logocontainer-upper
logocontainer-lower
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

„Die Kirche bleibt im Dorf“ Hoffnung und Engagement auf dem Land

Da ist die Welt doch noch in Ordnung! So könnte man meinen. Dabei stehen Menschen und Kirche auch auf dem Land vor Herausforderungen. Ein Besuch auf dem Kohlhagen gibt einen Einblick, wie Kirche lebendiges Zentrum im Leben der Menschen bleiben kann.

Kohlhagen, kurz vor der Grenze zwischen Sauer- und Siegerland. Hier scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Fachwerkhäuser, grüne Wälder, weite Blicke. Hier kennt man sich, hier ist die Kirche noch im Dorf. Nicht nur sprichwörtlich. Doch ist das wirklich so? Pater Siegfried Modenbach leitet zusammen mit Pater Jürgen Heite das Geistliche Zentrum in Kohlhagen, nur wenige Meter von der Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung entfernt. Ein Ort der Begegnung, Einkehr und Impulse. Hochmodern und einladend für kirchliche Gruppen jeder Art. Der Veranstaltungskalender ist voll.

Doch auch hier steht Kirche vor Schwierigkeiten, „wir werden immer weniger“, sagt Pater Modenbach: „Es fehlt nicht nur am pastoralen Personal, es fehlt auch an den Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen.“ Das sei eine Entwicklung in Ballungszentren, aber ebenso auf dem Land. In der Kirche, aber beispielsweise auch auf Vereinsebene, sagt Pater Modenbach: „Unsere Aufgabe ist es, positiv auf die Menschen zuzugehen, weil Ehrenamt Gemeinschaft fördert. Und wir brauchen Menschen, die sich begeistern lassen.“ Entscheidend sei da die Motivation, man müsse die Menschen erreichen.

Geistliches Zentrum Kohlhagen

Kohlhagen ist ein kleiner Ort in der Gemeinde Kirchhundem im südlichen Sauerland, bekannt vor allem durch seine Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung und das Geistliche Zentrum auf dem Kohlhagen selber. Das Geistliche Zentrum wurde 2020 renoviert, besteht aus Büro-, Seminarräumen und Küche. Dort finden Angebote für Pilger und weitere Veranstaltungen statt. Zu dem gesamten Areal des Kohlhagens gehören unter anderem auch der Kreuzweg, ein im Wald angelegtes Labyrinth und zwei Pilgerwege.

Kirche ist Gemeinschaft

Denn am Ende gehe es um das Evangelium, seine Botschaft „und seine befreiende Kraft“, sagt Pater Modenbach: „Um das, was uns Christen untereinander verbindet. Es geht darum, sich für die Kirche und die Menschen zu engagieren, füreinander da zu sein, gerade hier auf dem Dorf.“ Und das funktioniere auf dem Kohlhagen. Sonntags, nach dem Gottesdienst, werde der Platz um die Wallfahrtskirche zum Begegnungsort, „hier spielen die Kinder miteinander, hier steht man zusammen, hier kommt man ins Gespräch“. Es sei wichtig, „dass wir unter Menschen sind, dass wir Menschen umeinander wissen“. Das mache das Christ-Sein aus. Gerade auf dem Land: „Hier kennt man sich, als Christ ist man nie allein. Und ich wünsche mir und hoffe, dass das auch so bleibt.“

Nur wenige Meter vom Kohlhagen entfernt lebt Heiko Balve mit seiner Familie. Er selber engagiert sich mit drei weiteren Männern im Pfarrgemeinderat. Weil es ihm wichtig ist. Beim Patronatsfest werden beispielsweise Kirschen verkauft, in der Adventszeit ein Weihnachtsmarkt auf dem Kohlhagen organisiert, bei Wallfahrten wird der Grill angeworfen. Hinzu kommen viele kleine Tätigkeiten, „hier und dort mal anpacken“. Für die Gemeinde und ihre Mitglieder: „Es ist vor allem der soziale Charakter, den Kirche für mich ausmacht. Das Miteinander, das Treffen, das Zusammensein. Das ist gerade auf dem Dorf noch einmal anders, hier sind die Strukturen noch einmal enger und da gehört Kirche einfach dazu.“

© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

"Nur der Wechsel ist beständig"

Insbesondere das Geistliche Zentrum sei ein Anziehungspunkt, gerade nach der Modernisierung in 2020. „Bei Veranstaltungen kommen hier Menschen aus dem ganzen Kreis Olpe und darüber hinaus“, sagt Balve: „Der Kohlhagen ist bekannt und beliebt. Und das macht mir Hoffnung.“ Ja, Kirche erlebe gerade eine Umstrukturierung, „aber nur der Wechsel ist beständig“, ergänzt er: „Ich bleibe Optimist, die Kirche bleibt im Dorf. Und dafür setze ich mich ein, ich mache es einfach gerne.“

Im Einsatz auf dem Kohlhagen, insbesondere im Geistlichen Zentrum, ist seit Jahren auch Wilfried Jaspers. Hausmeister, „Mann für alle Fälle“, Mitglied im Kirchenvorstand seit 19 Jahren. Er kennt jede Ecke des Geistlichen Zentrums, der Wallfahrtskirche, des Friedhofes, des gesamten Areals: „Ich bin hier geboren und aufgewachsen.“ Und Kirche, gerade auf dem Land, halte Menschen und den Ort zusammen, sagt Jaspers. Es seien die schönen kirchlichen Traditionen, aber auch die vielen Veranstaltungen im Geistlichen Zentrum, die Kirche auf dem Kohlhagen ausmachen. „Man muss heutzutage ein bisschen mehr machen, mehr bieten. Aber das funktioniert, die Menschen, auch viele junge Familien, kommen hier immer wieder hoch auf den Kohlhagen. Das macht mir viel Hoffnung für die Zukunft.“

Hoffnung für die Menschen auf dem Lande

Das war auch Thema beim Pilgertag mit Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz von Olpe auf den Kohlhagen. Hier geht es zu

Kohlhagen ist einer der zwölf Orte der Hoffnung im Heiligen Jahr 2025 im Erzbistum Paderborn. Wenn Sie mehr über dieses besondere Jahr, seine Geschichte und die Angebote bei Ihnen vor Ort erfahren möchten, schauen Sie sich gerne unsere Themenseite an:

Weitere Beiträge zum Heiligen Jahr

Weitere Einträge

© Mazur/cbcew.org.uk

Unser Glaube Erzbischof Bentz: „Der Krieg als solcher ist vorbei, aber der Konflikt noch lange nicht.“

Unter dem Titel „Ein Land der Verheißung: Begegnung und Dialog mit Menschen der Hoffnung“ reisten 13 Bischöfe aus Europa und Nordamerika das Heilige Land – darunter auch Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz. Es war einer der schwierigsten Besuche für die Gruppe.
© Svea Wenderoth

Unser Glaube Warum die Sießener Franziskanerinnen ihre Komfortzone verlassen

Die gewohnte Umgebung hinter sich lassen und aufbrechen in ein Abenteuer mit Gott: Drei Sießener Franziskannrinnen sind in einen kleinen Konvent in Dortmund gezogen.
© Ralf Litera / Erzbistum Paderborn

Unser Glaube Mut finden, Hoffnung leben, Veränderung wagen

Unterwegs mit Vikar Jakob Ohm in einer Stadt und einer Kirche im Wandel
Kontakt
| |
generalvikariat@erzbistum-paderborn.de
+49 (0)5251 125-0