„Mich machen Anni und Finn glücklich."
Clara
Im Café Unperfekt in Salzkotten-Scharmede überreichten Kindergartenkinder Glücklichter an Gäste. „Lass die Welt für einen Moment weich werden!“, trugen sie vor. Wir waren dabei:
Selbst bemalte Glücklicht-Lampions in den Händen, ziehen die Kinder ins Café Unperfekt im Pfarrheim Salzkotten-Scharmede ein, ihre Glücklichter in den Händen. Sie singen: „Tragt in die Welt nun ein Licht.“ Wo eben noch rege geplaudert wurde, gehört die Aufmerksamkeit nun allein ihnen. „So still ist es hier nie!“, ruft Monika Rilinger vom Team der Ehrenamtlichen des Bürger- und Heimatvereins aus.
Doch wer bekommt ein Glücklicht? Es sind viel weniger Kinder als Besucher. Sind die eigene Oma, der eigenen Opa, dabei, fällt dies leicht. Auf fremde Besucherinnen und Besucher gehen sie zögernd zu, überreichen, ziehen sich schnell zurück. Das ist mutig genug!
Auch ohne Glücklicht in den Händen: Die Gäste sind dankbar für die Aufmerksamkeit der Kinder und der gesamten Kita, die nur wenige Gehminuten vom Café-Gebäude entfernt liegt. Das zeigen ihre strahlenden Augen. Und die Kinder strahlen, ein wenig schüchterner, zurück.
Aber wie war das mit Jesus, Maria und Josef so genau? Die Weihnachtsgeschichte im Video erklärt, findet sich übrigens auf unserer Themenseite zu Weihnachten. Und dort ist noch Vieles mehr zu entdecken, zum Beispiel im Heft für Familien – „Da berühren sich Himmel und Erde“ auch eine Taschenkrippe.
Wir können Weihnachten, wie Erzbischof Bentz gesagt hat. Und wir können noch viel mehr. Christin oder Christ zu sein, trägt so viel wichtige Botschaft in sich.
Maria Sehrbrock
Die Kinder aus der Katholischen Kita St. Petrus und Paulus kommen fast sofort auf Maria und Josef, wenn Ihre Erzieherinnen sie nach dem Kind in der Krippe fragen. Und es geht um den Nächsten und um Gemeinschaft. Und um Familie. Immer wieder. „Ich habe vier Kinder und alle sind gesund. Das ist ein Gottesgeschenk“, hatte schon Joey Kelly beim Weihnachtsbacken 2024 erklärt.
„Erst die Glücklich/t-Aktion bei uns im Kindergarten, dann das Weihnachtssingen und jetzt der Termin im Café Unperfekt. Das ist eine runde Sache und macht mich optimistisch, dass Kirche und Glaube über neue Ideen weiter mitwirken kann“, sagt Maria Sehrbrock.
Das „Café Unperfekt“ ist ein offener, generationsübergreifender Treff im Pfarrheim von St. Petrus und Paulus an jedem dritten Mittwoch im Monat ab 15 Uhr. Es lebt vom ehrenamtlichen Engagement, von Spenden und von der Idee, Gemeinschaft im Kleinen erfahrbar zu machen. Genau darin liegt sein großer Erfolgsrezept. „Wir machen das aus Spaß und sind keine Profis“, betont Monika Rielinger. Als Aktive im Heimatverein sei es ihr wichtig gewesen, etwas für die Menschen im Dorf zu tun und zugleich die schönen Räumlichkeiten des Pfarrheims zu nutzen. Dass das Angebot so gut angenommen würde, habe damals niemand ahnen können. Zwischen 30 und 50 Personen sind es immer.
Offen war auch die Herangehensweise. Initiiert wurde das Café von Monika Rilinger und anderen Ehrenamtlichen des Heimat- und Bürgervereins. Die Idee war länger da und wurde im März 2023 spontan umgesetzt. Das Pfarrheim bot sich an. Die Räumlichkeiten sind schön, großzügig und auch ein Garten lockt im Sommer. Die örtliche kfd hat – ebenfalls unkompliziert – ihr Kuchenbuffet zur Verfügung gestellt.
