Warum die Frage nach Gott heute relevant ist
Gottesbeweis, die Erste: Der Film beginnt mit einem Beispiel aus dem digitalen Raum. Es geht um die Frage des Planes hinter unserem Leben, der besonderen Beschaffenheit unserer Erde. „Ein kleines Detail in einem Computerspiel wird verändert. Das System stürzt ab und nichts funktioniert mehr.“ Auch unser Universum hätte ganz anders entstehen können. Schon minimale Abweichungen bzw. „Bugs“ (Fehler) in Naturkonstanten hätten Leben unmöglich gemacht. In der Naturwissenschaft spricht man hier von der sogenannten „Feinabstimmung“ des Universums. Tim Sprenger fragt im Video: „Aber wer hat jetzt dieses Game, das wir Universum nennen, so passgenau designed? Eine höhere Macht? Oder gibt es vielleicht einfach nur unzählige Universen die parallel existieren und wir leben zufällig in einer der Versionen mit weniger Bugs? Beide Theorien sind nicht bewiesen. Was denkst du? Schlauer Designer oder unser Universum hat einfach Glück gehabt?“
In der Theologie wird dieser Gedanke als „teleologisches Argument“ beschrieben. Also als Hinweis darauf, dass Ordnung und Zielgerichtetheit in der Welt auf einen Urheber hindeuten könnten. Bereits Thomas von Aquin hat im 13. Jahrhundert in seinen „Fünf Wegen“ ähnliche Überlegungen formuliert: Die Welt sei nicht zufällig, sondern weise auf eine ordnende Ursache hin.
Tim Sprenger formuliert es so: „Wir nehmen ein wissenschaftliches Phänomen und stellen die Frage, die sich daraus ergibt. Nicht belehrend, sondern offen: Was erklärt die Welt für dich besser?“ Für ihn steckt ganz klar die Intention dahinter, bei TikTok mitzureden, wenn es um so grundlegende Themen geht: „Ich finde es wichtig, dass die klassische Sicht auf Glaubensthemen aus der katholischen Kirche heraus stattfindet. Es soll eine verlässliche Anlaufstelle geben, bei der man sich grundlegend über Lehrinhalte informieren kann, damit nicht nur Privatmeinungen den Diskurs auf den sozialen Medien beherrschen.“