logocontainer-upper
Erzbistum Paderborn
logocontainer-lower

Ruhend auf neun Säulen

Erzbistumskalender 2022: St. Joseph in Herne-Horsthausen ist eine moderne Erzählkirche mit stündlich wechselnder Lichtstimmung
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Unser Glaube
16. September 2022
Herne-Horsthausen

Ruhend auf neun Säulen

Erzbistumskalender 2022: St. Joseph in Herne-Horsthausen ist eine moderne Erzählkirche mit stündlich wechselnder Lichtstimmung

Eine Erzählkirche

Nein, Josef Becker ist nicht der Erzbischof von Paderborn. Trotz der Übereinstimmung in weiten Teilen des Namens ist er „nur“ Gemeindereferent im Ruhestand und Mitglied des Kirchenvorstands der Gemeinde St. Dionysius in Herne. Doch auch er ist ein Mann der Kirche und obendrein ein großartiger Erzähler. Das Talent macht ihn zum gefragten Gottesdienstleiter, vor allem bei Trauerfeiern, wobei es natürlich auch eine Rolle spielt, dass er die meisten der Verstorbenen auf ihrem Lebensweg begleitet hat. In seinen Traueransprachen weiß Becker Persönliches zu berichten und findet die richtigen Worte, um den Hinterbliebenen Trost zu spenden. Häufig spricht Josef Becker aber auch bei freudigen Anlässen, etwa bei Führungen durch seine Kirche St. Joseph in Herne. Dabei ergänzen sich Mann und Kirche ideal, denn St. Joseph ist eine Erzählkirche. „Die Leitidee lautet: Das Volk Gottes auf dem Weg“, berichtet Josef Becker. „Alle zentralen Orte der Kirche und vor allem die Glasfenster erzählen Weg-Geschichten.“

Die neue Kirche auf neun Säulen

Bevor er die Symbolik der Ausstattung erläutert, leitet Becker seinen Vortrag mit der Baugeschichte des Gotteshauses ein. St. Joseph ist ein sehr junger Kirchenbau. Die Einweihung fand erst im November 1984 statt. Errichtet wurde die Kirche an der Stelle eines neugotischen Vorgängerbaus, der mithilfe der Zeche „Friedrich der Große“ im Jahr 1908 errichtet worden war. Der Steinkohlenbergbau beteiligte sich aber nicht nur an der Finanzierung der Kirche, sondern trug auch die Verantwortung dafür, dass das Gebäude schon nach acht Jahrzehnten wieder abgerissen werden musste. Aufgrund von Bergschäden hatte sich das Kirchenschiff auf der Nordseite um einen Meter geneigt, der Kirchturm war sogar zwei Meter aus dem Lot geraten und wurde als „Schiefer Turm von Horsthausen“ 1983 gesprengt. „Damit sich die Bergschäden nicht wiederholen, ruht die neue Kirche auf neun Säulen“, berichtet Josef Becker. „Auf diese Weise lassen sich Senkungen mit Stempeln, Stützelementen, ausgleichen. Und das ist wichtig, weil es sich bei der Kirche um ein architektonisches Juwel handelt, das die Menschen zusammenbringt.“

Kirche als Gemeinschaft der Gläubigen

Besonders deutlich wird dies im Altarraum. Dort sind vier Bankblöcke in einem Viertelkreis um die Altarinsel angeordnet. Der Abstand von den Bänken zum Altar beträgt gerade einmal drei Schrittlängen. Keine Säule versperrt die Sicht, es gibt nichts, wohinter man sich verstecken kann. „Hier lässt sich Kirche als Gemeinschaft der Gläubigen unmittelbar erleben“, erläutert Josef Becker. „Die Nähe ist auch der Grund, weshalb sich Paare in St. Joseph so gern das Ja-Wort geben.“

