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© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
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Deutsch-romantische Liebesgeschichte in Eiche massiv

Die „neue alte“ Orgel in St. Clemens in Dortmund-Hombruch löst Begeisterung aus – und wurde erst mit dem Engel komplett

Pfarrer Christian Conrad ist Priester mit Leib und Seele. Und enthusiastischer Orgelmusiker. Sooft es seine Zeit erlaubt, sitzt er am Spieltisch und zieht die Register. Könnte er sich zweiteilen, würde er sich selbst begleiten, während er die Heilige Messe zelebriert. „Zur Liturgie gehört Orgelmusik“, sagt Conrad. „Gerade hier im Dortmunder Süden, wo das Interesse an Kultur groß ist, wissen die Menschen eine stimmige Liturgie mit der passenden Kirchenmusik zu schätzen.“ Einen Gutteil des erfreulich regen Gottesdienstbesuchs führt der Geistliche darauf zurück, dass die Messfeiern in St. Clemens tatsächlich Feiern sind.

Seit dem Frühjahr 2025 ist die Qualität der musikalischen Darbietungen sprunghaft gestiegen. Seither ist in St. Clemens eine „neue alte“ Orgel in Betrieb. Dabei handelt es sich um ein Instrument des Orgelbauers Klais aus Bonn – und es ist schon das vierte Instrument in der 1871 fertiggestellten neugotischen Kirche.

Die erste Orgel brachte die Gemeinde aus einer Notkirche in das neue Gotteshaus mit. Mit seinen nur acht Registern war das Instrument kaum in der Lage, den Raum mit Klang zu erfüllen. Als die Kirche 1895 erweitert wurde, ging der kleinen Orgel ganz die Luft aus. 1898 kam eine große Eggert-Orgel in die Kirche. Das Instrument wurde im Zweiten Weltkrieg bei einem Bombentreffer zerstört. Die dritte Orgel wurde 1951 aufgestellt und 2015 im renovierungsbedürftigen Zustand verkauft. Zu dem Instrument hatte Pfarrer Conrad ein gespaltenes Verhältnis: „Im Krieg gingen viele Orgeln verloren, und in der direkten Nachkriegszeit fehlten das Geld und das Material, um gute Instrumente zu bauen.“ Nach einem knappen Jahrzehnt, das mit einer Notorgel überbrückt wurde, steht nun Orgel Nummer vier in St. Clemens. Wie es dazu kam, ist für Pfarrer Conrad eine Liebesgeschichte.

Eine Liebesgeschichte in neugotischer Kulisse

Tatsächlich war die erste Begegnung mit der Orgel für den Priester so etwas wie Liebe auf den ersten Blick. Besser gesagt: Liebe auf den ersten Ton. Wobei das Äußere der alten Orgel-Dame aus dem Jahr 1907 durchaus eine Rolle spielte.

Aufgestellt war die Orgel in St. Laurentius in Duisburg-Beeck im Bistum Essen, einer mittlerweile geschlossenen Kirche. Wie St. Clemens in Dortmund war St. Laurentius in Duisburg eine neugotische Kirche. „Beim Orgelprospekt hatte der etwas exzentrische Kirchenarchitekt aber darauf bestanden, dass dieser neubarock aussehen sollte, wobei sich auch einige Jugendstilelemente an der Orgel wiederfinden“, berichtet Pfarrer Christian Conrad. Damit nicht genug: Der Architekt bestand zudem auf einer Ausführung in massiver Eiche.

Disponiert ist die optische Barock-Jugendstil-Orgel hingegen deutsch-romantisch. „Deren wunderbares Klangbild kam in den 1970er-Jahren so sehr aus der Mode, dass deutsch-romantische Orgeln reihenweise verschrottet wurden“, berichtet Pfarrer Conrad mit hörbarem Schaudern in der Stimme. Dem Schicksal entging die Klais-Orgel nur, weil der Duisburger Laurentius-Gemeinde das Geld für ein neues Instrument fehlte.

Die neue alte Orgel von St. Clemens ist damit beides: optisch wie klanglich eine Rarität. Dafür waren die Gläubigen bereit, ihre Herzen und Geldbörsen zu öffnen. Finanziert wurden der Kauf und die Generalsanierung größtenteils aus Spenden. Einziges Manko: Beim Aufbau zeigte sich, dass etwas fehlte. Irgendetwas, das die Mitte betont, das die Blicke nach oben zieht. Und hier beginnt ein neues Kapitel der Liebesgeschichte. Just zu der Zeit der Aufstellung der Orgel übergab ein Ehepaar vor dem Umzug ins Altenpflegeheim der Kirchengemeinde eine Engelsfigur. Und siehe da: Der Engel passt zur Orgel, als wäre er dafür geschaffen worden.

St. Clemens in Dortmund-Hombruch

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