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Erzbistum Paderborn
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© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

Die Kirche muss den Menschen etwas geben

Erzbistumskalender 2022: St. Meinolf in Hagen ist eine moderne Kirche – nicht nur in Sachen Architektur

Gestern, Heute und Morgen

Dieses Kalenderblatt könnte sich um vieles drehen. Etwa darum, wie eine gotische Wallfahrtskirche zu ihrer Kirchenausstattung in Westfälischem Barock gekommen ist. Oder wie sich auf dem Kohlhagen in Kirchhundem eine Marienwallfahrt etablieren und über die Jahrhunderte halten konnte. Ebenfalls spannend wäre es, der Frage nachzugehen, was Wallfahrt im 21. Jahrhundert bedeutet. Oder wie sich das im Jahr 2021 neu ins Leben gerufene Geistliche Zentrum seither entwickelt hat und welche Richtung es zukünftig einschlagen wird. Doch bereits mit der ersten Frage an den Pallottiner-Pater Jürgen Heite, der mit seinem Mitbruder Siegfried Modenbach das Geistliche Zentrum leitet, nimmt das Gespräch eine andere Richtung. Und dennoch beantwortet es alle Fragen. Die nach dem Westfälischen Barock wie die nach der Wallfahrt im Gestern, Heute und Morgen. Nur eben auf eine andere Weise als erwartet und gedacht.

Was bedeutet dieser Ort?

Diese Auftaktfrage lautet: „Was bedeutet dieser Ort?“ Als Antwort zitiert Pater Heite aus einem Gedicht des Schriftstellers und DDR-Dissidenten Reiner Kunze. Da heißt es: „Wer da bedrängt ist, findet Mauern, ein Dach und muss nicht beten.“

Mauern und ein Dach gibt es auf dem Kohlhagen. Aber wie steht es um das Nicht-beten-Müssen? „Nein“, stellt Pater Heite klar. „Nicht müssen. Aber können. Die Stärke dieses Ortes liegt darin, dass es vielfältige Wege gibt, sich zu öffnen und ins Gespräch zu kommen – mit uns als Seelsorgern, mit anderen Gläubigen, mit sich selbst oder mit Gott.“

Neue Gedanken

Ein Weg aus der Bedrängnis kann buchstäblich begangen werden. Es ist die strapaziöse Fußwallfahrt zum Kohlhagen, die zuerst dem Körper wie dem Geist all seine Unzulänglichkeiten aufzeigt – und die am Ende dem Menschen doch beweist, dass es möglich ist, ferne Ziele zu erreichen. Ein anderer Weg zur Befreiung führt über die Baukunst. Die gotische Architektur der Wallfahrtskirche macht es in ihrer Schlichtheit leicht, die Gedanken zu sortieren. Im Spannungsverhältnis dazu steht die barocke Ausstattung, die inspirierend wirkt und in deren Betrachtung neue Gedanken entstehen. Eine weitere Möglichkeit, zu sich zu finden, bietet die Liturgie. „Für manche ist ein geschmettertes ‚Großer Gott, wir loben dich‘ die ideale Therapie, damit die Seelennöte kleiner werden“, sagt Jürgen Heite mit einem Lachen. Wem diese lautstarke Form des Gemeinschaftserlebnisses nicht liegt, der findet vielleicht Frieden vor einer still brennenden Kerze. „Auch bei dieser Form der Spiritualität spielt die Gemeinschaft eine Rolle“, erklärt Pater Heite. „Die anderen Kerzen sagen: Du bist mit deiner Bedrängnis nicht allein.“

„Unverzweckte“ Gespräche

Darüber hinaus steht Jürgen Heite wie sein Mitbruder Siegfried Modenbach den Pilgernden für Gespräche zur Verfügung. Am wertvollsten seien die „unverzweckten“ Gespräche, wie sich Pater Heite ausdrückt. Eine Autofahrerin will eine Christophorus-Plakette weihen lassen – und fünf Minuten später dreht sich das Gespräch darum, dass ihr Sohn an schweren Depressionen leidet und die Mutter niemanden hat, mit dem sie reden kann. Ein anderes Gespräch beginnt beim Wetter und endet in einer hitzigen theologischen Diskussion, ob das Kreuz Erlösung schaffen kann oder ob Erlösung nicht vielmehr aus dem Leben Jesu entsteht.

Damit ist zuletzt die Frage nach der Zukunft des Geistlichen Zentrums auf dem Kohlhagen beantwortet: Solange die Gläubigen diese Fragen stellen, wird es diesen Ort geben, an dem sie erörtert werden können.

Geistliches Zentrum auf dem Kohlhagen

Hier finden Sie weitere Informationen über diesen besonderen Ort.

 

geistliches Zentrum auf dem Kohlhagen

Das Kalenderbild

© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

Bistumskalender 2023: Auf dem Weg im Erzbistum Paderborn

Der diesjährige Bistumskalender nimmt uns mit auf eine Reise durch das Erzbistum Paderborn und macht jeden Monat Halt an zwei besonderen Orten: an zahlreichen Kapellen oder Kreuzwegen, die jeweils Zeugen einer interessanten Entstehungsgeschichte sind. Darüber hinaus erzählt der Kalender faszinierende Geschichten von Menschen, die mit diesen Orten verbunden sind – manchmal nicht nur über viele Jahre, sondern sogar über weite Entfernungen hinweg. Wir stellen Ihnen hier alle zwei Wochen das neueste Kalenderblatt vor.

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"Ich finde, dass Toleranz bedeutet, dass man einen anderen Menschen so akzeptiert, wie er ist. Er kann eine andere Meinung haben oder anders aussehen. Alle Menschen sind gleich viel wert. Das heißt für mich Toleranz." Mats, 9 Jahre

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