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Erzbistum Paderborn
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Die „Batman-Kirche“ und ihr Anliegenbuch

Die Autobahnkirche Siegerland ging medial einmal um die Welt.
Unser Glaube
16. Februar 2021
Siegen

Die „Batman-Kirche“ und ihr Anliegenbuch

Die Autobahnkirche Siegerland ging medial einmal um die Welt.

Die Autobahnkirche Siegerland ging medial einmal um die Welt – doch wichtiger ist, was sie für die Menschen bedeutet, die auf dem Weg sind.

 

Von der A 45 aus gesehen ähnelt die Silhouette der Autobahnkirche Siegerland einem Kirchenschild. Ein spitzer Turm an einem Kirchengebäude, alles in strahlendes Weiß getaucht. Nicht mehr. Doch dies ist nur ein raffinierter perspektivischer Trick. Dass die Kirche zwei Türme hat und dazu eine ganz außergewöhnliche Architektur mit kantigen Prismen, dreieckigen Dachflächen und einer sich ebenfalls dreieckig verjüngenden Zugangsrampe, wird erst in der Annäherung sichtbar.

“Batman-Kirche”

Die spektakuläre Architektur hat dem Gebäude viele internationale Auszeichnungen und noch mehr Bezeichnungen eingetragen. Die bekannteste lautet „Batman-Kirche“. Dazu hat Batman-Darsteller Christian Bale höchstpersönlich beigetragen. Der Hollywood-Schauspieler veröffentlichte im Internet ein Bild der Autobahnkirche mit den markanten Zwillingstürmen und wies augenzwinkernd auf die Ähnlichkeit mit den Fledermausohren seines Superhelden-Anzugs hin.

Der Superheld der Autobahnkirche? Gott.

Ute Pohl vom Förderverein Autobahnkirche Siegerland, der die im Jahr 2013 fertiggestellte und geweihte Kirche erbauen ließ und sich seither um das Gotteshaus kümmert, freut sich natürlich über diese Publicity. Der eigentliche Superheld der Autobahnkirche ist aber kein anderer als Gott. „Und zu Gott kommen in unserer Kirche im Monat 2.500 Menschen“, erzählt Ute Pohl. Davon, dass die Autobahnkirche von ganz unterschiedlichen Menschen angenommen wird, zeugt das Anliegenbuch, das in der 24 Stunden am Tag geöffneten Kirche ausliegt. Darin finden sich Einträge in den unterschiedlichsten Sprachen. Manche Notizen sind fröhlich. So berichten Familien, dass sie nun in die Ferien aufbrechen und das Innehalten an der Autobahnkirche im Siegerland schon zu einer Familientradition geworden ist. Auch Bus-Gruppen auf Wallfahrt oder Firmlinge hinterlassen meist heiter-aufgekratzte Botschaften. Andere Einträge zeugen hingegen von Not, Sorge und Einsamkeit.

„Unsere Kirche ist eine geistliche Heimat. Sie nimmt alle Menschen auf, ohne Anschauung von Herkunft, Geschlecht, Religionszugehörigkeit oder Konfession.”

 

Ute Pohl

Die Kirche als Heimat und als Rasthaus für die Rastlosen

Damit die Kirche als Heimat und als Rasthaus für die Rastlosen angenommen wird, weicht ihre Innenraumgestaltung deutlich von der strengen und kantigen Gebäudehülle ab. An der Decke bilden Grobspanplatten ein organisch wirkendes Muster, die Bestuhlung ist ebenfalls aus dem günstigen, in jedem Baumarkt erhältlichen Holzwerkstoff gefertigt. Trotzdem wird deutlich, dass dieser Raum ein heiliger Raum ist. Als solcher wird er auch von den Menschen wahrgenommen und respektiert. Obwohl die Kirche direkt an der Autobahn liegt und 24 Stunden geöffnet hat, kennen die ehrenamtlich Engagierten des Fördervereins keine Probleme mit Vandalismus oder mit Schmierereien an der Wand.

Überkonfessionelle Andachten

Gottesdienste und liturgische Feiern finden in der Autobahnkirche nicht statt. „Wir sind bewusst überkonfessionell“, erklärt Ute Pohl, „und überlassen es dem Heiligen Geist, die Menschen in unserer Kirche zu berühren und zu leiten.“ Eine Ausnahme gibt es allerdings. Jeden Freitag findet um 18 Uhr eine Andacht statt. Gestaltet wird sie von geistlichen oder nicht geistlichen Frauen und Männern, katholisch, evangelisch oder freikirchlich. „Unser Ansatz war anfangs das Jesus-Wort ‚Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen‘“, sagt Ute Pohl. „Zu unserer Überraschung kamen in Vor-Corona-Zeiten regelmäßig zwischen 80 und 100 Teilnehmende zur Andacht zusammen. Das zeigt: Auch die Seele muss mal auftanken.“

Bistumskalender 2021: Auf dem Weg im Erzbistum Paderborn

Der diesjährige Bistumskalender nimmt uns mit auf eine Reise durch das Erzbistum Paderborn und macht jeden Monat Halt an zwei besonderen Orten: an zahlreichen Kapellen oder Kreuzwegen, die jeweils Zeugen einer interessanten Entstehungsgeschichte sind. Darüber hinaus erzählt der Kalender faszinierende Geschichten von Menschen, die mit diesen Orten verbunden sind – manchmal nicht nur über viele Jahre, sondern sogar über weite Entfernungen hinweg.

Wir stellen Ihnen hier alle zwei Wochen das neueste Kalenderblatt vor.

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