In den Archivbelegen schlummert einige prophetische Kraft. Nuntius Pacelli wurde in Paderborn empfangen und bejubelt, als wäre er bereits Papst. Nicht von ungefähr zog das traditionell katholisch geprägte Westfälische Volksblatt am 24. Juli 1926, das ihm eine ganze Seite mit einer Porträtaufnahme widmete – eine damals noch ungewöhnliche und deswegen besondere Hommage –, Parallelen zum historischen Treffen des Frankenkönigs Karl mit Papst Leo III. im Jahr 799. Während das Reich Karls des Großen jedoch längst untergegangen sei, so heißt es im Beitrag, zeige die „heilige Kirche, die von Christus auf den Felsen, auf Petrus und seine Nachfolger, erbaut ist“ unvermindert ihre Lebendigkeit, denn: „Geblieben ist der gleiche heilige Glaube, der damals die Paderborner zur Begeisterung für den Stellvertreter Christi fortriß. Geblieben ist aber auch die gleiche Liebe und Treue der Paderborner katholischen Bürgerschaft zum Heiligen Vater in Rom, auf den Gott die höchste Würde und geistliche Vaterschaft gelegt, indem er ihm die Schlüssel des Himmelreiches übertragen hat.“
Mit Kirche, Kultur und Kirmes zieht Libori seit jeher Menschen aus nah und fern an. Regelmäßig besuchen auch hohe Geistliche das Fest. Vor exakt 100 Jahren allerdings kam es zu einem wahrhaftigen Jahrhundertereignis. Libori 1926 herrschte in Paderborn große Freude über den Besuch des päpstlichen Nuntius Eugenio Pacelli (1876–1958), der 1939 als Papst Pius XII. zum Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche gewählt wurde. In den Beständen des Erzbistumsarchiv ist der hohe Besuch in Wort und Bild umfassend dokumentiert. Eine besonders gelungene Fotografie bildet die Archivalie des Monats Juni 2026.