Das Stammpersonal besteht aus sieben Frauen. Sie backen selbst oder sprechen andere Frauen im Dorf an. Es gibt einen kleinen Unkostenbeitrag. Manche Gäste verzichten bewusst darauf und geben stattdessen eine Spende. Eine Spielecke kann bei Bedarf eingerichtet werden. „Die Zusammensetzung der Gäste ist bunt gemischt. Ja, es kommen auch Männer. Genau das ist gewollt“, sagt Monika Rilinger. Das „Unperfekt“ versteht sich ausdrücklich nicht als klassisches Seniorencafé, wie es die Caritas anbietet, sondern als offener Treff ohne Anmeldung. Dabei nehmen die Organisatorinnen auch in Kauf, dass am Ende manchmal nichts übrigbleibt. Oder dass es nicht genug gibt, was allerdings noch nie vorgekommen ist.
„Scharmede ist ein reger Ort“, betont Monika Rilinger. Hier gibt es viele weitere Angebote wie einen Kreativtreff, das Seniorencafé oder das Kuchenbuffet der kfd. Der Gewinn von allem, was im Rahmen des Cafés gespendet wird, kommt dem Dorf zugute. So wurden etwa Pflanzen für den Kreisverkehr angeschafft oder Stutenkerle für den Martinsumzug finanziert. Für Monika Rielinger ist das Café-Angebot gelebte Gemeinschaft. Diese werde auch von den Menschen anerkannt. Oft gebe es Umarmungen und ein herzliches Dankeschön.
„Ich bin überzeugte Christin“, sagt Monika Rilinger. „Ich liebe Menschen!“ Sie ist ebenso überzeugt, dass es gerade in der heutigen Zeit wichtig ist, im Kleinen anzufangen. Wenn es im direkten Umfeld gut laufe, könne auch Gemeinschaft insgesamt wachsen. Das Café gibt Raum, um dies zu erleben. Hier kommt auch schon mal der Handwerker mit seinem Angestellte auf einen Kaffee und ein Stück Kuchen herein. Generationen begegnen sich, Familien, ältere Menschen, Kinder.
Die Ehrenamtlichen legen an Cafétagen schon morgens los mit dem Stellen der Tische und dem Eindecken: eineinhalb Stunden dauert es, bis aus dem leeren Raum ein Café geworden ist. Und abends alles retour. Clemens Bakalara vom Bürger- und Heimatverein unterstützt, wann immer er es beruflich einrichten. Für besondere Anlässe, etwa wenn wie jetzt in der Weihnachtszeit die alte Krippe aus der Pfarrkirche hinten im Pfarrheim aufgebaut wird, ist viel noch mal mehr Einsatz nötig. „Das ist für uns selbstverständlich. Und der große Andrang motiviert uns. Wir machen so weiter“, spricht Monika Rilinger für ihr Team.
„Wer macht dich glücklich?“, hatte Erzieherin Denise Sterndal vier Kinder aus der Katholischen Kita St. Petrus und Paulus in Scharmede in den Tagen zuvor befragt. Sofort kam ein Name. Eines Kindes, eines Elternteils.
Beim Jesuskind in der Krippe muss ich an Maria und Josef denken, die mussten ganz schön weit gehen.
Kindergartenkind Coco
Coco wird glücklich gemacht von Juli, die sie eben noch beim Frühstück gesehen hat. Und sie sagt: „Ich freue mich auf Weihnachten, weil wir dann einen Tannenbaum holen. Dann schmücken wir den, das finde ich ganz schön. Mit Kugeln. Rot, gelb, grün, blau…“ – um sich ganz genau an die Farben vom letzten Jahr zu erinnern, ist sie noch viel zu klein. „Wenn ich das Christkind sehe, dann denke ich daran, dass Heiligabend ist. Und daran, dass ich im Krankenhaus war als ich klein war“ sagt indes Milian. Wie, was? Doch die Auflösung ist leicht und schön: Er selbst hat kurz nach Weihnachten Geburtstag.
Und die Gäste, die an diesem Nachmittag im Dezember im Café Unperfekt zu Gast sind? Wie sie sich fühlen, als die Kinder ihnen die Lichter überreichen, ist ihnen anzusehen. Sie strahlen! Und die Kinder und Erzieherinnen auch. Wer glücklich macht, wird glücklich. Die Kinder singen noch die Weihnachtsbäckerei und dann ziehen sie sich langsam zurück ins Obergeschoss, wo Jacken, Getränke, Kuchen und Mama und Papa warten. Oder bald ankommen. „Ja, keine Sorge, ihr werdet alle hier abgeholt, keiner bleibt hier zurück!“, antwortet Maria Sehrbrock auf eine beunruhigte Nachfrage.
Fürsorge erleben, Familie und Freunde um sich haben, füreinander da sein, Nähe zeigen… Willkommen im Stall von Bethlehem!