Kontakt Presse & Medien Für Mitarbeitende Karriere & Jobs
Kontakt
Gestaltungselement Navigation
6
September
2021
6.September.2021

„Ich wollte einen Beruf, in dem ich Umgang mit vielen Menschen habe“

Johannes Hammer leitet seit Anfang 2021 einen der größten Pastoralen Räume des Erzbistums

Innerhalb unserer Reihe „Auf eine Kaffeelänge mit …“ treffen wir uns regelmäßig mit einer Person aus dem Erzbistum Paderborn. Einzige Vorgabe der Zusammenkunft: Das Treffen endet, sobald die Kaffeetasse geleert ist. Diesmal haben wir uns mit Johannes Hammer getroffen. Im Frühjahr 2021 wurde er zum Pfarrer der Pfarrgemeinde St. Martinus Olpe und Leiter des Pastoralen Raumes Olpe-Drolshagen ernannt. Damit kehrte der gebürtige Attendorner auch zurück in sein Heimatdekanat Südsauerland.

Pfarrer Johannes Hammer. Foto: Birgit Engel / Erzbistum Paderborn
Pfarrer Johannes Hammer. Foto: Birgit Engel / Erzbistum Paderborn
Pfarrer Johannes Hammer. Foto: Birgit Engel / Erzbistum Paderborn

Es kann gelingen

Johannes Hammer wurde 1991 zum Priester geweiht. Sein Weg führte ihn von Iserlohn über Dortmund und Menden zurück nach Iserlohn, wo er seit 2014 den Pastoralverbund Iserlohn leitete. Seit 2016 war er zudem Dechant des Dekanates Märkisches Sauerland. „Ich habe nie gedacht, dass ich bis zum Ende meiner Dienstzeit in Iserlohn bleibe. Ich konnte mir einen Wechsel, etwas Neues vorstellen. Als man mir vorschlug, nach Olpe zu gehen, habe ich gedacht, man wolle mich auf den Arm nehmen. „Man stelle sich vor: ein Attendorner in Olpe“ lacht Hammer. Wer sich in der Region auskennt, weiß, was gemeint ist: der ewige Zwist der beiden Nachbarstädte, historisch begründet und heute in aller Freundschaft scherzhaft gepflegt. Heimlich sei er durch das Olper Land gefahren, habe sich umgeschaut und sei zu der Einschätzung gekommen, die sich bis heute bestätige: „Ja, es kann gelingen. Und sowieso ist es doch so: die Olper und die Attendorner unterscheiden sich nicht. Es ist der gleiche Menschenschlag.“

Durch die Brille des Glaubens sehen

Was Hammer immer wieder beindruckt, ist die Begegnung mit Menschen an Lebenswenden. Ob es die Taufe eines Kindes ist, um die Eltern bitten, eine Hochzeit oder auch die Grenzen des Lebens. „Es sind die einschneidenden Erlebnisse, dann, wenn Gespräche intensiv werden. Ich versuche natürlich, die Dinge durch die Brille des Glaubens zu sehen.“ In seiner Kindheit und Jugend habe er durch sein familiäres Umfeld mit Krankheit und Tod zu tun gehabt. Dann werde man nachdenklich. Forsche in sich, was Leben für einen selbst bedeute und ausmache und werde gedrängt, über den Sinn des Lebens nachzudenken. Automatisch und unausweichlich kämen dabei Glaubensfragen auf.

„Der Liebe Gott hat es immer gut mit mir gemeint. Sonst wäre ich nicht mehr in meinem Beruf. Ich habe gemerkt, dass eine unsichtbare Hand immer da ist. Besonders in Krisen. Im Auf und Ab von Kirche und Glaube. Wir leben in stürmischen Zeiten, was unsere Gesellschaft und auch Kirche angeht, mit allen Fragen, die damit verbunden sind“, so Hammer. „Ich finde es einfach spannend“, schaut er dabei auf eine Kirche im Spagat zwischen Tradition und Moderne. „Zum einen habe ich mit traditionellen Formen zu tun. Beispielsweise wenn ich an das hier sehr ausgeprägte Prozessionswesen denke oder daran, wie das Schützenwesen Glauben transportiert. Und dann gibt es das moderne und neue Bild. Ich denke an das Altarretabel in Drolshagen mit Maria in Jeans, das ja ein Erfolg ist, denn man spricht darüber. Oder an Maria 2.0. Mit Vertreterinnen der Bewegung hier habe ich bereits Kontakt gehabt. Wir müssen uns zusammensetzen. Es interessieren mich nicht nur die konkreten Fragen, wie beispielsweise die Gleichberechtigung von Frauen, sondern ganz besonders die Biografien, die hinter den Menschen und ihren Anliegen stecken.“

Muggelkirmes in St. Martinus

Am dritten Sonntag im September und verbunden mit der Kirchweih wird auf dem Marktplatz der Kreisstadt Olpe die Muggelkirmes gefeiert. Als 1974 rund ein Dutzend Jugendliche und junge Erwachsene die Kirmes ins Leben riefen, bestand der Fuhrpark aus einem einzigen alten Mofa. Später kamen auch ausgediente Krankenhausbetten als Transportmittel dazu. Heute steckt eine riesige Logistik in dem Unternehmen, das nicht nur Kinder anspricht, sondern Bürgerinnen und Bürger jeden Alters. Jedes Jahr engagiert sich die ganze Kreisstadt, von der Einzelperson über verschiedenste Gruppierungen bis zu Geschäftsleuten, Verbänden und Vereinen für das bunte Treiben, ein absoluter Liebling im Terminkalender. Seit jeher blickte man mit dem Motto „Eine Welt rückt zusammen“ weit über die eigene Kirchturmspitze hinaus, mit dem Ziel, das Bewusstsein „in einer Welt zu leben“ zu stärken. Die Erlöse kommen Hilfsprojekten in Südamerika, Afrika und Indien zugute, helfen Brücken, Straßen, Krankenhäuser, Schulen, Ausbildungs- und Betreuungseinrichtungen zu bauen.