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„Lourdes ist einfach mein Leben geworden“

Auf eine Kaffeelänge mit Heinz-Jürgen Nolde, Diakon, Malteser- und Feuerwehrseelsorger aus Castrop-Rauxel
Cornelius Stiegemann / Erzbistum Paderborn
Unser Glaube
15. November 2021
Paderborn

„Lourdes ist einfach mein Leben geworden“

Auf eine Kaffeelänge mit Heinz-Jürgen Nolde, Diakon, Malteser- und Feuerwehrseelsorger aus Castrop-Rauxel

Innerhalb unserer Reihe „Auf eine Kaffeelänge mit …“ treffen wir uns regelmäßig mit einer Person aus dem Erzbistum Paderborn. Einzige Vorgabe der Zusammenkunft: Das Treffen endet, sobald die Kaffeetasse geleert ist. Diesmal haben wir uns mit Diakon Heinz-Jürgen Nolde getroffen, der über die Wallfahrt nach Lourdes zu den Maltesern gefunden hat.

Schon als Kind weiß Heinz-Jürgen Nolde: „Ich werde Pastor.“ Und wird Kommunalbeamter. Weil die Mutter wollte, dass er „etwas Anständiges“ lerne. „Aber der Ruf war immer da“, sagt er. 1991 fährt er mit einer Gruppe aus seiner Castroper Gemeinde nach Rom, zur Seligsprechung Adolph Kolpings. Nach seiner Rückkehr, das hat er sich fest vorgenommen, will er kündigen und Theologie studieren.

Über Umwege dem Ruf gefolgt

Doch es kommt anders. Am letzten Tag des Aufenthalts in Rom kommt er mit der Tochter einer Bekannten aus Castrop ins Gespräch: seiner zukünftigen Frau. Also bleibt er Beamter und feiert 1995 Hochzeit statt Priesterweihe. Der Ruf für das geistliche Leben verstummt aber nicht. Dann werde ich eben Diakon, denkt sich Heinz-Jürgen Nolde. Aber wieder kommt es anders, er wird Vater einer Tochter und stellt alles andere erst einmal hinten an.

Es müssen weitere Jahre ins Land gehen, bevor Heinz-Jürgen Nolde es noch einmal versucht. Er belegt den Fernkurs Theologie und empfängt am 14. März 2009 die Diakonenweihe. Damit hat er es endlich geschafft – könnte man meinen. „Ich habe vier Jahre lang mein Standing nicht gefunden“, sagt er. Diakon ist er nun, aber wo in diesem weiten Amt liegt seine Bestimmung?

„Und dann musste ich nach Lourdes fahren.“ Heinz-Jürgen Nolde sagt bewusst „musste“, denn „ich wollte nicht“. Seine Eltern sind bisher gemeinsam in den französischen Wallfahrtsort gefahren. Nach dem Tod ihres Mannes, soll der Sohn die Mutter begleiten. Was dieser, aufgrund ihres Gesundheitszustandes, für gar keine gute Idee hält. Am Ende fliegen sie doch. Aber Heinz-Jürgen Nolde hat „Wut im Bauch“. Die Stimmung bleibt schlecht, auch beim Eröffnungsgottesdienst und am zweiten Tag auf dem Weg zur Grotte.

Der Lourdes-Moment

Zur Muttergottes habe er keinen Bezug gehabt. „Aufgrund von schlechten Predigten, die sie mit Zuckerguss überzogen oder sie auf ein Podest gestellt haben, das so hoch war, dass selbst Jesus hochschauen musste.“ Doch Msgr. Prof. Dr. Peter Schallenberg, der als Diözesanseelsorger der Malteser die Fahrt begleitet, predigt nicht von einer Mutter aller Gläubigen, sondern von einer Schwester im Glauben. „Und da hatte ich mein Lourdes-Erlebnis“, sagt Heinz-Jürgen Nolde. „Die Tür zu Maria ging auf. Ich habe bitterlich geheult und mich bei meiner Mutter entschuldigt.“ Und er lernt die Malteser kennen. Er sieht die jungen Menschen, die sich um Alte und Kranke kümmern und weiß, dass er dazugehören will.

Zurück in Castrop-Rauxel trifft er die Malteser bei einem Pfarrfest. Er wird gefragt: „Willst du nicht mitmachen?“ Aber er sei doch kein Sanitäter, wendet Heinz-Jürgen Nolde ein. „Macht nichts. Wir brauchen einen Seelsorger.“ So sei er bei den Maltesern gelandet – und habe als Diakon sein Standing gefunden. „Lourdes ist mein Leben geworden. So einfach ist das.“ Seit 2013 fahre er jedes Jahr mit den Maltesern in den französischen Wallfahrtsort, seit Langem auch in Begleitung seiner Tochter.

Beruf und Berufung

In Castrop-Rauxel liegt der Schwerpunkt seiner Arbeit in der Kategorialseelsorge. Nicht nur bei den Maltesern, sondern auch bei der Feuerwehr. Bei letzterer kommen für ihn Beruf und Berufung zusammen: Heinz-Jürgen Nolde ist Verwaltungsleiter und Seelsorger der hauptamtlichen Feuerwehr. Das sei gut, denn die Feuerwehrleute würden ihn kennen und deshalb sei die Hürde auch für ein seelsorgliches Gespräch nicht so hoch.

Gespräche nach belastenden Einsätzen – „die finden unten beim Rauchen statt“. Wenn einer reden wolle, dauere eine Raucherpause eben keine zehn sondern 40 Minuten. Der Chef wisse das. „Feuerwehrleute sind tough, aber Corona schlaucht die alle.“ Steigende Infektionszahlen in diesem Herbst deuten an, dass Heinz-Jürgen Nolde noch einige 40-minütige Raucherpausen einlegen müssen wird. Doch aus ihm spricht Hoffnung, wenn er sagt: „Nächstes Jahr, da findet Lourdes wieder statt.“

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Cornelius Stiegemann

 
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