Die aktuelle Corona-Pandemie berge die Gefahr, die Menschen an den Rändern aus dem Blick zu verlieren, in anderen europäischen Ländern, aber auch weltweit. Davor warnt Weihbischof Matthias König. „Wir haben den Blick auf die wirkliche Not in anderen Erdteilen und auch in anderen Ländern Europas verloren“, sagt der Bischofsvikar des Erzbistums Paderborn für Aufgaben der Weltkirche und Weltmission im Hinblick auf die weltweite Pandemie.
Solidarität, die praktisch funktioniert
Es sei wichtig, dass Solidarität nicht nur verbal, vielmehr auch praktisch funktioniere, erklärt Weihbischof König. Es komme darauf an, die Ärmsten der Armen in den Blick zu nehmen und für sie da zu sein. „Unsere großen kirchlichen Hilfswerke tun das, sie werden täglich informiert, was die dringendsten Bedürfnisse der Menschen sind, wo die größten Brennpunkte sind und was die Kirche mit ihren Hilfsmitteln tun kann.“
Beispielland: Indien
Weihbischof Matthias König verwies als Beispiel auf Indien, wo er im Januar und Februar war. „Es ist kaum vorstellbar, dass es in diesem riesigen Land mit 1,3 Milliarden Einwohnern nun verboten ist, in die Öffentlichkeit zu gehen. Die Menschen sollen zuhause bleiben, aber Millionen Menschen haben gar kein Zuhause, sie leben auf der Straße. Außerdem bedeutet der Shut down für Millionen Menschen dort und auch in anderen Erdteilen, dass alles Einkommen wegbricht, weil viele nicht mehr als Tagelöhner, Aushilfen und Essensverkäufer arbeiten können.“
Situation gemeinsam angehen
Er habe im Hinblick auf die Corona-Pandemie die Hoffnung, durch die Krise und den Versuch, sie gemeinsam zu bewältigen, letztlich gestärkt aus ihr hervor zu gehen, betont Weihbischof König. „Im Grunde genommen haben wir gar keine andere Wahl, und im positiven Sinne auch keine andere Chance, als die Situation gemeinsam anzugehen.“