Steil geht es hinauf nach Padberg. Hat man den hübschen Dorfplatz mit den überdachten Sitzgelegenheiten erreicht, ist der größte Anstieg überstanden. Von dort geht es vorbei an der neubarocken Pfarrkirche St. Maria Magdalena, im Volksmund „Padberger Dom“ genannt, ein kurzes Stück weiter hinauf, dann ist man an der alten Kirche St. Petrus angelangt. Die weiß getünchte, schiefergedeckte Kirche ist nicht groß. Trotzdem wirkt St. Petrus monumental. Meterdicke Mauern und die mit Eisennägeln beschlagene Tür, die sich von innen verrammeln lässt, zeigen es an: St. Petrus war einst eine Wehrkirche. Und es scheint, als wäre sie für die Ewigkeit gebaut.
„Sie hätten die Kirche vor der Renovierung sehen sollen“, sagt Patronatsherrin Ulrike Gräfin Droste zu Vischering. „Außen, an der Bergseite, stand das Gelände einen Meter höher an der Wand an. Innen lief das Wasser an der Wand herunter, alles roch schimmlig.“ Feucht und kalt war die Kirche schon seit über 100 Jahren, und zwar so schlimm, dass die Kinder der gräflichen Familie im Hochsommer mit Wintermänteln bekleidet den Gottesdienst besuchten. Ende des 19. Jahrhunderts sollte die alte Kirche gar abgerissen werden. Zum Glück konnte dies der damalige Patronatsherr Graf Wilhelm Droste zu Vischering verhindern. Er förderte nicht nur den Bau der 1912 geweihten Pfarrkirche St. Maria Magdalena nach Kräften, sondern setzte sich zusammen mit dem Kirchenvorstand für den Erhalt der alten Kirche ein. In den 1960er-Jahren wurde die Kirche zum ersten Mal restauriert, bis heute werden regelmäßig heilige Messen dort gefeiert.