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Daseinsfürsorge in Gefahr!

Die massiven Kostensteigerungen treffen Kindertagesstätten, Pflegeheime und Beratungsdienste mit voller Wucht. Die Caritas Dortmund fordert von Land und Bund einen Schutzfonds für die Einrichtungen und Dienste der Daseinsfürsorge.
Mann mit Maske formt Herz© Anna Tryhub / Shutterstock.com
Kirchliche Nachrichten aus Paderborn und Deutschland
23. September 2022
Dortmund

Daseinsfürsorge in Gefahr!

Die massiven Kostensteigerungen treffen Kindertagesstätten, Pflegeheime und Beratungsdienste mit voller Wucht. Die Caritas Dortmund fordert von Land und Bund einen Schutzfonds für die Einrichtungen und Dienste der Daseinsfürsorge.

Erst am Freitag hatte der Vorstand des Caritasverbandes Dortmund, Tobias Berghoff, die Situation von Pflegefachkräften kritisiert und zum politischen Umsteuern aufgerufen. Pflegekräfte könnten die derzeitigen Belastungen nicht länger hinnehmen. Als Beispiel nannte Tobias Berghoff das neue Infektionsschutzgesetz. Die Einrichtungen müssten dadurch Aufgaben übernehmen, die bislang bei den Impfzentren der Kommunen lagen.

Doch die Sorgen und Nöte steigen von Tag zu Tag. Heute nun warnt der Caritasvorstand: „Die Inflation, die steigenden Kosten und die Energiekrise werden massive Folgen für die Daseinsvorsorge in Dortmund haben.“ Und weiter „die Einrichtungen und Dienste sind jetzt schon alarmiert, weil sie um die Existenz der sozialen Infrastruktur fürchten.“

Systemrelevant und doch vergessen

Die vergangenen zweieinhalb Jahren hätten gezeigt, wie wichtig und leistungsfähig das Hilfssystem der Caritas, aber auch der gesamten freien Wohlfahrtspflege in der Pandemie und dem menschenverachtenden Angriffskrieg auf die Ukraine ist. Der Betrieb von Kindergärten, stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen oder Beratungsstellen – all das sind große gesellschaftliche Aufgaben der Fürsorge, die in Deutschland in großem Umfang von der Freien Wohlfahrtspflege wahrgenommen werden. „Damit der Sozialstaat funktioniert, dürfen diese Dienste und Einrichtungen nicht wegbrechen,“ warnt Berghoff. Schon jetzt seien sozial unverzichtbare Angebote für die Gesellschaft oft unterfinanziert. Wie das nun bei allen Kostensteigerungen in Zukunft weiter funktionieren könne, stünde in den Sternen.

Gemeinnützige Träger bräuchten jetzt verlässliche Kostenträger, um die aktuelle Preisentwicklung zu bewältigen. Sie könnten das alleine nicht überbrücken. „Wir fordern deshalb einen Schutzfond vom Bund und Land. Ohne einen solchen Schutzfond für Energiekostensteigerungen drohen Leistungskürzungen und Insolvenzen von sozialen Diensten und Einrichtungen und das wäre absolut katastrophal für die Menschen in Dortmund,“ so Tobias Berghoff.

 
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