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1
Mai
2021
1.Mai.2021

Auf einmal stand die kleine Madonna da

Die Drüggelter Kapelle am Möhnesee ist sagenumwoben

Im Vorfrühling 2020 stand es auf einmal da, das Bildnis einer Madonna. Niemand weiß, woher die Statuette kam und wer sie mitbrachte. In früheren Zeiten hätte man vielleicht ein Marienwunder vermutet, aber Pfarrer Ludger Eilebrecht, seit fünf Jahren als Gemeindepfarrer am Möhnesee für die Drüggelter Kapelle zuständig, hat eine profane Erklärung dafür: „Höchstwahrscheinlich stammt die Madonnenfigur aus einer Haushaltsauflösung. Vor und in der Kapelle werden leider viele sakrale Gegenstände abgelegt, weil die Hinterbliebenen nach dem Tod ihrer Lieben keinen Bezug und keine Verwendung dafür haben.“ Meist sind es Kerzen, aber auch viele Gebetbücher. Das Team der Pfarrei Zum guten Hirten in Möhnesee sucht dann dafür eine Verwendung, aber vieles muss entsorgt werden. Dabei gäbe es durchaus eine bessere Verwendung. „Die Kerzen lassen sich bei der Begräbnisfeier abbrennen, das Gotteslob könnte zusammen mit der verstorbenen Person beigesetzt werden“, schlägt Eilebrecht vor.

Madonnenfigur der Drüggelter Kapelle Foto: Besim Mazhiqi/Erzbistum
Madonnenfigur der Drüggelter Kapelle Foto: Besim Mazhiqi/Erzbistum

Die Madonnenfigur

Die Madonnenfigur aber fand in der Kapelle ein neues Zuhause. Gewiss, ein großes Kunstwerk ist sie nicht, aber in ihrer schlichten Art passt sie zum mittelalterlichen Bau – und der Sachwert ist so gering, dass die Figur in der tagsüber offenstehenden Kapelle hoffentlich nicht gestohlen wird. Denn manche Dinge kommen nicht nur urplötzlich in die Kapelle, manche verschwinden auch. Dennoch möchte die Gemeinde die Kapelle weder schließen noch überwachen lassen. Sie soll den Menschen offenstehen, ohne Kameras.

Bistumskalender 2021: Auf dem Weg im Erzbistum Paderborn

Der diesjährige Bistumskalender nimmt uns mit auf eine Reise durch das Erzbistum Paderborn und macht jeden Monat Halt an zwei besonderen Orten: an zahlreichen Kapellen oder Kreuzwegen, die jeweils Zeugen einer interessanten Entstehungsgeschichte sind. Darüber hinaus erzählt der Kalender faszinierende Geschichten von Menschen, die mit diesen Orten verbunden sind – manchmal nicht nur über viele Jahre, sondern sogar über weite Entfernungen hinweg.

Wir stellen Ihnen hier alle zwei Wochen das neueste Kalenderblatt vor. Den Bistumskalender können Sie weiterhin bestellen:

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