Lange Jahre gestaltete sich Allerheiligen für mich, die Reporterin, so: Patentante und Onkel mit Cousins zu Besuch, Apfelkuchen, gemeinsame Stunden zu Hause gemütlich im Warmen. Zeit, Ruhe, Zusammensein. Mittendrin der erste Aufbruch: Mein Vater fährt zum Friedhof, er wird wie jedes Jahr singen mit seinem Männerchor: zur Gräbersegnung.
Dann endlich ist es dunkel. Schon lange vorher haben wir die roten, gläsernen Glaslämpchen aus dem Keller geholt. Wie jedes Jahr. Gleich müssen noch die kleinen Brenner im Plastikbehälter rein. Es werde Licht! Wir fahren alle gemeinsam auf den Friedhof, wo kaum in Parkplatz frei ist.
Es ist auch ein bisschen gruselig. Aber wir sind ja zusammen. Wir stellen Lämpchen hin, zünden sie an, schauen aufs Grab und beten. Unterwegs treffen wir andere Familien. Leises Plaudern der Erwachsenen. Nur kurz, und gedämpft. Die Gedanken und der Fokus bleiben bei den Lieben, die hier beerdigt sind.