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© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

Auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen

In der tausendjährigen Geschichte von St. Petrus in Padberg wurde die Kirche von den Menschen „durchgebetet“

Steil geht es hinauf nach Padberg. Hat man den hübschen Dorfplatz mit den überdachten Sitzgelegenheiten erreicht, ist der größte Anstieg überstanden. Von dort geht es vorbei an der neubarocken Pfarrkirche St. Maria Magdalena, im Volksmund „Padberger Dom“ genannt, ein kurzes Stück weiter hinauf, dann ist man an der alten Kirche St. Petrus angelangt. Die weiß getünchte, schiefergedeckte Kirche ist nicht groß. Trotzdem wirkt St. Petrus monumental. Meterdicke Mauern und die mit Eisennägeln beschlagene Tür, die sich von innen verrammeln lässt, zeigen es an: St. Petrus war einst eine Wehrkirche. Und es scheint, als wäre sie für die Ewigkeit gebaut.

„Sie hätten die Kirche vor der Renovierung sehen sollen“, sagt Patronatsherrin Ulrike Gräfin Droste zu Vischering. „Außen, an der Bergseite, stand das Gelände einen Meter höher an der Wand an. Innen lief das Wasser an der Wand herunter, alles roch schimmlig.“ Feucht und kalt war die Kirche schon seit über 100 Jahren, und zwar so schlimm, dass die Kinder der gräflichen Familie im Hochsommer mit Wintermänteln bekleidet den Gottesdienst besuchten. Ende des 19. Jahrhunderts sollte die alte Kirche gar abgerissen werden. Zum Glück konnte dies der damalige Patronatsherr Graf Wilhelm Droste zu Vischering verhindern. Er förderte nicht nur den Bau der 1912 geweihten Pfarrkirche St. Maria Magdalena nach Kräften, sondern setzte sich zusammen mit dem Kirchenvorstand für den Erhalt der alten Kirche ein. In den 1960er-Jahren wurde die Kirche zum ersten Mal restauriert, bis heute werden regelmäßig heilige Messen dort gefeiert.

Ein durchgebeteter Ort seit Jahrhunderten

Der Erhalt der Kirche als Glaubensort und Kulturdenkmal erwies sich als Glücksfall. Die archäologische Untersuchung während der Generalsanierung von 1997 bis 2004 ergab mehrere spektakuläre Befunde. So zeigte sich, dass die Kirche nicht, wie ein sich hartnäckig haltendes Gerücht besagt, im Jahr 1057 erbaut wurde, sondern deutlich älter ist als die erste urkundliche Erwähnung. Der früheste Bauteil stammt aus der Zeit vor der ersten Jahrtausendwende. Zum ursprünglichen Bau kamen in der Folgezeit drei Erweiterungsbauten hinzu. Im Wesentlichen fertiggestellt war die zweischiffige Anlage mit dem wuchtigen Mittelpfeiler im 14. Jahrhundert. Aus dem 13. Jahrhundert stammt ein besonderer Schatz der Kirche. Wer es nicht besser weiß, übersieht das spitzbogige Fenster direkt über der Kirchentür. Dabei handelt es sich jedoch um das älteste vollständig erhaltene Holzfenster Westfalens.

Auch zur Kirchenausstattung hat Gräfin Droste zu Vischering viel zu erzählen. Die beiden Barockengel aus Sandstein etwa waren von einem Kaplan Ende des 19. Jahrhunderts aus der Kirche entfernt und vergraben worden. Der fromme Kirchenmann befürchtete, die Engel könnten mit ihren unverhüllten Schultern die männliche Dorfjugend in Verwirrung stürzen. Im Zuge der ersten Renovierung wurden die Figuren wieder aufgestellt. Nach St. Petrus hineingerettet wurde auch der früher auf dem freien Feld aufgestellte neugotische Kruzifixus, an dem nach einer missglückten Restauration der Holzwurm nagte. Als ein Specht mit seinem Schnabel gegen das Haupt des Herrn hämmerte, wurde der schlechte Zustand der Figur bemerkt. Die Sanierung war sündteuer.

Der größte Schatz von St. Petrus aber sind weder die Ausstattungsgegenstände, noch sind es die baulichen Details oder die Anekdoten. Es ist die Stimmung in der Kirche. Jahrhundert über Jahrhundert trugen die Menschen ihren Glauben hierher. „Das Besondere dieser uralten Kirche ist – so meine Familie –: Sie ist so herrlich durchgebetet!“, schließt Gräfin Droste zu Vischering. Wer die Kirche St. Petrus mit der richtigen Einstellung betritt, kann sich ihrer Atmosphäre nicht entziehen.

St. Petrus in Padberg

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