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Erzbistum Paderborn
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© Ansgar Hoffmann

Die Kinder lieben die Regenbogenfarben

Die Himmelstreppe am Hennedamm in Meschede ist ein Ort von besonderer Spiritualität

Ein Kerzchen anzünden

„Ich muss mal nach Waldenburg gehen und ein Kerzchen anzünden“, das wurde von den Bewohnern des Öfteren in der schweren Zeit nach den zwei Weltkriegen gesagt. Auch heute noch gehen Einheimische und Pilger zur Gottesmutter, auch „Mutter der Sauerländer Berge“  genannt, um ihr ihre Sorgen und Nöte anzuvertrauen und um Hilfe zu bitten.  Die Kapelle Waldenburg liegt in einer Senke, unweit von der Biggetalsperre entfernt. Von der Hansestadt Attendorn aus ist es nicht mehr weit bis zur Marienwallfahrtsstätte. Mittlerweile ist die Kapelle barrierefrei begehbar. . Nur wer von der den Sieben Schmerzen Mariens geweihten Kapelle weiter den Berg zur Burgruine Waldenburg emporsteigt, braucht etwas  Kondition. Die 1176 erstmals urkundlich erwähnte Burg und die Kapelle sind eng miteinander verbunden. Die Freiherren von Fürstenberg hatten 1691 die Waldenburg vom Deutschen Ritterorden erworben. Bevor die angeschlagenen Burggebäude völlig zerfielen, ließ einer der Freiherrn von Fürstenberg als Ersatz für die Burgkapelle unterhalb der Burg eine neue Kapelle errichten, die am 16. Februar 1723 ihre kirchliche Weihe erhielt.  Danach begann die Marienverehrung in Waldenburg. Die Kapelle ist auch heute noch im Privatbesitz des Freiherrn von Fürstenberg mit Sitz in Herdringen/Arnsberg. Die Betreuung und Aufsicht erfolgt durch das katholische Pfarramt in Attendorn. .

300 Höhenmeter über dem ursprünglichen Standort

Die heutige Kapelle, in den Jahren 1965/66 gebaut,   entspricht nur noch in Teilen dem damaligen Bauwerk, welches dem Biggetalsperren-Bau zum Opfer fiel. Sakristei, Altarraum und ein Vorbau kamen hinzu. Der gut erhaltene alte eichene Dachstuhl konnte in die jetzige Kapelle integriert werden. Die jetzige Kapelle  befindet sich  etwa 300 Höhenmeter über dem ursprünglichen Standort der Kapelle. Die Pieta, das Herzstück der Kapelle, fand ihren Platz hinter Panzerglas in der Mitte des Altarraumes. Die aus dem 14. Jahrhundert stammende Pieta zeigt Maria, die Mutter Jesu, mit ihrem toten Sohn auf dem Schoß. . Als wahrscheinlich gilt, dass einer der vielen Kleriker aus dem Geschlecht der Freiherren von Fürstenberg das Gnadenbild gestiftet hatte. Die näheren Umstände sind jedoch bis heute ungeklärt.

Nicht nur eine Redensart

Ein Kerzchen in Waldenburg anzuzünden ist nicht nur eine Redensart rund um Attendorn, vielmehr werden Jahr für Jahr in der Tat viele Lichter in der Marienkapelle entzündet. Wenn man nach dem reinen Kerzenverbrauch geht, erinnert sich der ehemalige Küster Paul Maiworm, der sein Amt  fünf Jahrzehnte lang verrichtete, bis er 2016 altersbedingt seinen Abschied nahm, suchen jährlich rund 60.000 Pilgerinnen und Pilger den spirituellen Ort auf.

Ein einzigartiger Kreuzweg

Besonders gut besucht ist die Kapelle im Marienmonat Mai. Ein weiterer Höhepunkt im Jahr ist das Patronatsfest zum Gedächtnis der Sieben Schmerzen Mariens am 15. September.  Auch in der Vorweihnachtszeit ist die Waldenburger Kapelle ein beliebtes Ausflugsziel. Dies liegt an der großen Krippe, die im Laufe des Dienstes von Küster Paul Maiworm immer größer wurde. Besonders liebevoll sind die Gebäude der Krippe gestaltet: Wer sich in und um Attendorn auskennt, findet Nachbildungen zahlreicher bekannter Gebäude der Region, etwa den Sauerländer Dom. Sogar ein Modell der Waldenburger Kapelle ist Teil der Krippe – eine Kapelle in der Kapelle sozusagen. Einen Teil der Gebäude hatte Küster Paul Maiworm selbst angefertigt, daneben waren auch Inhaftierte der Justizvollzugsanstalt Attendorn am Modellbau beteiligt. Die Krippe steht vom ersten Adventssonntag bis Maria Lichtmess am 2. Februar. Der neue Küster Johann Salamon trägt ebenfalls dazu bei, die Kapelle zu verschönern – und auch seine gesamte Familie hilft dabei mit: In der Fastenzeit und an den Kar- und Ostertagen baut Kapellenküster Johann Salamon alle paar Tage eine neue biblische Szene nach. Dafür nimmt er die Krippenfiguren aus der Attendorner Pfarrkirche. Seine Frau Janina, von Beruf Schneiderin, sorgte für die neuen Gewänder. Somit kann ein einzigartiger Kreuzweg besichtigt werden.

© Ansgar Hoffmann
Kapelle Waldenburg am Biggesee in Attendorn.

Bistumskalender 2021: Auf dem Weg im Erzbistum Paderborn

Der diesjährige Bistumskalender nimmt uns mit auf eine Reise durch das Erzbistum Paderborn und macht jeden Monat Halt an zwei besonderen Orten: an zahlreichen Kapellen oder Kreuzwegen, die jeweils Zeugen einer interessanten Entstehungsgeschichte sind. Darüber hinaus erzählt der Kalender faszinierende Geschichten von Menschen, die mit diesen Orten verbunden sind – manchmal nicht nur über viele Jahre, sondern sogar über weite Entfernungen hinweg.

Wir stellen Ihnen hier alle zwei Wochen das neueste Kalenderblatt vor.

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