Erzbischof Udo Markus Bentz hatte sich Zeit genommen, um die Pilgergruppe ab Welschen Ennest, wo das Caritas-Zentrum die Wallfahrer zur Mittagspause empfing, zu begleiten. Pater Modenbach begrüßte den Erzbischof, bevor die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Caritas-Zentrum mit den verschiedenen Einrichtungen vorstellten.
Anschließend machten sich die Pilgerinnen und Pilger zusammen mit dem Erzbischof auf den zweiten, beschwerlicheren Teil des Weges hinauf zum Kohlhagen. Höhepunkt waren dann direkt nach der Ankunft die Statio am Gnadenaltar der Schmerzhaften Gottesmutter und der sich anschließende Wallfahrtsgottesdienst in einer vollbesetzen Wallfahrtskirche – ein wirkliches Fest der Gemeinschaft und des Glaubens.
„Wo finden wir Gott?“
Erzbischof Bentz ging in seiner Predigt auf den Kohlhagen als Wallfahrts- und Hoffnungsort ein: „Mich berührt die fromme Erzählung vom Hirtenjungen, der hier einmal, während die Menschen unten im Tal zum Gottesdienst nach Kirchhundem gingen, die Schafe und Ziegen weidete und dabei eine hölzernes Bild der Schmerzhaften Gottesmutter fand. – Die Hoffnung im Gebüsch versteckt!“ So fragte der Erzbischof: „ Wo finden wir Gott? Wo lässt sich Gott erfahren? Trauen wir Gott zu, dass er sich an neuen Orten abseits des gewohnt Kirchlichen ‚im Gebüsch des Alltags‘ finden lässt? Gibt es Hoffnung auf Gott auch in manch eingefahrener Routine, in der Trockenheit und Frustration des Alltags? Hier auf dem Kohlhagen der Holunderbusch und die Überraschung – Gott lässt sich neu entdecken, im Unterholz unseres Lebens lässt sich die Hoffnung neu entdecken. Die Hoffnung im Gebüsch versteckt – ein wunderbares symbolisches Bild!“
Dann leitete der Erzbischof zum Evangelium von der Hochzeit zu Kana über: Angesichts der politischen und wirtschaftlichen Probleme, der Kriege und des Anwachsens extremer Meinungen sei der Wein scheinbar ausgegangen. Die Festfreude und die Leichtigkeit des Lebens seien scheinbar verlorengegangen – wie der Wein, der ausgegangen und am Ende nur noch Wasser ist.