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Große Verbundenheit mit Stadt und Kirche

„Auf eine Kaffeelänge mit…“ Hubert Salmen, Hauptmann der Maspern-Kompanie, die auch besondere Fürsorge für den Hohen Dom trägt
Unser Glaube
11. Juli 2022
Paderborn

Große Verbundenheit mit Stadt und Kirche

„Auf eine Kaffeelänge mit…“ Hubert Salmen, Hauptmann der Maspern-Kompanie, die auch besondere Fürsorge für den Hohen Dom trägt

Innerhalb unserer Reihe „Auf eine Kaffeelänge mit …“ treffen wir uns regelmäßig mit einer Person aus dem Erzbistum Paderborn, um die Vielfalt der engagierten Menschen abzubilden. Einzige Vorgabe der Zusammenkunft: Das Treffen endet, sobald die Kaffeebecher geleert sind. Diesmal haben wir uns mit Hubert Salmen getroffen. Seit März diesen Jahres ist er Hauptmann der Maspern-Kompanie im Paderborner-Bürger-Schützenverein (PBSV), die seit über 375 Jahren auch als Dom-Kompanie Ehrendienste am Hohen Dom leistet. Am Wochenende und am heutigen Montag feiern die Paderborner Schützen ihr Hochfest.

Die Werte „Glaube – Sitte – Heimat“ sind Grundwerte der Schützenbruderschaften, die nicht nur Städte und Menschen, sondern auch Menschenrechte und Freiheit seit jeher schützen sollen. Diese Solidargemeinschaft steht auch für Hubert Salmen im Vordergrund, auch wenn der Paderborner Bürger-Schützenverein keine Bruderschaft ist: „Wir sind ein gemeinnütziger Verein, der das Allgemeinwohl und das soziale Leben fördert, gleichzeitig aber auch Brauchtumspflege betreibt und eine enge Verbundenheit zum Christentum hat.“

Nachfolger von Christian Lüke

Das waren Gründe genug für den 51-jährigen gebürtigen Ettelner, sich 2015 auch dem Paderborner Bürger-Schützenverein anzuschließen und in der Maspern-Kompanie aktiv zu werden. „Oberst Thomas Spieker und mein Kollege Dr. Jörg Niggemeyer haben auch ihren Anteil daran gehabt“, erinnert sich Hubert Salmen. Im vergangenen Jahr wurde er dann bereits Unteroffizier und am 6. März diesen Jahres zum Hauptmann der „Maspern“ als Nachfolger von Christian Lüke gewählt: „Statt einer geplanten Tätigkeit als Leiter einer Zapf-Schicht kam die Anfrage, ob ich das Ehrenamt des Hauptmanns übernehmen möchte.“

Hubert Salmen ist Rechtsanwalt (Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht sowie Steuerrecht) und Notar. Nach dem Abitur am Gymnasium Theodorianum absolvierte Salmen zunächst eine Banklehre bevor er in Bielefeld Jura studierte. Ein Jahrzehnt war er dann im Ruhrgebiet und Rheinland beruflich tätig.  2010 kehrte er nach Paderborn zurück.

Erstes Schützenfest nach der Corona-Pause

Im ersten Jahr nach der Corona-Pause steht Hubert Salmen als frischer Hauptmann dann gleich vor der Bewährungsprobe. Doch die Freude überwiegt: „Endlich wieder ein echtes Schützenfest!“ Dabei kann er sich auf ein gutes Team verlassen. Seit Freitag laufen die Festtage mit dem Königspaar von 2019, Jana Mirk und Dirk Scholl, dessen Nachfolger am Montag ermittelt wird. Zu den Höhepunkten gehört stets auch das Schützen-Hochamt am Sonntag im Hohen Dom mit Dompropst Monsignore Joachim Göbel. Dazu organisieren die Schützen nicht nur die Messdiener, sondern tragen auch die Fürbitten vor und erstellen die Gesangszettel in der Schützenmesse. Die Orgel spielt mit Maspern-Schütze Christian Nolden einer der beiden Adjutanten des PBSV-Obersts. Weiterhin singt die Maspern-Schola und zudem sorgen die Buker Husaren für die musikalische Begleitung.

