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Erzbistum Paderborn
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„Ich bin ein Fan von mittleren Ebenen“

„Auf eine Kaffeelänge mit …“ Theresa Bartz, neue Dekanatsreferentin für Jugend und Familie in Siegen

Innerhalb unserer Reihe „Auf eine Kaffeelänge mit …“ treffen wir uns regelmäßig mit einer Person aus dem Erzbistum Paderborn, um die Vielfalt der engagierten Menschen abzubilden. Denn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ehrenamtlich tätigen Menschen zählen zu den 1000 guten Gründen für den Glauben und die katholische Kirche. Indem  wir  von ihnen erzählen, bringen wir das Gute zur  Sprache und machen sichtbar, wie lebenswert und vielfältig das katholische Glaubensleben ist. „1000 gute Gründe“ – lernen Sie auf eine Kaffeelänge die hauptberuflich und ehrenamtlich Engagierten im Erzbistum Paderborn näher kennen. Diesmal haben wir uns mit Theresa Bartz getroffen. Nach acht Jahren Tätigkeit als Jugendreferentin in Paderborn ergänzt sie in gleicher Funktion nun das Dekanatsteam im Siegerland.

Die Wände im Büro von Theresa Bartz sind noch etwas kahl. Lediglich eine Pinwand unterbricht das leichte Beige der Raufasertapete. Neben ein paar Spruchkarten – genieße, liebe, glaube, bete – fallen zwei Plakate auf: Das eine erzählt von dem Friedenslicht, das alljährlich im Advent per Flugzeug von Betlehem nach Wien gebracht wird, um von da aus seine Reise rund um den Globus anzutreten. Das andere kündet vom Weltjugendtag im kommenden Juli in Lissabon. Zwei wichtige Ereignisse für Christen in der ganzen Welt. Zwei markante Wegpunkte aber auch für Theresa Bartz. Selbstredend, weil ihr Glaube Grundlage ihres Lebens und ihr daraus resultierendes Engagement gewissermaßen ihr Beruf ist. Aber auch, weil die Aktion Friedenslicht die erste Aktion war, die sie an ihrem neuen Arbeitsplatz aktiv mitbegleiten konnte. Und weil der Weltjugendtag die nächste große konkrete Aktion ist, die sie für das Sieger- und Südsauerland koordiniert.

Andere Voraussetzungen, gleiche Fragen

Vor wenigen Wochen, im vergangenen November, hat die 34-Jährige ihre Stelle im Dekanat Siegen angetreten. Zuvor lebte und arbeitete sie in Paderborn. Hat dort an der Katholischen Hochschule Soziale Arbeit studiert, war im Jugendhaus Hardehausen und in der Jugendverbandsarbeit tätig und schließlich acht Jahre lang als Jugendreferentin auf Dekanatsebene.

Aus familiären Gründen ist sie in ihre Heimatregion, ins Sauerland zurückgekehrt. Passiert nun an jedem ihrer Arbeitstage die Grenze zum benachbarten Kreis Siegen-Wittgenstein und damit zu einem Dekanat, in dem Menschen katholischen Glaubens die Minderheit bilden und in der sogenannten Diaspora leben. „Das sind ja zunächst nur Zahlen. Gleichwohl sind die Voraussetzungen sicherlich ganz anders als in Paderborn. Beispielsweise hat das hiesige Dekanat auch sehr viel Fläche, die sehr unterschiedlich strukturiert ist. Mit der Unistadt Siegen auf der einen Seite und den vielen kleinen Dörfern auf der anderen Seite“, sagt Theresa Bartz und verweist auf den Kern: nämlich, dass die Grundfragen, mit denen sich katholische Jugendarbeit beschäftigt, unter allen wie auch immer gegebenen Bedingungen die gleichen sind. „Es geht doch darum, dass junge Menschen erfahren, wie Glaube in ihrem Leben eine Rolle spielen und relevant sein kann. Wie sie ihr Leben gestalten können, wenn in Krisenzeiten mit Krieg und Pandemie so viele Baustellen um sie herum sind. Wie und wo sie ihren Platz in der Welt und in Gemeinschaft finden, wenn Begegnungen kaum möglich sind.“

Menschen vernetzen, Austausch ermöglichen, Ideen bündeln

Den eigenen Platz finden – das hat auch Theresa Bartz in ihrer Jugend beschäftigt. Ihre Eltern waren in der Kirche sehr engagiert. Und in dem alten sauerländischen Bergbaudörfchen, in dem sie aufgewachsen ist, hat sie eine schöne katholische Jugendarbeit erlebt. Der Weltjugendtag 2005 in Köln, der erste für sie überhaupt, war dann ein ganz wichtiger Markstein in ihrem persönlichen Lebensatlas: „Da hat sich mein Radius erweitert. Ich habe gemerkt, dass da noch viel mehr Menschen sind, die ähnlich unterwegs sind und für die Glaube eine Rolle spielt. Und ich fand es cool, was die Organisierenden von großen Veranstaltungen wie dem Weltjugendtag auf die Beine stellen.“

Menschen zusammenzubringen, mit vielen unterschiedlichen Gruppen zusammenzuarbeiten, dabei vielfältig und gleichzeitig konkret sein zu können: so umschreibt Theresa Bartz ihre Zielvorstellungen als Dekanatsjugendreferentin. „Ich bin ein Fan von mittleren Ebenen. Von größeren Veranstaltungen, weil die Chancen im Kleinen geringer sind. Ein Dekanat ist eine schöne Ebene, viele Menschen zu vernetzen und zu verbinden, Austausch zu ermöglichen und Ideen zu bündeln.“

Hören, sehen, sprechen

„Hören, sehen und sprechen, das ist das, womit meine Tage zurzeit gefüllt sind“, so Theresa Bartz. Was sie meint: um ihren Ansprüchen und Aufgaben gerecht zu werden, um Anlaufstelle für alle haupt- und ehrenamtlich Tätigen in der Jugendpastoral zu sein, um das Dekanat zu überblicken und zugleich Anregungen und Impulse zu setzen, muss sie die Strukturen gut kennen. In einem Dekanat mit fünf pastoralen Räumen und insgesamt 21 Pfarreien und Pfarrvikarien ein weites Feld. „Bei allem, was neu und natürlich immer mit Anfangssituationen verbunden ist, ist das, was ich jetzt mache, also die gleiche Aufgabe an anderer Stelle, ebenso wunderbar wie spannend.“

Was sie auch festgestellt hat: die Willkommenskultur ist durchweg positiv. Ebenso die konfessionsübergreifende Zusammenarbeit sowie jene mit anderen gesellschaftlichen Akteuren vor Ort. „Es ist wichtig, in der Fläche unterwegs zu sein und uns anzubieten. Dabei geht es auch darum, sich bei großen Themen, die Jugend bewegen, zu positionieren und diese zugänglich zu machen, wie beispielsweise Klimagerechtigkeit und Fremdenfeindlichkeit“, sagt Bartz.

Das neue Jahr hat angefangen. Die populärste Zeit für Wünsche. Frage an Theresa Bartz: Wo möchten Sie in einem Jahr sein? „Mein Wunsch ist, dann zu wissen, wer wo wie aktiv ist und dass ich ganz viele Anfragen bekomme, auf die ich reagieren kann. Also zu wissen, ich kenne die Menschen hier und sie kennen mich!“

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Ein Beitrag von:
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