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© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
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Die Kinder lieben die Regenbogenfarben

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Das Ordensleben beginnt jeden Tag neu

Es war 1991. Erst ein Jahr zuvor war der Kommunismus implodiert, war der Eiserne Vorhang zwischen den Machtblöcken gefallen. In einer Nacht dieses Jahres, früh um drei Uhr, stehen fünf junge Frauen aus Rumänien, begleitet von zwei Priestern, vor der Pforte des Klosters Grafschaft. Müde von der langen Reise klopfen sie an … und ab hier beginnt das Ordensleben, jeden Tag neu.

Die Suche nach Sinn führte mich zu Gott

Eine der fünf Frauen ist Schwester Edith, die heute noch im Kloster Grafschaft lebt, arbeitet und betet. In ihrer Kindheit und Jugend war Rumänien ein kommunistisches Land. „Klosterfrauen kannten wir nur aus dem Film“, sagt sie und fängt an zu lachen. Schwester Edith lacht gern. Manchmal leise, mitunter schallend. Trotz ihrer früheren Unkenntnis des klösterlichen Lebens hat sie sich für ein Ordensleben entschieden. „Dafür sorgte eine innere Unruhe, die mich immer wieder ergriffen hat“, erzählt die Klosterfrau. „Die Suche nach Sinn führte mich zu Gott.“

Dass es verschiedene Kongregationen mit unterschiedlichen Ausprägungen gibt, von kontemplativ über apostolisch bis karitativ und diakonisch, war der Schwester bei ihrem Eintritt als Novizin unbekannt und spielt auch heute keine große Rolle für sie. „Nachfolge heißt Gott hinterherlaufen, dorthin, wo Gott einen haben will“, sagt die Ordensfrau.

Wie aus dem Bilderbuch

Gott stellte Schwester Edith an einen besonderen Ort. Grafschaft war von seiner Gründung im Jahr 1072 bis zu seiner Auflösung im Jahr 1804 im Zuge der Säkularisation eine Benediktinerabtei und das spirituelle Zentrum im Sauerland. Wieder als Kloster genutzt wird es erst seit dem Einzug der Borromäerinnen im Jahr 1948. „Dass es ursprünglich ein benediktinisches Männerkloster war, ist an dem Gebäude heute noch an vielen ordenspriesterlichen Details abzulesen“, erzählt Schwester Edith. „Von seiner Architektur her ist Grafschaft ein Kloster wie aus dem Bilderbuch.“

Der heilige Karl Borromäus

Viel wichtiger als Baulichkeiten und Gemäuer ist für die Ordensfrau aber das Klosterleben. Bei den Borromäerinnen handelt es sich um einen apostolisch-karitativ tätigen Orden. Der Patron des Ordens, der heilige Karl Borromäus, war im 16. Jahrhundert Kardinal und Erzbischof von Mailand. Gegründet wurde der Orden jedoch erst im darauffolgenden Jahrhundert im lothringischen Nancy. Dort widmete der Advokat Josef Chauvenel sein Leben den Armen, Kranken und Verlassenen und richtete eine Armenapotheke ein. Als 1651 in Toul die Pest ausbrach, reiste er dorthin, um die Kranken zu pflegen. Er steckte sich an und starb im Alter von 31 Jahren. Dem Wunsch seines verstorbenen Sohnes entsprechend, führte sein Vater Emanuel Chauvenel dessen Lebenswerk fort und gründete 1652 in Nancy das Haus der Barmherzigkeit oder La Charité.

Mit Respekt, Herzlichkeit und der Liebe zu Gott

Die Versorgung der Armen und die Pflege der Kranken gehören immer noch zu den Kernaufgaben der Borromäerinnen. An das Kloster Grafschaft ist eine Fachklinik in Trägerschaft der Schwestern angeschlossen, Neubauten des Krankenhauses umschließen den historischen Klosterkomplex vollständig. Schwester Edith ist nicht in der Krankenpflege tätig. „Ich hab’s versucht, aber Gott hat mich an einen anderen Platz gestellt“, sagt sie. „Ich bin Erzieherin und leiste Verkündigungsarbeit. Manchmal mit Worten oder Taten, manchmal nur durch mein Lebenszeugnis.“ Und dann lacht sie wieder, und ihr Lachen ist angefüllt mit Respekt, Herzlichkeit und der Liebe zu Gott.

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© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

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