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© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
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Die Kirche muss den Menschen etwas geben

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Anrührend, urgemütlich und heimelig

Wann genau die Krippe in die Kirche gekommen ist?

Friedrich Vierhaus, stellvertretender Kirchenvorstand von St. Elisabeth in Obercastrop, dazu Lektor und Kommunionhelfer, kann diese Frage beantworten: Die Krippe wurde im ersten Jahr der Gründung der Gemeinde gebaut und 1929 erstmalig aufgestellt.

Sie gehörte also schon zur Erstausstattung der 1928 als Notkirche gebauten Kirche St. Elisabeth. Als Vierhaus als Messdiener anfing – das war vor über 60 Jahren –, stand er ehrfürchtig vor den über einen halben Meter hohen Holzfiguren. Zugleich erkannte er schon als Kind von neun oder zehn Jahren in dem Figurenensemble und dem Stall von Bethlehem mit seinem Fachwerk etwas Anrührendes, Urgemütliches und Heimeliges. Dieser Eindruck hat sich über die Jahre bei Friedrich Vierhaus noch verfestigt. Dabei ist er, wie er bekundet, „eher der nüchterne Typ und nicht so der Romantiker“. Diese charakterliche Disposition spiegelt sich auch in seinem Berufsleben wider. In seiner aktiven Zeit als Elektroingenieur bestand seine Aufgabe darin, die Grubensicherheit in Kohlebergwerken zu gewährleisten. Dass er sich nun im Ruhestand unter anderem um den Auf- und Abbau der Krippe und Weihnachtsbäume und deren elektrische Beleuchtung kümmert, ist für ihn eine der leichteren Aufgaben.

Eine Einheit

Nicht nur beim pensionierten Elektroingenieur Vierhaus entfaltet die Krippe ihre Wirkung. In der Vorweihnachtszeit kommen Menschen von weit außerhalb nach St. Elisabeth, um das liebliche Kindlein zu schaun und die besondere Stimmung zu erleben. Krippe und Kirche bilden in dieser Zeit eine Einheit. Das Gotteshaus selbst hat etwas Heimeliges an sich und wirkt wie eine übergroße Scheune. Dies hat mit der Baugeschichte zu tun. Um den vielen neu zugezogenen katholischen Bergarbeiterfamilien in Obercastrop eine geistliche Heimat zu geben, wurde 1927 beschlossen, den Luegʼschen Hof, einen alten Bauernhof, zu einem Gemeindehaus mit Priesterwohnung umzubauen. Daran schloss sich als Anbau ein neuer Kirchensaal an. „Gedacht war das Ganze als Notkirche“, erklärt Friedrich Vierhaus. „Aber Provisorien halten oft am längsten.“ Die Kirche wurde von der Gemeinde gut angenommen. Spätestens 1953 war es mit dem Charakter der Vorläufigkeit ganz und gar vorbei. Bis dahin hatte St. Elisabeth nur einen kleinen Dachreiter, nun bekam die Kirche einen richtigen Glockenturm. 1962 wurde im Schatten des Kirchturms der Kindergarten gebaut.

Kirche braucht neues Leben

Kirche gehört zum Leben – und Kirche braucht neues Leben. Kirchenvorstand Vierhaus ist glücklich, dass St. Elisabeth in der Kinderkatechese recht rührig und auch sehr erfolgreich ist. Im Advent wird die Krippe in die Einführung in den christlichen Glauben einbezogen. Eine Neuerung kommt dabei besonders gut an: Früher stellte eine Gruppe ehrenamtlich Engagierter die Krippe kurz vor Weihnachten in einem Zug auf. Seit einigen Jahren wird es so gehandhabt, dass im Advent erst der Stall aufgebaut wird und dann Woche für Woche immer mehr Figuren die Szenerie bevölkern. „Dazu legen wir Zettelchen mit kindgerechten Geschichten aus“, erklärt Friedrich Vierhaus. „Vor allem für die Kinder ist das spannend, aber auch den Eltern gefällt es.“ Wenn er dann Neun- und Zehnjährige sieht, wie sie ehrfürchtig vor den über einen halben Meter hohen Holzfiguren stehen, erkennt er sich natürlich wieder. Und genau so soll es sein.

St. Elisabeth in Castrop-Rauxel

Hier finden Sie weitere Informationen über diesen besonderen Ort.

 

St. Elisabeth in Castrop-Rauxel

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