Vollends ins Schwärmen gerät Gemeindereferent Becker bei der Beschreibung des Bildprogramms der Glasfenster, die das Volk Gottes auf dem Weg zeigen. Im frühen Morgenlicht leuchtet das Fenster, das den Auszug der Israeliten aus Ägypten zeigt. Am Vormittag strahlt das große Christusfenster in himmlischem Blau. Die Mittagssonne erhellt das Bild von Christus, dem Guten Hirten. In der Nachmittagssonne glüht das Fenster des heiligen Maximilian Kolbe, der im Konzentrationslager Auschwitz freiwillig anstelle eines Familienvaters in den Hungerbunker ging. „Mit einem einzigen Besuch der Kirche St. Joseph ist es also nicht getan“, lädt Josef Becker zum Wiederkommen ein. „Unsere Kirche lässt sich stündlich neu entdecken.“

Das Kalenderbild

© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

Bistumskalender 2022: Auf dem Weg im Erzbistum Paderborn

Der diesjährige Bistumskalender nimmt uns mit auf eine Reise durch das Erzbistum Paderborn und macht jeden Monat Halt an zwei besonderen Orten: an zahlreichen Kapellen oder Kreuzwegen, die jeweils Zeugen einer interessanten Entstehungsgeschichte sind. Darüber hinaus erzählt der Kalender faszinierende Geschichten von Menschen, die mit diesen Orten verbunden sind – manchmal nicht nur über viele Jahre, sondern sogar über weite Entfernungen hinweg. Wir stellen Ihnen hier alle zwei Wochen das neueste Kalenderblatt vor.

Die weiteren Kalender-Einträge

© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Unser Glaube | 16. September 2022

Ruhend auf neun Säulen

Erzbistumskalender 2022: St. Joseph in Herne-Horsthausen ist eine moderne Erzählkirche mit stündlich wechselnder Lichtstimmung
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Unser Glaube | 01. September 2022

Kunstschätze im Waschbecken

Erzbistumskalender 2022: 25 Jahre lang umsorgte das Küsterehepaar Kneer die Kirche St. Pankratius in Gütersloh
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Unser Glaube | 16. August 2022

Kirche ist mehr als ein Gebäude

Erzbistumskalender 2022: Der Turm von Herz Mariä in Lünen-Horstmar war ein Sanierungsfall – jetzt ist er das Wahrzeichen einer neuen Mitte des Stadtteils
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Unser Glaube | 03. August 2022

Nachfolge heißt Gott hinterherlaufen

Erzbistumskalender 2022: Das Kloster Grafschaft ist vom Mittelalter bis heute ein spirituelles Zentrum im Sauerland
© Bezim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Unser Glaube | 16. Juli 2022

Fest verankert in der Kirche, fest verankert in der Stadt

Erzbistumskalender 2022: Die Pfauenfigur auf der Turmspitze der Liboriuskapelle ist ein Wahrzeichen der Stadt Paderborn und des Libori-Festes
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Unser Glaube | 01. Juli 2022

Bei Anruf Kirchenführung!

Erzbistumskalender 2022: In der romanischen Kirche Sankt Kilian in Lügde finden sich neben christlichen auch heidnische Symbole
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Unser Glaube | 16. Juni 2022

Als wäre es immer schon da gewesen!

Erzbistumskalender 2022: Das Wegkreuz bei der Michaelskirche im Korbacher Ortsteil Hillershausen ist ein Gemeinschaftswerk der Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Unser Glaube | 01. Juni 2022

Bei der Männerwallfahrt machen sich die Frauen aus dem Staub

Erzbistumskalender 2022: Das Brünneken bei Bökenförde ist auch abseits der Wallfahrten und Prozessionen gut besucht
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Unser Glaube | 16. Mai 2022

Ein Ort, an dem die Seele aufblüht

Erzbistumskalender 2022: Mariä Heimsuchung auf dem Kohlhagen ist eine uralte Wallfahrt und zugleich ein neues Geistliches Zentrum
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Unser Glaube | 01. Mai 2022

Wende deine barmherzigen Augen uns zu und zeige uns Jesus

Erzbistumskalender 2022: Die Wallfahrt in Werl zählt zu den großen Marienwallfahrten in Deutschland
 
| |
generalvikariat@erzbistum-paderborn.de
+49 (0)5251 125-0
Barrierefreiheit