Antrittsbesuch beim Dompropst

Für Hubert Salmen war es selbstverständlich, nach seiner Wahl zum Hauptmann aus enger Verbundenheit der Dom-Kompanie zur Kathedralkirche einen Antrittsbesuch beim Dompropst abzustatten. „Ein sehr gutes Treffen, bei dem auch gleich eine gute Idee entstanden ist“, betont Salmen. Denn auf Anregung von Monsignore Göbel hat die Maspern-Kompanie im Mai ukrainische Flüchtlinge auf den Schützenplatz zu einem Familiennachmittag eingeladen: „Ein gelungener Nachmittag, der auch bewegt hat.“ Für Salmen ist es wichtig, dass die Schützen bei solchen guten Anliegen und sozialen Zwecken sichtbar sind. So hätten beispielsweise alle Kompanien des Paderborner-Bürger-Schützenvereins nach dem verwüstenden Tornado auf verschiedene Art ihre Hilfe angeboten und auch geleistet.

Auch ihre Aufgabe als Dom-Kompanie nimmt die Maspern-Kompanie sehr ernst. Und das mit Tradition: Denn im Jahre 1627 wurde vom Dringenberger Landdrost Wilhelm von Westphal und seiner Gemahlin Elisabeth von Loe der jetzt noch im Gebrauch befindliche Liborischrein gestiftet. Im Zusammenhang mit der Rückführung der Liborius-Reliquien in diesem Schrein steht auch die älteste Erwähnung „des Dienstes der Schützen für die Kirche von Paderborn“. Nach dem Schützenfest folgt das Libori-Fest, bei dem die Domkompanie aktiv den Ordnungs- und Ehrendienst durchführt. Dazu zählt vor allem auch die Begleitung des Libori-Schreins während des Triduums.

Glaube in den Grundwerten der Schützen sichtbar

„Da wird der Glaube aus den Grundwerten der Schützen sichtbar“, erinnert Hubert Salmen an die Zusammenarbeit mit der Kirche von Paderborn und nennt besondere Ereignisse: Die Maspern-Kompanie war bei allen Bischofsweihen im Einsatz. Sie nahm am 1150-jährigen Libori-Jubiläum 1986 durch das Tragen des kleinen Libori-Schreins teil, sorgte 1996 beim Besuch von Papst Johannes Paul II. für den Ordnungs- und Ehrendienst und stand Spalier beim Besuch der Bundespräsidenten Johannes Rau (1999 Ausstellungseröffnung Kunst und Kultur der Karolingerzeit) und Joachim Gauck (2013 zur Eröffnung der Credo-Ausstellung).

„Zugleich wollen wir aber auch Kommunikation mit allen Menschen pflegen und somit eine gute Plattform für den Austausch von Jung und Alt, Arm und Reich sein – in einer Zeit, in der sich Sitten ändern. Wir sind kein elitärer Verein, sondern offen für alle“, stellt der Hauptmann der „Maspern“ heraus: Die Verbundenheit des PBSV und der Maspern-Kompanie mit der Stadt und der Kirche ist geschichtlich stark verwurzelt und bildet den dritten Grundwert – Heimat – ab.

Hintergrund: Historie

Aufgrund der mittelalterlichen Wehrverfassung wurden die Bürger verpflichtet, in einer Bürgerwehr Dienst zu tun. Aus dieser wehrhaften Verfassung und Ausbildung der Bürger entstanden die Schützengemeinschaften, die sich in Paderborn im Rahmen der zunächst vier und später vorübergehend fünf Bauernschaften bildeten. Die Stadtteile Kämper, Western, Königsträßer, Maspern und später Giers bildeten die Struktur der Stadt und des damaligen Paderborner Schützenwesens. In den heutigen Kompanien des PBSV – Kämper, Königsträßer, Heide, Maspern und Western – lebt diese Struktur weiter.

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Ein Beitrag von:
Redakteur Team Redaktion & Presse

Ronald Pfaff

 
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