Die Mondsichelmadonna, auch bekannt als Strahlenkranzmadonna oder als Madonna im Strahlenkranz, ist in der sakralen Kunst ein weitverbreiteter Typus. Oft ist sie bekrönt, mitunter trägt sie ein Zepter in ihrer Rechten – eine Himmelskönigin eben. Und natürlich hält sie in ihrer Linken, auf der Herzensseite, den Jesusknaben, der gern mit einer Weltkugel spielt. Wie die Bezeichnungen es nahelegen, ist die Madonnenfigur eingehüllt in einen Strahlenkranz, dabei steht sie aufrecht und selbstbewusst auf einer Mondsichel. In manchen Darstellungen zertritt sie obendrein eine Schlange. Auch der Gesichtsausdruck und die Haltung des Kopfes sind variabel. Je nach Zeitalter und Kunstschule schaut sie ernst und würdevoll in die Welt, oder sie blickt lieblich lächelnd auf den Jesusknaben.
Ihren Ursprung aber hat die Mondsichelmadonna in der „apokalyptischen Frau“ aus dem zwölften Kapitel der Offenbarung des Johannes. In dieser Szenerie ist der Jesusknabe noch gar nicht geboren. Und es geht hier nicht ernst oder gar lieblich zu, sondern apokalyptisch: