigt oder beim Segen. Beim Gebet wird sie jedoch nicht getragen. Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz nutzt eine schlichte, weiße Mitra. Einzige Zier sind drei schmale gestickte Goldstreifen, die sich auf Vorder- und Rückseite treffen.

Das Pektorale (Brustkreuz)

Das Pektorale (Brustkreuz, von lateinisch „pectus“ für „Brust“) ist das jüngste Insigne eines Bischofs. Es kommt im 12. Jahrhundert auf, wird im Mittelalter aber meist unter den Messgewändern getragen. Erst Papst Pius V. schreibt 1570 vor, dass Bischöfe ein Brustkreuz tragen sollen – seitdem über dem Messgewand oder auch über der Alltagskleidung. Frühere Brustkreuze dienten als Reliquienbehälter (insbesondere für Splitter vom Wahren Kreuz Christi) und waren kunstvoll gestaltet oder mit Edelsteinen verziert. Heutzutage sind Brustkreuze eher schlicht gehalten – sie sind weniger äußerer Schmuck als Ausdruck des Bekenntnisses und Vertrauens des Bischofs in die Kraft, die aus Christi Kreuz erwächst. Das Brustkreuz von Erzbischof Dr. Bentz ist ein lateinisches Kreuz, dessen Enden sich nach außen hin verbreitern. Das Kreuz ist vergoldet, es kommt ohne eine bildliche Darstellung oder weitere Zier aus. Seine Familie schenkte es Bentz zur Bischofsweihe.

Das Rationale

Das Rationale ist ein textiler Schulterschmuck, der über dem Messgewand getragen wird. Seit dem 10. Jahrhundert wurde es vom Papst an bestimmte Bischöfe und ihre Nachfolger als besonderes Privileg verliehen. Form und Ausgestaltung des Rationale gehen auf biblische Beschreibungen zurück: Aaron, nach biblischer Überlieferung erster Hohepriester der Israeliten, musste einen kostbaren Schulterschmuck tragen, wenn er zum Herrn in das Allerheiligste eintreten wollte (Ex 28,30).

Papst Innozenz II. gewährte dem Paderborner Bischof Bernhard I. von Oesede (amt. 1127-1160) im Jahr 1133 den Gebrauch des Rationale. Fürstbischof Ferdinand II. von Fürstenberg (amt. 1661-1683) bat Papst Alexander VII. 1665 das Paderborner Privileg zu erneuern. Nach päpstlicher Bestätigung wurde 1669 das heute noch verwendete Rationale nach altem Vorbild angefertigt.

Die Paderborner Erzbischöfe tragen dieses Rationale bis heute an hohen kirchlichen Festtagen während der Zelebration der Heiligen Messe. Dieses Recht besitzen neben dem Erzbischof von Paderborn heute lediglich noch der Erzbischof von Krakau sowie die Bischöfe von Eichstätt und Toul-Nancy.

Erzbischof Bentz wird das Rationale während des feierlichen Gottesdienstes zu seiner Amtseinführung von Dompropst Joachim Göbel umgelegt. Die auf den liturgischen Schulterschmuck aufgestickten Worte „Doctrina“ (lateinisch für „Unterweisung“) und „Veritas“ (lateinisch für „Wahrheit“) verweisen auf den Auftrag des Bischofs, die Wahrheit des Glaubens zu hüten und zu verkünden.

Der Bischofsstab von Bischof Dr. Wilhelm Schneider

Der Paderborner Bischof Dr. Wilhelm Schneider (amt. 1900-1909) hat diesen Bischofsstab in Auftrag gegeben und genutzt. Er hat einen dreiteiligen Schaft, die Abschnitte sind mit unterschiedlichen Ornamenten verziert. Unter Baldachinen im Schaft stehen vollplastische Figuren der Heiligen Liborius, Augustinus und Wilhelm. Der Stab mündet in eine Krümme, in der der erste Bischof von Paderborn dargestellt ist: Auf einer Konsole kniet ein Engel, der dem heiligen Bischof Hathumar das Modell des Paderborner Domes präsentiert.

Im Rahmen der Amtseinführung übergibt Erzbischof em. Hans-Josef Becker diesen Bischofsstab an seinen Nachfolger, Erzbischof Bentz, mit den Worten: „Nimm hin den Stab des heiligen Hathumar. Trage Sorge für die Kirche von Paderborn, trage Sorge für die ganze Herde Christi. – Der Heilige Geist, der dich zum Bischof bestellt hat, möge dir helfen, das Volk Gottes zu leiten.“ Seit seiner Bischofsweihe in Mainz führt Udo Markus Bentz bereits einen eigenen Bischofsstab (siehe oben). Der Bischofsstab Wilhelm Schneiders – mit seiner Darstellung des ersten Paderborner Bischofs und des Paderborner Domes – wird ihm symbolträchtig überreicht, um zu zeigen, dass Bentz nun das Hirtenamt für das Erzbistum Paderborn übernimmt. Damit steht er in einer Reihe mit den früheren Oberhirten der Kirche von Paderborn, deren Linie sich bis zum ersten Bischof, Hathumar, zurückverfolgen lässt.

 
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