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© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
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Mit Maria gehen wir zum Altar, und mit Maria gehen wir zu den Menschen

Die Doppelmadonna in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Kirchhundem symbolisiert die Kirche als Ganzes

Die Mondsichelmadonna, auch bekannt als Strahlenkranzmadonna oder als Madonna im Strahlenkranz, ist in der sakralen Kunst ein weitverbreiteter Typus. Oft ist sie bekrönt, mitunter trägt sie ein Zepter in ihrer Rechten – eine Himmelskönigin eben. Und natürlich hält sie in ihrer Linken, auf der Herzensseite, den Jesusknaben, der gern mit einer Weltkugel spielt. Wie die Bezeichnungen es nahelegen, ist die Madonnenfigur eingehüllt in einen Strahlenkranz, dabei steht sie aufrecht und selbstbewusst auf einer Mondsichel. In manchen Darstellungen zertritt sie obendrein eine Schlange. Auch der Gesichtsausdruck und die Haltung des Kopfes sind variabel. Je nach Zeitalter und Kunstschule schaut sie ernst und würdevoll in die Welt, oder sie blickt lieblich lächelnd auf den Jesusknaben.

Ihren Ursprung aber hat die Mondsichelmadonna in der „apokalyptischen Frau“ aus dem zwölften Kapitel der Offenbarung des Johannes. In dieser Szenerie ist der Jesusknabe noch gar nicht geboren. Und es geht hier nicht ernst oder gar lieblich zu, sondern apokalyptisch:

Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt. Sie war schwanger und schrie vor Schmerz in ihren Geburtswehen. Ein anderes Zeichen erschien am Himmel und siehe, ein Drache, groß und feuerrot, mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und mit sieben Diademen auf seinen Köpfen. Sein Schwanz fegte ein Drittel der Sterne vom Himmel und warf sie auf die Erde herab. Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte; er wollte ihr Kind verschlingen, sobald es geboren war. Und sie gebar ein Kind, einen Sohn, der alle Völker mit eisernem Zepter weiden wird. Und ihr Kind wurde zu Gott und zu seinem Thron entrückt. (Offb 12,1-5)

Maria als Bild der Kirche

„Natürlich lesen wir die apokalyptische Frau als heilige Maria“, erklärt Heinrich Schmidt, Pfarrer in Kirchhundem. „Ebenso ist es geboten, die Offenbarung des Johannes als Dokument einer Zeit zu verstehen, in der eine junge Kirche vielen Bedrohungen und Verfolgungen durch das römische Imperium ausgesetzt ist. Denn für nichts anderes als das kaiserliche Rom steht der rote Drache. Gleichzeitig macht dies die Gottesmutter Maria zu einem Symbol für die Kirche, die zusammenhalten muss, will sie nicht untergehen.“

Für „seine“ Strahlenkranzmadonna in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Kirchhundem bietet Pfarrer Heinrich Schmidt aber eine weitere Deutung an. Die Barockfigur stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts und gehörte schon zur Ausstattung des Vorläuferbaus der heutigen neugotischen Hallenkirche. Angelegt ist sie als Doppelmadonna mit identischer Vorder- und Rückseite, wobei die Skulptur im Lauf ihrer Geschichte geteilt wurde. Die eine Hälfte verblieb in St. Peter und Paul, die andere zierte St. Johannes Baptist in Flape. Erst in den 1990er-Jahren wurde die Skulptur wieder vereinigt.

„Sie hat damit ihren ursprünglichen Symbolgehalt zurückerlangt“, freut sich Pfarrer Heinrich Schmidt. „Bei der Kommunion gehen die Gläubigen im Angesicht von Maria zum Altar und damit zu Gott. Und im Angesicht von Maria gehen die Gläubigen danach vom Altar weg und kehren zurück zu den Menschen. Maria lässt uns nie allein, wohin wir auch gehen.“ Und wenn Maria als Strahlenkranzmadonna die Kirche verkörpert? Dann heißt das auch, dass die Kirche uns alle begleitet und niemanden zurücklässt!

Pfarrkirche St. Peter und Paul in Kirchhundem

Hier finden Sie weitere Informationen zu diesem Ort.

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