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Erzbistum Paderborn
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© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

Die Kirche muss den Menschen etwas geben

Erzbistumskalender 2022: St. Meinolf in Hagen ist eine moderne Kirche – nicht nur in Sachen Architektur

Alles ist authentisch

Einem Bild darf man im digitalen Zeitalter nicht mehr einfach so trauen. Schon mit kostenlosen Filtern lassen sich mit geringsten Vorkenntnissen atemberaubende Effekte erzielen. Noch viel größer sind die Möglichkeiten der Manipulation bei der Verwendung professioneller Bildbearbeitungsprogramme. Fotograf Besim Mazhiqi schwört Stein und Bein, dass die Innenaufnahme des modernen Glockenturms der Pfarrkirche St. Alexander in Schmallenberg unverfälscht ist. Dies gilt übrigens für sämtliche Aufnahmen dieses Kalenders. Alles ist authentisch.

Ein beeindruckendes Klangerlebnis

Dass bei dem von unten in das Innere des Glockenturms von St. Alexander hinein fotografierten Bild nicht getrickst wurde, bestätigt auch Dr. Erich Richter: „Der Turm sieht wirklich so aus wie auf der Fotografie. Wenn die Sonne durch die herrlichen Glasfenster scheint, sind die Sichtbetonflächen im oberen Teil des Turms in ein herrlich mystisches Blau getaucht.“ Davon können sich alle Besucherinnen und Besucher der Kirche überzeugen, denn die Basis des Turms ist frei zugänglich. Richter, der mit 70 Jahren immer noch in Teilzeit als Zahnarzt tätig ist und sich neben seinem Beruf als Vorsitzender im Freundeskreis St. Alexander ehrenamtlich engagiert, weiß sogar einen idealen Zeitpunkt, um sich den Turm anzusehen: „Zum 12-Uhr-Läuten ist es im Turm am eindrucksvollsten. Dann kommt zu der optischen Faszination ein beeindruckendes Klangerlebnis dazu.“

Das architeknonische Erbe

Obwohl der Glockenturm auf diese Weise die Sinne wunderbar anspricht, sorgte er in Schmallenberg anfangs für Streit und Entzweiung innerhalb der Gemeinde. Wie es dazu kam? „Das hat mit der Baugeschichte zu tun“, erklärt Dr. Erich Richter. „Und mit unterschiedlichen Auffassungen, wie mit dem architektonischen Erbe umzugehen ist.“

Kontroverse Diskussionen

Im Grunde genommen besteht St. Alexander aus zwei Kirchengebäuden. Der kleinere Teil stammt aus dem 13. Jahrhundert mit einer Apsis im Osten. Anfang des 20. Jahrhunderts war das Kirchlein zu klein geworden. Daher wurde quer zur alten Kirche eine neue dreischiffige Kirche im neuromanischen Stil gebaut. Auch erhielt die Kirche im Zwickel zwischen Alt- und Neubau einen neuen Turm. Was die Bauleute aber nur unzureichend berücksichtigt hatten: Durch seine Lage bekam der Kirchturm das Regenwasser von beiden Kirchendächern ab. Bald waren Bauschäden zu beklagen. Zuletzt war die Substanz so angegriffen, dass der Turm im Jahr 1996 abgebrochen werden musste. Beim Wiederaufbau kam es zu kontroversen Diskussionen. Traditionalistinnen und Traditionalisten wünschten sich einen Wiederaufbau in historisierender Bauweise am gleichen Ort. Diejenigen, die eher das Moderne bejahen, taten dies als Verkitschung ab und forderten einen Betonmonolithen, der aus Gründen des Regenwasserschutzes als frei stehender Glockenturm, also als Kampanile nach italienischem Vorbild, gestaltet werden sollte. Dies aber war für die traditionelleren Geister in der Gemeinde ein Graus.

Mystisches Blau des Turms

Es ging hin und her – bis ein Weg gefunden wurde, den alle mitgehen konnten. Der 2004 fertiggestellte neue Turm steht etwas abgerückt von den Kirchendächern und besteht im Kern aus Beton, der im Inneren frei sichtbar bleibt. Um den konservativeren Geistern entgegenzukommen, ist die Fassade mit Grauwacke, einem Sandstein, verkleidet. Das Ergebnis kann sich sehen lassen – so sehr, dass nicht nur Fotograf Besim Mazhiqi, sondern seine Kolleginnen und Kollegen aus nah und fern nach Schmallenberg reisen, um das mystische Blau des Turms abzulichten.

St. Alexander in Schmallenberg

Hier finden Sie weitere Informationen über diesen besonderen Ort.

 

St. Alexander in Schmallenberg

Das Kalenderbild

© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

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