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© Fabian Junge / Shutterstock.com
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Rolle der christlichen Mission in Sachsen

Corveys Geschichte als Missionszentrum im 8. und 9. Jahrhundert

Die „Zeitreise“ in die große monastische Geschichte der ehemaligen Benediktinerabtei und heutigen Welterbestätte Corvey geht nach einer kurzen Sommerpause weiter. Die siebte Etappe der hochkarätigen Vortragsreihe anlässlich des Jubiläums „1200 Jahre Corvey“ führt am Donnerstag, 17. August, ins frühe Mittelalter. Professor Dr. Caspar Ehlers, Frankfurt am Main, beleuchtet „Die Rolle der christlichen Mission in Sachsen im 8. und 9. Jahrhundert“.

Hier spielt Corvey eine bedeutende Rolle. Das Kloster avancierte nach seiner Gründung 822 sehr bald zu einem wirkmächtigen Missionszentrum. Dazu trug der heilige Ansgar bei: Er gehörte zu den ersten Mönchen der neuen Abtei aus Corbie und brach im 9. Jahrhundert von der Weser aus zu seinen erfolgreichen Missionsreisen in den Norden Europas auf.

„Recht und Mission“

Der Referent des „Zeitreise“-Abends, Professor Dr. Caspar Ehlers, ist seit 2021 Koordinator des Forschungsfeldes „Geistliche und weltliche Rechtskulturen im europäischen Mittelalter“ und des Projektes „Recht und Mission“ am Max-Planck-Institut für Rechtsgeschichte und Rechtstheorie in Frankfurt am Main. Er studierte in Frankfurt und Bonn Mittelalterliche Geschichte, Alte Geschichte und Kunstgeschichte. Dem Magisterexamen 1992 folgten 1995 die Promotion an der Universität Bonn und 2005 die Habilitation an der Universität Würzburg. Seit 2012 ist Ehlers dort außerplanmäßiger Professor. Er hat unter anderem mehrere Sammelbände zur Pfalzenforschung herausgegeben und zahlreiche Publikationen zum deutschen Königtum des Mittealters sowie zu landes- und kirchengeschichtlichen Themen veröffentlicht.

Beginn ist um 19.00 Uhr in der ehemaligen Abteikirche Corvey. Wie immer runden Musikbeiträge und eine Weinverkostung den Abend ab. Die Vortragsreihe richtet sich an alle Interessierten. Die Gäste können ohne Anmeldung teilnehmen. Der Eintritt ist frei. Die Reihe hat seit ihrem Start im April viele Freundinnen und Freunde gewonnen. Die Kirchengemeinde St. Stephanus und Vitus kann unter den Besuchern immer wieder viele „Stammgäste“ willkommen heißen. Sie dokumentiert die „Zeitreise“-Etappen auf ihrer Welterbe-Homepage unter https://welterbewestwerkcorvey.de/category/zeitreise-corvey/ in Wort und Bild.

Zeitreise in die Geschichte eines großen Klosters

© Hans Blossey / luftbild-blossey.de

Hochkarätige Vortragsreihe bildet Glanzlicht im Jubiläumsjahr zum 1200-jährigen Bestehen der Benediktinerabtei Corvey

Die Benediktinerabtei Corvey hat in ihrer großen monastischen Geschichte nicht nur als Ort des Glaubens, sondern auch als Zentrum des Wissens und der Bildung eine weit über die Region ausstrahlende Wirkung entfaltet. Auf diese geistige Komponente der Bedeutung des Weserklosters richtet sich der Scheinwerfer, wenn am 23. April die „Zeitreise“ – eine elfteilige Vortragsreihe mit hochkarätigen Referenten – beginnt.

Die Kirchengemeinde St. Stephanus und Vitus Corvey hat die Reihe in Kooperation mit dem Netzwerk Klosterlandschaft OWL anlässlich des 1200-jährigen Bestehens der ehemaligen Benediktinerabtei initiiert. Die „Zeitreise“ ist, so Professor Dr. Christoph Stiegemann, ein bedeutendes Highlight des Jubiläumsjahres. Der renommierte Kunsthistoriker hat das Programm federführend zusammengestellt. Hans-Werner Gorzolka, Kreisheimatpfleger und Kirchenvorstand in Ovenhausen, hatte die Vortragsreihe als Mitglied der Steuerungsgruppe für das Corvey-Jubiläum schon gleich zu Beginn der Planungen angeregt. Sie stehe in guter benediktinischer Tradition, sagt Professor Stiegemann, denn: „Ora et labora et lege! – Bete, arbeite und lies!“ – könnte gleichsam das Motto des benediktinischen Erfolgsmodells sein.

Dieses Erfolgsmodell bringen uns bedeutende Referentinnen und Referenten in der Zeit von April bis Oktober auf gut verständliche und anschauliche Art und Weise nahe. Die Vortragenden entwerfen, wie Stiegemann skizziert, „ein facettenreiches Spektrum des großen Weserklosters, seiner Geschichte, seiner geistig-geistlichen Bedeutung, seiner Architektur, Kunst und Kultur, aber auch seiner Wirksamkeit und Ausstrahlung bis in die Gegenwart“.

Musikalische Untermalung

Inhaltlich spannt die Reihe den Bogen von der berühmten „Sachsengeschichte“ des Widukind von Corvey (um 925 bis nach 973) über die großartige Buchkultur in Skriptorium und Bibliothek bis zum Klosterleben nach der Regel des heiligen Benedikt. „Sie zeichnet ein Bild der frühen Mission, behandelt die Baugeschichte und Architektur des karolingischen Klosters aus Sicht von Archäologie und Kunstgeschichte, deutet das Kloster theologisch als Himmelsstadt, lässt das Erbe der Antike vor unseren Augen erstehen, behandelt Zeit und Geschichte in Wilhelm Raabes Erzählung ‚Höxter und Corvey‘ und thematisiert die neuen Technologien, mit denen das Welterbe heute bewahrt und vermittelt wird“, weckt Professor Stiegemann mit einem Themenüberblick eine große Erwartungsfreude.

Dabei werden alle Sinne angesprochen. „Es erklingt Musik der jeweiligen Zeit live oder in kleinen Film-Porträts. Im Anschluss wird – auch das in guter benediktinischer Tradition – der vorzügliche Corveyer Jubiläumswein verkostet.“

Den Rahmen der Vortragsabende bildet die prachtvolle ehemalige Abteikirche. Beginn ist jeweils um 19 Uhr. Den musikalischen Part gestaltet Hans-Hermann Jansen, der Corvey Jahr für Jahr in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Klosterlandschaft OWL als Ort der Kirchenmusik erblühen lässt. Ermöglicht wird die „Zeitreise“, so Professor Stiegemann, durch die großzügige Förderung der Bank für Kirche und Caritas. Sie ist Teil des vom Land geförderten „Regionalen Kultur Programms NRW“.

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