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Erzbistum Paderborn
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Die Kita als religiöser Ort

Auf eine Kaffeelänge mit Religionspädagogin Viola M. Fromme-Seifert

Auf eine Kaffeelänge mit Religionspädagogin Viola M. Fromme-Seifert

Innerhalb unserer Reihe „Auf eine Kaffeelänge mit…“ treffen wir uns regelmäßig mit einer Person aus dem Erzbistum Paderborn. Einzige Bedingung der Zusammenkunft: Das Meeting endet, sobald die Kaffeetasse geleert ist. Diesmal haben wir Viola M. Fromme-Seifert zum Gespräch gebeten. Die freiberufliche Religionspädagogin arbeitet mit Erzieherinnen und Erziehern sowie Kita-Kindern im Elementarbereich. Sie ist deutschlandweit für unterschiedliche Träger und Bistümer als Fortbildnerin unterwegs. Zudem produziert sie unterschiedliche Medien, die den Alltag der Heranwachsenden begleiten.

Sämtliche Praxisideen der gebürtigen Hessin zielen auf Kinder im Kita-Alter ab, denn „Kita ist mein Glück“, sagt Viola M. Fromme-Seifert. Dass diese Behauptung stimmt, lässt sich an ihrem lachenden Gesicht ablesen. Man merkt: Die 37-Jährige ist angekommen, hat ihren beruflichen Platz im Leben gefunden. Der lag einstmals bei einem Fuldaer Lokalblatt, für das Fromme-Seifert als freie Mitarbeiterin tätig war, und später im Forschen als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Katholischen Hochschule NRW. Kein Wunder also, dass sie es eher gewohnt ist, „Fragen zu stellen als Fragen zu beantworten“. Das habe es zuvor „noch nie gegeben“, weshalb die Position der Interviewten gänzlich neu ist für die Pädagogin.

Ein Video-Blog macht gute Laune

Ein Problem stellt dies freilich nicht da, denn Fromme-Seifert gibt gern Auskunft über ihre Arbeit. Und zeigt ihre gute Stimmung erneut, als sie von einem kommenden Projekt berichtet – einem im Februar startenden Video-Blog im Auftrag der katholischen Kindertageseinrichtungen im Hochstift GmbH (www.kath-kitas-hochstift.de). Dafür hat die Onlineredakteurin eigens eine Aufnahmeecke in ihrem Büro eingerichtet – und die Anordnung der Möbelstücke an das Bildformat 16:9 angepasst.

Inhaltlich behandelt der Blog mit dem Titel „FAIRbündet mit Kindern im Einsatz für die Schöpfung“ die Themenfelder Nachhaltigkeit, fairer Handel, Umweltschutz und Verteilungsgerechtigkeit. Drumherum kreisen die Bemühungen Fromme-Seiferts weiter um das Wohlergehen von Erzieherinnen, Erziehern und Kita-Kindern. Wobei letztere Gruppe positiver mit den Lockdown-Maßnahmen klar zu kommen scheint, als vermutet.

Viola M. Fromme-Seifert ist unter anderem als Buchautorin tätig. Foto: Dietmar Gröbing

Kindliche Sicht auf Corona

„Die Kinder verkraften das besser, als wir glauben, denn sie sind sehr anpassungsfähig“, setzt Viola M. Fromme-Seifert voraus, dass man den Heranwachsenden „die Dinge gut erklärt und sie gleichzeitig partizipieren lässt“. Fromme-Seifert nennt dies „Kindern auf Augenhöhe begegnen“ – ein Vorgang, der das christliche Menschenbild ausmache. Transportiert wird es von pädagogischen Kita-Fachkräften, die für Fromme-Seifert „Fachleute in Sachen Kindersprache“ sind. Überhaupt würden die Kinder von den Bezugspersonen in den Einrichtungen des Paderborner Erzbistums „sehr gut begleitet“.

Was Trennungs- und Wiedervereinigungsrituale einschließt, dürfen Väter und Mütter die Kita doch nach aktuellen Verordnungen nicht mehr betreten. Durchaus problematisch aus Kindersicht, denn die Jüngsten brauchen nach Fromme-Seiferts Worten „Rituale, um ihren Alltag zu ordnen“. Ihre Welt kreist für gewöhnlich um Fragen wie „Wo sind meine Freunde?“, „Bin ich behütet und beschützt?“, „Wer hat mich lieb?“ beziehungsweise „Wo und wann darf ich spielen und die Welt entdecken?“

Warum Rituale wichtig sind

Weil Bindung und Bezug enorme Wichtigkeit besitzen, sind neben Erzieherinnen und Erziehern gegenwärtig auch Eltern anders gefordert. Sie müssen mehr Nähe und Zeit in ihren Nachwuchs investieren. Wichtig seien in diesem Zusammenhang Brauchtümer, Dinge wie „gemeinsam essen, gemeinsam sprechen, Erzählzeiten sowie feste Begrüßungs- und Verabschiedungsgewohnheiten“, so Fromme-Seifert. Diese seien alles andere als banal, markieren aus pädagogischer Sicht „religiöse Rituale“. Familie und Kita könne man daher als „religiöse Orte“ bezeichnen.

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